Großes Fest: Vierzig Jahre Kinderschutzbund Hattingen/Sprockhövel

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Martin Rösner und Christa Heinbruch vom Team-Vorstand mit dem Plakat zum Fest anlässlich des vierzigsten Geburtstag. Foto: Pielorz
Hattingen: Kinderschutzbund |

Am 11. Juni 1976 wurde in Niedersprockhövel im „Dorfkrug“ der Ortsverband Hattingen/Sprockhövel des Deutschen Kinderschutzbundes gegründet. Am Samstag, 11. Juni, 10 bis 14 Uhr, wird im Steinhagen und dem St.-Georgs-Viertel der vierzigste Geburtstag mit einem bunten Programm gefeiert. Musikalisch „was auf die Ohren“ gibt es dabei von Jazzpana, der Music Factory und der Schülerband der Mathilde-Anneke-Schule unter der Leitung von Andreas Lensing.

Doch zunächst ein Blick zurück in die Geschichte: Noch im ersten Jahr des Bestehens wurde eine Babysittervermittlung aufgebaut, gut erhaltene Kinderbekleidung gesammelt sowie erste Familienhilfe geleistet. Ziel der jungen Ortsgruppe war es, sich dem Schutz der Kinder zu widmen und die Bevölkerung aufzuklären. Dazu gab es 1979 einen Autokorso vom Hattinger Rathaus durch die Stadtteile Welper und Holthausen und eine Ausstellung in den Hattinger Filialen der Sparkasse. Hausaufgabenbetreuung und Hilfe sowie die Mitwirkung an den Abenteuerspielplätzen kommen schnell als Aufgaben hinzu.
In Zeiten, in denen der ein oder andere Klaps durchaus noch als probates Erziehungsmittel galt, hatten Plakate mit der Aufschrift „Schläge sind kein Erziehungsmittel“ ihren richtigen Platz.
Noch gibt es in den Anfängen keine eigenen Räumlichkeiten. Die kommen erst drei Jahre später in der Birkenstraße 14 dazu. Endlich gibt es ein Büro für Kontakt und Beratung und für die Treffen der Mitglieder. Damit bieten sich auch Möglichkeiten für Spiel- und Bastelangebote und für einen Tag der offenen Tür. Dieser wird erstmals 1982 durchgeführt. Ein Jahr später bekommt der gemeinnützige Verein die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe.
Der Kinderschutzbund stellt an Schulen seine Arbeit vor, engagiert sich mit Aktionen gegen Kriegsspielzeug und Alkohol bei Minderjährigen. 1988 weist er mit einer Unterschriftenaktion auf die schlechte Spielplatzsituation in Hattingen hin. In den neunziger Jahren gibt es zahlreiche Spielplatzpaten, die eine Verbesserung der Situation zu erreichen versuchen.
Themen der Zeit wie der Umgang mit dem Computer kommen hinzu.
Der Kinderschutzbund kümmert sich um Themen wie sexueller Missbrauch und Verkehrssicherheit. 1994 ist er erstmals im Jugendhilfeausschuss der Stadt Hattingen vertreten und kann sich nun auch politisch Gehör verschaffen.
Immer wieder initiiert die Ortsgruppe des Kinderschutzbundes Aktionen gegen Gewalt und Aggression. Projekte mit diesen Themen werden an verschiedenen Schulen unterstützt, zum Beispiel das Theaterprojekt an der Hauptschule im Gymnasium Holthausen 2001 und Projekte an der Gesamtschule Welper 2003.
2002 erhält die Ortsgruppe durch den Rotary-Cub den Hattingen-Preis für sein nachhaltiges soziales und pädagogisches Engagement. Fünf Jahre später kommt auch die „Dankeschön-Medaille für ehrenamtliches Engagement“ von der Sparkasse dazu.

Themen verändern sich wie die Gesellschaft

2004 wird erstmals ein Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder“ angeboten. 2005 bezieht der Kinderschutzbund seine neuen Räumlichkeiten an der Friedrichstraße, wo er bis heute seine Angebote durchführt.
Und die können sich sehen lassen. Zusätzlich zu vielen Festen, bei denen der Kinderschutzbund aktiver Partner ist (zum Beispiel am Weltkindertag), gibt es neben dem Kleiderladen Projekte wie „babybedenkzeit“ für schwangere Jugendliche und „Seiteneinsteiger“ für junge Flüchtlinge, die in den Ferien spielerisch Deutsch lernen können. Kindergeburtstage im öffentlichen Raum für diejenigen, die finanziell und räumlich sonst keine Möglichkeit haben, ihren Geburtstag zu feiern, gibt es ebenso wie einen Stammtisch am letzten Donnerstag im Monat, 19 Uhr, der im Wechsel in Hattingen und Sprockhövel stattfindet. Genaue Termine stehen auf der Homepage des Kinderschutzbundes Hattingen/Sprockhövel.
„Manche Themen haben sich im Laufe der Jahrzehnte genauso verändert wie die Gesellschaft“, sagt Martin Rösner, der zusammen mit neun weiteren Mitgliedern zum Team-Vorstand gehört. „Wir planen die Gründung einer Gruppe für Scheidungskinder. Unsere Hauptarbeit ist aber die Unterstützung bei verschiedenen Projekten wie zum Beispiel dem Ferienspaß oder Freizeiten. Der Kinderschutzbund verändert sich in seinen Themen und Schwerpunkten genauso wie die Gesellschaft. Lange Jahre war beispielsweise die Babysittervermittlung ein Renner, heute organisieren die Eltern das mit Hilfe sozialer Medien oft selbst. Und die Kinder werden auch heute öfter mitgenommen als das vor Jahren der Fall war.“
Drei Vorsitzende, Hilde Klein, Heidemarie Lietz und Andreas Gehrke, haben dem Kinderschutzbund in Hattingen und Sprockhövel ein prägendes Gesicht gegeben. Heute kümmert sich ein zehnköpfiger Team-Vorstand, bestehend aus sechs Frauen und vier Männern, um die ehrenamtliche Arbeit. Und die man kann bei einem großen Fest am Samstag, 11. Juni, 10 bis 14 Uhr, im Steinhagen und dem St.-Georgs-Viertel erleben. Musik, Akrobatik, Einrad, Zauberer, Mal- und Fotoaktionen, Steel Darts, Pantomime, kreative Angebote und vieles mehr laden die Besucher zum Feiern ein. Der Kleiderladen und die Geschäftsstelle an der Friedrichstraße 2 gleich gegenüber haben geöffnet. Dort kann man sich über die Arbeit informieren und vielleicht auch mitmachen – beispielsweise sucht der Kleiderladen noch Ehrenamtliche zum Helfen. Wer also etwas Zeit erübrigen kann, sollte sich direkt mit dem Ortsverband des Kinderschutzbundes in Verbindung setzen.
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