Bandweber bangen um ihr kleines Museum

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Volker Schlickum, Bernd Fleischfresser und Friedhelm Pöthmann kümmern sich um den Elfringhauser Heimatverein und insbesondere um das Bandwebereimuseum. Mittelfristig muss aber für den Erhalt des Museums eine Lösung gefunden werden.Foto: Pielorz

Lange vor Kohle und Stahl war die Textilindustrie am Aufschwung des Ruhrgebietes beteiligt. Bereits 1822 wurden Weber urkundlich erwähnt und die Elfringhauser Bandweber arbeiteten oft in Heimarbeit an den Bändern. Diese Geschichte ist mit einigen Maschinen lebendig geblieben im Bandwebereimuseum in Elfringhausen. Doch mittelfristig müssen Lösungen her, um das Museum überhaupt am Leben zu erhalten.


Leinen, Baumwolle, Seide, die wertvollsten Stoffe wurden in und um Hattingen gewebt. Beteiligt daran waren auch die Elfringhauser Bandweber. Zunächst wurden die Webstühle mit Dampf- und Wasserkraft, später mit Benzinmotor betrieben.
Noch 1961 gab es in Elfringhausen 29 Weber mit 63 Bandstühlen. Das Weben mit der Nadeltechnik ab 1970 steigerte die Maschinenleistung um ein Vielfaches und die Fabrikanten übernahmen die Produktion selbst. Die Hausbandweber erhielten keine Garne mehr und mussten ihre Produktion aufgeben.
Einige der alten Maschinen, voll funktionstüchtig, sind erhalten geblieben und stehen im 1996 gegründeten Bandwebereimuseum in der Felderbachstraße 59 in Elfringhausen. Damals hatten sich sechs Bandweber zusammengeschlossen, die gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern ehrenamtlich das Museum aufbauten und bis heute am Leben erhalten. Noch fünf Bandweber zeigen die Maschinen, führen sie vor und berichten aus der Geschichte der Textilindustrie. Heute nennt sich der Ausbildungsberuf „Textilmaschinenführer“ und wird immer noch gelehrt.
Allerdings: Die Ehrenamtlichen des Museums brauchen dringend Verstärkung. „Zum einen benötigen wir Menschen, die sich ehreamtlich einbringen wollen und sich von unseren Bandwebern die Maschinen und ihre Vorführung erklären lassen. Sonst haben wir bald niemanden mehr, der das zeigen kann“, so der Vorsitzende des Heimatvereines, Volker Schlickum. „Zum anderen brauchen wir aber auch Handwerker, die diese Maschinen reparieren können. Hier stehen wir in Kontakt mit dem LWL-Museum in Bocholt. Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit, die es uns ermöglicht, auf Personen zuzugreifen, die bei Bedarf Reparaturen durchführen können.“

Jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 02052/961543 hat das Museum geöffnet. Im nächsten Jahr feiert der Heimatverein mit seinen rund 200 Mitgliedern vom 13. bis 15. Juni sein 50. Heimatfest. Bis dahin hofft man auf Nachwuchs bei den Bandweberei-Führungen und auf handwerkliche Kontakte, damit das Museum erhalten bleibt.
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