Leroy Sané brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt

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Leroy Sané wurde gegen Leverkusen bereits nach 42 Minuten ausgewechselt. Eine Verletzung lag nicht vor. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Kevin-Prince Boateng (r.) wurde für Sané eingewechselt und sollte so für mehr Durchschlagskraft gegen Kyriakos Papadopoulos und die Leverkusener Defensive sorgen. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

In der 42. Minute gegen Leverkusen wurde es überraschend still im weiten Rund der Schalke-Arena. Leroy Sané wurde ohne Anzeichen einer Verletzung frühzeitig am Samstagabend ausgewechselt. Die Fans rieben sich verwundert die Augen.

Kevin-Prince Boateng wurde für den 19-Jährigen eingewechselt. Da Sané auch für den Fan in der hintersten Sitzecke klar erkennbar keine Verletzung hatte, war sofort klar: Trainer Roberto Di Matteo wollte bewusst umstellen und opferte dafür den blau-weißen Shootingstar der letzten Wochen. Die Idee dahinter wurde schnell deutlich: Boateng sollte mit seiner Erfahrung und vor allem seine Größe über 1,86 Meter plus seinen 86 Kilogramm Gewicht die Bälle in der vordersten Schalke-Front länger und besser halten, als sein zuvor ausgewechselter Mitspieler. Zu robust und zweikampfstark waren bis zu diesem Zeitpunkt die Leverkusener Innenverteidiger um Kyriakos Papadopoulos und Emir Spahic sowie die restliche Gäste-Mannschaft für den 1,83 Meter großen und nur 74 Kilogramm schweren Sané.

Horst Heldt: „Das ist keine Vergnügungssteuer“

In der Tat hatte Sané mit der harten Gangart der Bayer-Elf zu knacken. In den direkten Duellen zog der Linksfuß häufig den Kürzeren. Dennoch zählte Sané wahrhaftig nicht zu den Schlechtesten und war mit einer Hacken-Ablage gleich in der Anfangsphase entscheidend an einem schnellen Schalke-Konter beteiligt. In Ansätzen war die starke Technik des Offensiv-Spielers mehr als deutlich zu erkennen. Für Di Matteo reichte es nicht, so dass er den gebürtigen Essener bereits in der ersten Halbzeit auswechselte. Die Höchststrafe für einen Fußballer. Und das auch noch nur drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Horst Heldt versuchte die Sache und vor allem den ungünstigen Zeitpunkt nach dem Spiel herunter zu spielen.

„Leroy hat es bisher ganz gut gemacht. Dass man in der ersten Halbzeit ausgewechselt wird, ist nie schön. Egal, ob jung, ob alt. Mir ist das auch schon einmal passiert. Das ist keine Vergnügungssteuer. Aber es kommt vor und ist nicht Schlimmes“, sagte der Schalke-Manager. Dabei sah Sané, der in Madrid das 3:3 und in Berlin das 1:1 erzielt hatte, sichtlich geknickt aus, als er zur Auswechselbank trottete. Das merkten die Mitspieler und Betreuer. Jeder klatschte ihn ab und gab noch einen aufbauenden Klaps auf den Hinterkopf oder Po hinterher. Leon Goretzka stand sogar kurz auf, um seinen jungen Kollegen aufzubauen. Jeder wusste: diese frühe Auswechslung wird Sané noch einige Tage beschäftigen.

Horst Heldt: „Leroy ist gefestigt. Das wird ihn nicht umwerfen“

Geht es nach Heldt, dann wäre das sogar der gewünschte Effekt. „So eine frühe Auswechslung sensibilisiert einen Spieler darüber nachzudenken, wie das Spiel lief, wie man sich selber präsentiert hat. Leroy ist so gefestigt, dass ich mir keine Sorgen mache, dass es einen Knicks bei ihm gibt. Es ist nicht schön, aber das gehört nun einmal auch dazu, so etwas erleben zu müssen. Das wird ihn aber nicht umwerfen.“

Gut für Sané und vor allem Schalke: Jetzt steht zunächst eine Länderspiel-Pause an. Leroy Sané spielt am 26. (in Mannheim / gegen Slowakei), 28. (Sandhausen / Irland) und 31. März (Walldorf / Tschechien) gleich dreimal mit der Deutschen U19-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation und kann sich dort neues Selbstbewusstsein holen. Für Schalke geht es erst am Ostersonntag, 5. April (15.30 Uhr), mit dem Auswärtsspiel in Augsburg weiter, das nicht viel weniger robust spielt als Bayer Leverkusen.
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