Ein paar Lux mehr

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José Vergara Ruiz (li.) und Serge Menga setzten sich bei einer Demonstration für mehr Beleuchtung im Gervinuspark ein.
 
Im Gervinuspark sind lediglich die Hauptwege beleuchtet, die Nebenwege bleiben im Dunklen. Dies stelle ein erhebliches Sicherheitsriskio dar.
Frohnhauser Bürger ruft zu mehr Sicherheit im Gervinuspark auf



José Vergara Ruiz gehört jetzt zur Statistik. Leider zu keiner Erstrebenswerten: Schon zwei Mal wurde der 60jährige Frohnhauser im Gervinuspark Opfer eines bewaffneten Überfalls. Nun demonstrierte der Rentner mit Gleichgesinnten für mehr Sicherheit.


„Es ging alles so schnell“, erinnert sich Ruiz an den ersten Überfall. „Zu viert sind sie auf mich zugekommen, zwei von rechts und zwei von links. Die einen haben sich meine Brieftasche geschnappt, die anderen haben mit Gegenständen auf mich eingestochen. Später habe ich erfahren, dass es Messer waren.“ Zum Beweis seiner Geschichte krempelt der Frohnhauser seinen linken Ärmel hoch: Noch heute sind die Narben, zu dünnen weißen Linien verwachsen, zu sehen. „Ich habe zuerst gar nicht gemerkt, dass ich verletzt bin. Ich bin den Personen sogar noch wütend hinterher gerannt, weil ich meine Brieftasche wieder haben wollte. Erst als der Adrenalin-Rush nachgelassen hat, ist mir ein stechender Schmerz an der Seite aufgefallen.“ Die Täter haben nämlich nicht nur seinen Arm erwischt, sondern auch den linken Oberkörper. Im Krankenhaus dann der nächste Schock: Um innere Blutungen ausschließen zu können mussten die Ärzte Ruiz „aufmachen“. Noch heute zeugt eine Narbe auf Höhe des Schlüsselbeins bis unter den Bauchnabel von den Vorkommnissen. „Dabei wollte ich einfach nur mit meinem Hund abends spazieren gehen“, erklärt er.

Messerattacke auf Frohnhauser Bürger im Gervinuspark

Für die Vorfälle macht der Frohnhauser vor allem die schlechte Beleuchtung im Gervinuspark verantwortlich. Um dagegen nun öffentlich anzugehen, veranstaltete er eine Demonstration, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Unterstützt wurde er dabei von der „Partei der Vernunft“ (PDV) sowie Serge Menga und dem „Verein für besseres Miteinander“ und zahlreichen Mitbürgern, die sich für das selbe Ziel einsetzen.
„Ich freue mich ungemein, dass so viele Menschen gekommen sind“, erklärt Ruiz. „Wir wollen ein Zeichen für die Politik setzen und eindringlich darauf verweisen, dass der Park, vor allem, was die Nebenwege angeht, äußerst schlecht beleuchtet ist.“ Das Argument, dass man dann die Hauptwege nutzen soll, will man in diesem Zusammenhang auch nicht gelten lassen. „Auch bei den Laternen gibt es keine gute Ausleuchtung“, bekräftigt der ehrenamtliche Helfer Dirk Schmidt. „Der Lichtkegel selbst ist ziemlich schummerig und nicht furchtbar groß. Ein paar Lux mehr könnten auch diese Laternen vertragen.“

Anwohner wünschen sich bessere Beleuchtung

Das Argument, dass sich die Bewohner durch mehr Licht gestört fühlen würden, sei zudem falsch. „Ich habe mich mit Anwohnern unterhalten und diese würden sich über mehr Licht ebenso freuen wie ich.“ Diese Ansicht bestätigt auch Dagmar Fink. Die Essenerin wohnt unmittelbar neben dem Gervinuspark und ist auch zur Demonstration erschienen. „Uns hat niemand gefragt, ob wir uns auch für eine bessere Beleuchtung im Park aussprechen würden oder nicht. Ich für meinen Teil würde diesem Vorhaben gerne zustimmen. Nachts ist es oft so dunkel, dass ich den Weg von meiner Garage bis nach Hause nicht gerne gehe. Da würde mehr Licht wirklich helfen“, so Fink.
Auch auf die Unterstützung von Serge Menga, der sich als Kandidat für die kommenden Landtagswahlen aufstellen lassen will. Gefunden hat der gebürtige Kongolese Ruiz über Facebook und will mit ihm nun gemeinsam auf den Missstand aufmerksam machen. „Es ist unprofessionell und beschämend, wie die Politik in diesem Fall mit Bürgerwünschen umgeht“, so Menga. „Wenn sich Stadtteilbewohner mehr Sicherheit zum Beispiel durch mehr Beleuchtung wünschen, sollten mehr Angebote da sein. Meines Wissens gibt es bei der Margarethenhöhe auch eine Stelle, an der Menschen den Bus erreichen möchten. Und in diesem Winkel ist es ebenso dunkel. Die Beschwerden der Bürger sollen ernst genommen werden.“
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