Mädchen und Jungen mit Diabetes machen sich fit für ein Leben mit ihrer Erkrankung

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  Diabetes-Feriencamp im Marienhospital Gelsenkirchen

„Puh!“ Mit rotem Kopf und verschwitzten Haaren schnaufen die acht Mädchen und Jungen nach der zweiten Runde des Zirkeltrainings. Sie haben sich tüchtig angestrengt. Nachdem alle getrunken und die Blutzuckerwerte gemessen haben, geht es weiter.

Melina, Melissa, Daniel, Sonja und die anderen nehmen am diesjährigen Diabetes-Feriencamp für Kinder und Jugendliche im Marienhospital Gelsenkirchen teil. Weil sportliche Betätigung unseren Stoffwechsel beeinflusst, was bei Menschen mit Diabetes mellitus besondere und mitunter kritische Auswirkungen haben kann, nimmt der Sport im Programm des Workshops einen wichtigen Platz ein. Wenn wir sportlich aktiv sind, wirkt das Insulin besser, es muss also weniger zugefügt werden. Manchmal, wenn der Wert hoch ist, kann sogar ganz auf eine zusätzliche Insulingabe verzichtet werden. Im Feriencamp lernen die jungen Diabetiker wie ihr Körper sich verhält. Vor und während des Sports werden die Blutzuckerwerte bestimmt und danach entschieden, was zu tun ist. Ist der Wert zu niedrig, gibt es Traubenzucker oder Saft und einen Moment zum Durchatmen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Diabetesberaterin Daniela Moormann, Kinderkrankenschwester Andrea Joswig und Physiotherapeutin Asja Stauder aus dem Schulungsteam achten darauf, dass es den Mädchen und Jungen während der Sporteinheit gut geht. „Sport ist für jeden Menschen wichtig, auch für Kinder und Jugendliche mit Diabetes. Aber diese müssen eben bestimmte Verhaltensweisen beachten“, weiß Daniela Moormannn.

Regelmäßig während der Sommerferien lädt die Klinik für Neonatologie, Kinder- und Jugendmedizin am Marienhospital Gelsenkirchen (Perinatalzentrum Gelsenkirchen) junge Diabetiker in das Feriencamp ein. Das Organisationsteam um Oberarzt Dr. Matthias Papsch bereitet für die jeweils einwöchigen Schulungen ein interessantes, lehr- und abwechslungsreiches Programm vor. Zwar stehen die theoretischen Inhalte wie schnelle und langsame BE, die Abläufe des Stoffwechsels, die Insulintherapie, Vor- und Nachteile von Insulinpumpe und Pen oder der Einfluss sportlicher Aktivitäten auf den Diabetes im Mittelpunkt, aber Spiel und Spaß, Ausflüge, gemeinsames Kochen und Grillen oder Essen gehen am Abend haben dort ebenfalls einen festen Platz. „Für die Dauer der Workshops werden die Mädchen und Jungen stationär in unserer Klinik aufgenommen. So können wir noch besser auf den Einzelnen und seine ganz individuelle Situation eingehen“, schildert Dr. Papsch die Vorteile, die eine so konzipierte Schulung bietet. Zum multiprofessionellen Schulungsteam gehören neben Ärzten und Kinderkrankenpflegekräften auch eine Ernährungs- und eine Diabetesberaterin, eine Psychologin und Physiotherapeuten.
Nach den Ferien werden auch in diesem Jahr Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus im Alter zwischen sechs und 18 Jahren ihr Wissen über den Diabetes gefestigt und viel Neues gelernt haben. Und was ebenso wichtig ist: Sie haben erfahren, dass sie nicht allein mit dieser Erkrankung sind.

Die Sporteinheit endet nach einer Stunde mit einem Spiel. Angefeuert von den Mannschaftskameraden rennen, springen und klettern die Kinder um die Wette. Und wenn auch die Mädchen einen winzigen Schritt schneller waren, gewonnen haben sie alle.
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