Giftköder am Uferweg: Tiervergiftungen in Brauck häufen sich

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Vergiftet: Noch schwebt der Hund Ragnar in Lebensgefahr. Er schnupperte bei einem Spaziergang an einem Giftköder am Uferweg. (Foto: Krüger)
Gladbeck: Uferweg | Für Birgit Krüger ist es ein Schock. Richtig überraschend kam die Vergiftung ihres Hundes Ragnar trotzdem nicht. Denn der Uferweg, der sich von der Horster Straße bis zur Halde in Brauck erstreckt, ist schon seit langer Zeit immer wieder gespickt mit Giftködern. Nach wie vor schwebt Ragnar in Lebensgefahr.

Wer die tödlichen Fallen immer wieder auslegt? „Ich habe wirklich keine Ahnung. Das Ordnungsamt und auch die Polizei sind natürlich informiert. Sie konnten mir allerdings nur wenig Hoffnung machen“, gesteht Krüger. Die Rollstuhlfahrerin ist im Alltag auf die Hilfe ihres jungen Begleithundes angewiesen, und sie hat es nicht leicht, ihn permanent im Blick zu haben. „Auch wenn ich streng darauf achte, ihn nicht aus den Augen zu lassen, konnte ich nicht verhindern, dass Ragnar an dem giftigen Köder schnupperte.“ Dass das Tier das in Fleischwurst gepackte Gift nicht fraß, ist nun seine Chance aufs Überleben. „Die verätzte Wunde an seiner Zungenspitze blutet allerdings auch Tage nach dem Vorfall noch“, so Krüger. Der Tierarzt, den sie sofort konsultiert hatte, kam zu dem Schluss, dass neben dem Tiergift (entweder Rattengift oder Schneckenkorn) auch noch Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz gekommen sein müssen. Daher die Verätzung.

Kein Einzelfall


Besonders bitter für Birgit Krüger: Vor etwa acht Monaten musste ihr damaliger Begleithund eingeschläfert werden, nachdem er Gift gefressen und schließlich an inneren Blutungen gelitten hatte. Auch hier war Krüger am Uferweg spazieren gegangen.Wie Krüger berichtet, häufen sich seit längerer Zeit Berichte über Giftköder am Uferweg. „Kein Monat vergeht, ohne das einer der mir bekannten Hundebesitzer etwas Entsprechendes berichtet.“ Neuerdings wurden auch an der Roßheidestraße in Brauck tote Tiere gefunden.

Ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Brauck und den zwanzig toten Kanadagänsen (der STADTSPIEGEL berichtete), die am vergangenen Wochenende in Wittringen gefunden wurden, kann bis dato nicht bestätigt werden. Erst muss geklärt werden, ob die Vögel wirklich vergiftet wurden. Das Kreisveterinäramt Recklinghausen untersucht den Sachverhalt derzeit in einem Labor.
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