Erleben der Front 14/18

In die Bildbetrachtung versunken: (v.l.) Dirk Zache, Direktor des LWL-Museums, Museumsleiter Robert Laube, Bildwissenschaftler Stephan Sagurna und Dr. Volker Jakob, Kurator LWL-Medienzentrum. Fotos: Pielorz
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Seltene stereoskopische Amateuraufnahmen zeigen den Ersten Weltkrieg aus der Perspektive von zwei westfälischen Frontsoldaten im 3D-Format. Themen sind der Alltag, das Leben in einem fremden Land, das Ausmaß der Zerstörungen, Waffentechnik, gefallene und gefangen genommene Gegner. Das ist die neue Ausstellung „Front 14/18“, die am Freitag um 19.30 Uhr im Westfälischen Industriemuseum eröffnet wird.

Die Wanderausstellung tourt durch NRW und ist in Hattingen mindestens bis zum 9. November zu sehen. Sie ist eine Kooperation vom LWL-Museums-amt, LWL-Landesmedienzentrum für Westfalen und dem LWL-Industriemuseum.
In Hattingen startet die Ausstellung und das nicht ohne Grund. In der früheren Möllerung auf dem Gelände der ehemaligen Henrichshütte hat man eine perfekte Location gefunden. Es ist kalt, es ist nass, die Gänge sind eng. Dazu die mit aufwändiger Ton- und Lichtinstallation dokumentierten achtzig Bilder des Ersten Weltkrieges, die mit Hilfe der 3D-Brille lebendig werden – das ist schon eine ganz besondere Ausstellung, der man viele Besucher, auch Schulklassen, wünscht.
Festes Schuhwerk und eine warme Jacke sind allerdings ein Muss!
Die Aufnahmen, die hier gezeigt werden, stammen aus Privatbesitz und sind Aufnahmen der beiden Frontsoldaten Karl Bußhoff und Otto Mötje. Sie sind rund 100 Jahre alt. Insgesamt gibt es rund 700 Bildaufnahmen, und die eindrucksvollsten achtzig werden hier an diesem besonderen Ort gezeigt. Einem Ort, der damals auch für die Rüstungsindustrie von Bedeutung war. Einem Ort, an dem auch Kriegsgefangene ihr Dasein fristeten. Die „Möllerung“ diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum und war eine unterirdische Lagerstätte für Rohstoffe.

Bewegende 3D-Ausstellung

Warum die beiden Soldaten die Aufnahmen machten, weiß man nicht. Aber sie zeigen eindrucksvoll eine Sicht auf den Krieg, die man so bisher noch nicht gesehen hat.
Schwierig war die Bildbearbeitung der Aufnahmen, für Bildwissenschaftler Stephan Sagurna eine echte Herausforderung. Vor 100 Jahren sahen sich die Menschen diese Aufnahmen mit speziellen Stereobetrachtern einzeln an, heute kommt man durch die 3D-Brille und durch die Bearbeitung der Bilder als „Anaglyphen“, sich überlagernde, speziell rot-blau eingefärbte Bilder, gleichzeitig in den Genuss der Bildbetrachtung.
Nach Hattingen geht eine Auswahl der Fotografien auf Reisen. Insgesamt 13 Stationen sind angedacht, darunter neben NRW auch Gillingham/England und Zonnebeke/Belgien.
Doch in der Atmosphäre der „Möllerung“ und in dieser Vollständigkeit kann man die Ausstellung nur hier sehen.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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