"WiR auf der Höhe" schaffen eine Mitte

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"Daumen hoch" für die Quartiersentwicklung im Rauendahl. Dafür setzen sich die Teilnehmer des Projektes unter Leitung von Gabriele Krefting (links im Bild) ein. Foto: Pielorz
Hattingen: Kinder- und Jugendtreff Rauendahl |

Für die Quartiersentwicklung im Stadtteil Rauendahl hat sich eine Gruppe gegründet. Im Mittelpunkt steht vor allem der Gedanke, auch als älterer Mensch in seinem Stadtteil wohnen zu bleiben. Doch genauso wichtig ist die Begegnung miteinander, mit jungen Menschen und solchen mit Migrationshintergrund. Jetzt hat sich die Gruppe einen Namen gegeben und will ihren Stadtteil zu Fuß erkunden, um Missstände zu entdecken.

„WiR auf der Höhe“, hinter der Abkürzung verbirgt sich „Wir im Rauendahl“. Und die Höhe hat natürlich etwas mit der geographischen Lage zu tun. Doch der Begriff schafft Spielraum für Interpretation. Das Image vom Rauendahl war und sei schlecht, sagen die Teilnehmer der Gruppe selber. Der Stadtteil würde zu Unrecht mit geringer Bildung assoziiert, man sehe den hohen Migrationsanteil von außen oft negativ. Man sehe nicht oder nur selten die Chancen, die sich ergeben würden. An einer Veränderung will die Gruppe unter Führung von Quartiersentwicklerin Gabriele Krefting arbeiten.
Zum fünften Mal hat sich die Gruppe jetzt getroffen. Edelgard und Wolfgang Brauksiepe sind gekommen, um einfach mal zu gucken. Sie haben von dem Termin aus der Zeitung erfahren und wollten dabei sein, wenn sich in ihrem Stadtteil vielleicht bald etwas ändert. „Wir wohnen fast vier Jahre hier und es gefällt uns. Aber wir wollten sehen, was die anderen sagen und was man noch verbessern kann“. Bernhard Graw hat viele Fotos gemacht. Von Dingen, die ihm negativ aufgefallen sind. Zum Beispiel die Kreuzung Rauendahlstraße und Munscheidstraße. „Mit dem Rollator kommt da niemand her. Die gehen dann auf die Straße“, sagt er. Auch Margrit Eckey kennt diese Ecke. „Für junge Leute mit Kinderwagen ist das auch nicht besser“, sagt sie.
Das ist auf jeden Fall ein Mißstand, den sie dem „Aktionsbündnis Wohnen“ mitteilen wollen. Die tagen nämlich bald im Kinder- und Jugendtreff im Rauendahl und wollen eine Mängelliste haben. Sonja Preuß, die früher in Niedersprockhövel wohnte, erklärt: „Ich bin hier, weil ich auch einmal längere Zeit nicht so mobil gewesen sind. Da habe ich erfahren, wie schwierig das ist, wenn man gewisse Dinge nicht mehr kann. Jetzt möchte ich mit Ideen dazu beitragen, dass sich das Wohnumfeld verbessert und wenn ich mal alt bin, sich dann vieles zum Guten gewandt hat“.

Begehung des Quartiers am 18. April

Schlechte Fußwege kennen die Teilnehmer alle. Auch fehlende Hundetoiletten werden moniert. Hunde, ja, die gäbe es viele im Rauendahl. Aber mit der Entsorgung des Geschäftes, da hapere es gewaltig.
Einige der Teilnehmer haben sich erst hier in der Runde kennengelernt, andere kennen sich schon länger und sind sich im Stadtteil begegnet. Früher, erzählen sie, habe es in der Rauendahlstraße auch eine Altenstube gegeben. Doch die gäbe es schon lange nicht mehr. Im Bereich Mausegatt und Munscheidstraße fällt ihnen ein Treffpunkt draußen ein. Hier stehen Bänke und eine Pflasterung gibt es auch schon. Aber es fehlen Tische. Und man könnte den Platz schöner gestalten. Eine „Bücherzelle“ fällt Gabriele Krefting ein. So kann man sitzen, sich unterhalten und ein Buch ausleihen und lesen.
Manche haben aber Zweifel. „Das ist Theorie“, meint Wolfgang Brauksiepe. „Dann machen wir doch eine Praxis daraus“, sagt Sonja Preuß. „Man muss doch irgendwo anfangen und es versuchen“.
Eine „Mitte im Quartier schaffen“, das ist der Wunsch der Teilnehmer. Und die hwg kann mit ins Boot geholt werden, denn sie unterstützt das Landesprojekt in Hattingen. Und sie hilft, das Rauendahl zu verschönern. So bietet sie beispielsweise einen „Blumenmarkt“ an. Wer in einer hwg-Wohnung im Rauendahl lebt, wird angeschrieben, kann Blumenmarken kaufen und am 27. April ab 13 Uhr auf dem Platz des ehemaligen Wochenmarktes Blumen für seine Balkonkästen erwerben. So blüht das Rauendahl auf…
Auch für die erste Quartiersbegehung steht ein Termin fest: Schon am kommenden Montag, 18. April, 14 Uhr, soll es soweit sein. Treffpunkt ist der Kinder- und Jugendtreff an der Munscheidstraße 12b. Gern gesehen sind Rauendahler mit Handicap, zum Beispiel mit Rollator, Rollstuhl oder Stock, die mit der Gruppe durch die Straßen gehen können, um den Finger in die Wunden zu legen und zu zeigen, wo Handlungsbedarf ist.
Und wer Kontakt zu jüngeren Migranten sucht, für den gibt es auch einen Termin: Am 19. Mai ab 17.30 Uhr wollen junge Türkinnen gemeinsam mit anderen Menschen kochen. Ältere Rauendahler sind gern gesehen, zum Mitkochen und gemeinsamen Essen. Anmeldung bei Gabriele Krefting unter Telefon 02324/204-5552. Im Kinder- und Jugendtreff bietet sie auch eine Sprechstunde an, in der Regel montags von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr.
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