Jugendkultur ohne Scheu - Ferit Altas pusht das JKC Kamen

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Ein Mann auf Mission: JKC Kamen-Leiter Ferit Altas.
 
„Immer her mit Ideen für Veranstaltungen. Wir unterstützen das gerne!“ Ferit Altas, Leiter des JKC Kamen
Kamen: JKC |

Das Jugendkulturcafe (JKC) galt als Treff von Jugendlichen mit hoher krimineller Energie. Heute ist das JKC für generationsübergreifendes Programm und positive Atmosphäre über die Stadtgrenzen bekannt.

„Wir versuchen es den Jugendlichen mit dem Wegziehen nach dem Abi nicht leicht zu machen“, schmunzelt Ferit Altas, der seit 1997 die Fäden im JKC zieht. Geschult durch das Aufwachsen an der Dortmunder Brückstraße in den Siebzigern und Achtzigern (inklusive WG und Arbeit mit den Machern des legendären Dortmunder Clubs „Spirit“) kommt er als Sozialhelfer nach Kamen und versucht mit der schlechten Stimmung im Jugendtreff aufzuräumen. „Wenn ich für eines bekannt bin, dann ist es für Klugscheißerei und mein Helfersyndrom“, so der JKC-Manager selbstironisch.

Liebe und Verstand

Dem 53-Jährigen mit arabischen Wurzeln gelang es, dass scharfe Waffen, Schlägereien und Drogen im JKC-Umfeld verschwanden, auch wenn ihm dafür selber schon mehrfach aufgelauert und Mord angedroht wurde. „Für mich ist aber Helfen und Kümmern mit Liebe und Verstand selbstverständlich. Auch wenn es schwierig ist. Ich komme aus einer großen Familie. Da passt man auf sich gegenseitig auf“, resümiert Altas.
Über die Jahre hat sich das Publikum im JKC geändert, das Spektrum ist breiter geworden. In der klassischen Jugendarbeit gibt es einen offenen Kochkurs, bei dem etliche 13- bis 20-Jährige regelmäßig teilnehmen, und Workshops plus Treffen verschiedener Gruppen, denen mindestens drei Tage im JKC alleine gehören, sowie einen Park mit Skateboard-Areal, wo im Sommer ein Contest gefahren und mit einem Parkfest gefeiert wird.
Die Grenze zum Veranstaltungsbereich ist im JKC fließend. Wenn Jugendliche eine Party, Konzert, Ausstellung oder einen Thementag initiieren möchten, dann hat das für Altas Vorrang vor anderen Veranstaltungen.

Open-Mindness und Street-Knowledge

„Wir sind open-minded. Das darf gerne in jegliche Musik- oder Kunstrichtung gehen“. Neben Musikveranstaltungen gab es schon den Inklusionstag „All-In“, ein Ausstellungsprojekt mit der Kunstakademie Düsseldorf, Graffitiaktionen mit dem Lokalhelden Keza, einen Fair-Trade-Tag, Essen und Feiern mit verbundenen Augen beim „Blinden Vertrauen“, wiederkehrende Poetry Slams, ein Retro-Gaming-Event und vieles mehr.
Gerade für seine Konzerte ist das JKC auch regional bekannt. „Wir machen alles von Punk bis Dark bis Blues, Singer und Songwriter etc. Würden aber auch gerne andere Musikrichtungen präsentieren. Seit 2011 läuft HipHop nicht mehr so gut und schade, dass Kamen so klein ist und wir für elektronische Clubmusik zu kurze Öffnungszeiten nach hinten raus haben“, ergänzt Max Engels, einer der vielen, oftmals auch ehrenamtlich wirkenden Helfer im JKC.
Aber auch so ist der Veranstaltungskalender voll. Zum Beispiel mit der beliebtesten Veranstaltung im Jugendtreff, der monatlichen „Jam Session“. Altas ist begeistert: „Das vorherige Mal war der zehnjährige Simon auf der Bühne und der 70-jährige Bluesmusiker Thomas Vieth. Ein Renner ist auch das Kleinkunst-Festival „Mikrowelle“ für welches das Publikum und die Teilnehmer aus dem ganzen Ruhrgebiet anreisen. Das absolute Highlight, das war für Ferit Altas das Festival „Stadt der Farben“ (2001 bis 2005), bei dem 800 Bürger zusammengekommen sind, um eigenes, internationales Essen miteinander zu teilen.

Teilen und gemeinsam Feiern

„Auch wenn das Festival dann irgendwann nicht mehr genug Leute gezogen hat, so ist hier was in Bewegung. Ich kann eigentlich nicht sagen, dass es in Kamen zu wenig Jugend- oder Subkultur gibt. Andere Kommunen in der Größe beneiden uns, dass wir einen solchen Betrieb aufrecht erhalten können“, fasst Altas seine Stimmungslage zusammen. Es wird also mit positivem Drive weitergehen, denn, so der sympathische JKC-Mann auf Mission weiter, „das Selbermachen in dem Stile, das gibt es so nicht viel in anderen Städten. Wir wollen eine Grundlage dafür schaffen, dass Jugendliche und offenen Menschen einen gemeinsamen Ort haben“.
Weiteres zum JKC-Programm unter http://www.jkc-kamen.de/.
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