Kunstraum aus Wellpappe

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Aus Alltäglichem wird etwas Besonderes: Der Düsseldorfer Bildhauer und Maler Michael Kortländer arbeitet mit Wellpappe und Raum. Seine neueste Installation ist in der Reihe „open up“ im Kunstmuseum zu sehen. (Foto: Anna Niehoff)
Gelsenkirchen: Kunstmuseum | Eröffnung der Ausstellung „Bildvorstellung“ von Michael Kortländer

Die zweite Auflage der Ausstellungsreihe „open up“ des Kunstvereins Gelsenkirchen präsentiert mit dem Düsseldorfer Maler und Bildhauer Michael Kortländer einen Künstler, der aus Alltäglichem etwas Besonderes macht.

„Der Raum riecht nach Karton“, sagt Michael Kortländer. Stimmt! Karton dominiert den neuen Kunstraum der „open up“-Ausstellung. Wer den Raum betritt, wähnt sich zwischen Dächern mit einem Spitzgiebel. Man muss sich seinen Weg durch den Raum bahnen und erfährt so dessen Atmosphäre, ohne dass man auch nur einen anderen Besucher sehen kann. Die Installationen aus Wellpappe-Platten und Wellpappe-Latten sind so hoch, dass man nicht darüber hinweg schauen kann. „Das war meine Absicht“, sagt der Künstler, „so ist man mit sich und der Installation allein und kann für sich den Raum erschließen.“

Anlehnend, lagernd, sich gegenseitig haltend

Kortländers Komposition aus Wellpappe vereint klassische bildhauerische Elemente: anlehnende, lagernde, sich gegenseitig haltende. Und so präsentiert sich das Werk so kompakt wie zerbrechlich, denn ein winziger Stoß dagegen könnte es wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen lassen. „Könnte“, bestätigt Michael Kortländer, „es ist keine Mogelpackung.“ Wird es aber nicht, denn es gibt winzige Fixierungen.

Über Packpapier zur Wellpappe

Meisterschüler Michael Kortländer, der seinen künstlerischen Weg als Maler begann, hat den Werkstoff Wellpappe über die Arbeit mit Packpapier schon seit langem für sich entdeckt und „verpackt darin seine künstlerischen Ideen“, wie Diethelm Röhnisch, Geschäftsführer Niederrheinischer Kunstverein, es beschreibt. „Er schafft völlig neue fragile Objekte, die Gegenstände erinnern, aber sie nicht einfach nachbilden. Seine Skulpturen sind freie Erfindungen, die den sie umgebenden Raum völlig neu definieren. Dabei frappiert der Gegensatz zwischen Leichtigkeit des Materials und der Gewichtigkeit seiner sogar monumental wirkenden Ausformung.

Alltägliches wird zu Besonderem

Am Ende entsteht ein faszinierendes Paradox: Ein billiges, fragiles, uns allen vertrautes Material atmet doch durch seine künstlerische Anmutung den Geist des Besonderen, des Einmaligen.“

Normalerweise gibt Michael Kortländer seinen plastischen Werken einen Überzug aus gedeckten Farben. Darauf hat er dieses Mal ganz verzichtet und die verschiedenen Wellpappe-Elemente so jungfräulich verwendet, wie sie aus den Produktionshallen des Gelsenkirchener Unternehmens kommen, das die Teile geliefert hat. Und deshalb „riecht der Raum nach Karton“.
Davon können sich die Besucher der Vernissage am kommenden Sonntag, 16. August, um 11.30 Uhr im Kunstmuseum, Horster Straße 5-7 überzeugen.
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