Ehrenamtlicher Mitarbeiter entdeckte prähistorische Ackerfluren im Reichswald

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li. Dr. Marion Brüggler, Mi. Theresa Langewitz, re. Peter Bruns
Kleve: Reichswald | Die prähistorischen Ackerfluren im Reichswald wurden durch Peter Bruns (ehrenamtlicher Mitarbeiter beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland) durch das Studium der Digitalen Geländemodelle - Schummerung (DGM-Schummerung) entdeckt. Die Geländemodelle, die durch „wegrechnen“ der Vegetation entstehen sind öffentlich einsehbar bei TIM-onlineNRW.

Das LVR‐Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Xanten, hat nun zwei Grabungsschnitte durchgeführt um die Erhaltung und das Aussehen zu prüfen. Für die Universität zu Köln werden durch Theresa Langewitz geoarchäologische Proben entnommen, die nach einer Analyse Aufschlüsse darüber geben können was dort angebaut wurde.
Die jetzt entdeckten Ackerfluren, auch „Celtic Fields“ (Keltische Felder) genannt, haben nichts mit den Kelten zu tun, der Name bezieht sich auf die Felder die man zuerst in England entdeckte. Hier am Niederrhein ist es die erste Entdeckung, wobei in den Niederlanden auch einige Felder bekannt sind.
Ab der späten Bronzezeit wurden in den nordeuropäischen Sandgebieten die sog. „Celtic Fields“ angelegt. Die hier gefundenen Felder dürften vom germanischen Stamm der Bataver oder deren Vorgängern angelegt worden sein. Es handelt sich um rechteckige Flächen von 20 bis 60 m Größe, die von breiten Erdwällen umgeben sind und zur Abgrenzung/Windschutz aufgeschüttet wurden. Die Fluren liegen nebeneinander und bilden Systeme von oft mehreren Hektar Größe, hier sind es an die 33 ha. Die Erhaltung der Wälle ist mit ca. 20 cm Höhe nur noch gering, ihre Breite beträgt zwischen 8 und 10 Metern. Vor Ort sind sie kaum noch auszumachen. Das Ende der „Celtic Field“ Bewirtschaftung ist in der römischen Zeit zu suchen bis ca. 4./5. Jh. n. Chr. Die heimischen Bauern ließen sich also wenig durch die Römer beeinflussen, treu nach dem Motto: "Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich."
Von anderen „Celtic Fields“ ist bekannt, das dort Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse Saubohnen, Erbsen, Linsen, Löwenzahn, Brennnessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel und Kohl angebaut wurden. Neben der Landwirtschaft wurden auch Rinder, Schafe und Schweine gehalten.
Andere Siedlungsspuren konnten nicht nachgewiesen werden, was auch schwierig ist, da die Hütten und Höfe aus dem schnell vergänglichem Material Holz gebaut wurden. Doch ganz in der Nähe gibt es einige Grabhügel, die mit den Feldern in Zusammenhang stehen könnten.

Geleitet wurde die Grabung von Dr. Marion Brüggler, Archäologin, Wissenschaftliche Referentin, LVR - Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland der
Außenstelle Xanten
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2 Kommentare
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Jochen Menk aus Oberhausen | 21.07.2016 | 15:55  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 21.07.2016 | 19:02  
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