Kartenwunsch aus Kanada

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Hattingen: Reschop Carre |

Da staunte Bernd Jeucken dieser Tage nicht schlecht: Elektronische Post aus Kanada bekommt auch der Leiter der Stadtbibliothek nicht alle Tage.

Aber fangen wir mit unserer kleinen Geschichte über alte Verbundenheit und Generationen übergreifende Liebe zu Sprache und Kultur ganz vorne an, mit der E-Mail selbst nämlich:
„Liebe Kolleginnen in der Stadtbibliothek Hattingen!
Ich wende mich mit einer etwas kuriosen Bitte an Sie: Ich (alte” Hattingerin) lebe mit meiner Familie in Kanada; wir reisen Ende nächster Woche zur Familienweihnacht an. Ich hatte schon vor Wochen meine (86jährige) Mutter gebeten, meiner Tochter Karten für Ihre Lesestunde am 21. Dezember zu kaufen.
Nun liegt meine Mutter bis mindestens nächste Woche im Krankenhaus und ihre größte Sorge (verbunden mit ungesunder Aufregung) ist, dass sie ihrem Enkelkind keine Karte kaufen kann, da wir alle den Vorverkaufsbeginn vor Ort verpassen werden.
Ob Sie so nett wären, meiner Tochter Leena (fast 5) und ihrem kleinen Freund Yann (fast 6) verbindlich zwei Karten zurück zu legen? Mein Kind wächst dreisprachig auf, es ist mir sehr wichtig, dass sie sich bei unseren raren Deutschlandbesuchen eingebunden fühlt und, genau wie ihre Mama als Kind und ihre Oma, die Stadtbücherei Hattingen benutzt. Sie haben mein Ehrenwort, dass wir definitiv kommen und die raren Plätze nicht verfallen lassen.“
Natürlich konnte Bernd Jeucken der (fast) verzweifelten Jutta Brendemühl helfen, die als Programm-Koordinatorin beim Goethe-Institut im kanadischen Toronto tätig ist. „Die Karten sind zurückgelegt und wir freuen uns auf die beiden jungen Besucher aus dem fernen Kanada“, sagt Bernd Jeucken.
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