Ende für Sekundarschule: So wütend sind die Lehrer

Anzeige
Die Sekundarschule Kleve an der Ackerstraße
Kleve: Sekundarschule Kleve | Ziemlich wütend ist das Kollegium und das Schulleitungsteam der Sekundarschule über den Beschluss des Klever Stadtrates, die Sekundarschule zum 31. Juli 2017 zu schließen und statt dessen zum 1. August 2017 eine neue sechszügige Gesamtschule zu gründen. Ein offener Brief vom 17. November 2016 macht das deutlich:

"Wir, das Kollegium der Sekundarschule, können diesen Ratsbeschluss nicht verstehen, sind bestürzt und wütend. Der oben genannte Ratsbeschluss entspricht in keiner Weise dem Willen der Eltern, der Schülerinnen und Schüler sowie dem Lehrerkollegium und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Sekundarschule Kleve. Die Schulkonferenz der Sekundarschule hat sich einstimmig für eine Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamt-
schule ausgesprochen. Die Fraktionen der Grünen und der CDU lassen unserer Schule noch nicht einmal Zeit, sich bis einschließlich der Klasse 10 zu entwickeln und befürworten auch keine Umwandlung zur Gesamtschule, die dem pädagogischen Profil unserer Schule entspricht. Ein seit April 2016 laufender positiver Beratungsprozess mit der Bezirksregierung als Fachaufsicht und politischen Gremien in Richtung Umwandlung wird außer Acht gelassen und ignoriert. Mit Befremden nehmen wir wahr, dass geprüften Aussagen der Bezirksregierung keinen Glauben geschenkt wird und mit den Beteiligten die veränderte Antragsstellung nicht besprochen wird. Zudem widerspricht der Beschluss des Rates der Stadt Kleve allen Veränderungsprozessen innerhalb der Bezirksregierung bezüglich der Entwicklung der Sekundarschulen: Landesweit werden Sekundarschulen in Gesamtschulen umgewandelt – aktuelle Beispiele sind Düsseldorf, Tönisvorst und Jüchen – keine einzige Sekundarschule wird aufgelöst.
Wir haben uns in fünf Jahren Aufbauarbeit eine hohe pädagogische Kompetenz sowie Fachwissen in vielen aktuellen schulischen Themenfeldern (Umgang mit Heterogenität, individuelle Förderung, Inklusion, Berufsorientierung an einer inklusiven Schule usw.) erarbeitet und weiterentwickelt. Es gelingt uns, Schülerinnen und Schüler dahingehend zu motivieren, Verantwortung für ihren Bildungsweg zu übernehmen. Wir denken Schul- und Unterrichtsentwicklung vom Ende her und haben gymnasiale Standards sowie einen möglichen Übergang in die Oberstufe immer im Blick unserer Planungen. Erste Konzeptentwürfe für eine Oberstufe und dadurch bedingte veränderte Schwerpunktsetzungen sind schon entwickelt worden. Gleichzeitig haben wir auch andere Bildungswege und Abschlüsse im Blick und bereiten auch in diesen Bereichen gesicherte und erfolgreiche Übergänge vor.
670 Schülerinnen und Schüler fühlen sich nicht ernst genommen und sind verunsichert. Engagement und Hoffnungen unserer Elternschaft, die sich in der aktuellen Situation mit unermüdlichem Einsatz und gezielten Aktionen für den Ausbau ihrer Schule – einer Schule mit der sie zufrieden sind - einsetzen, werden enttäuscht und brüskiert. Der Elternwille zählt an dieser Stelle nicht mehr.
Eine Auflösung der Sekundarschule bedeutet für uns, dass unser leistungsfähiges und teamorientiertes Kollegium auseinandergerissen wird. Unsere Kompetenz, unser Fachwissen und Sachverstand könnte bei einer Umwandlung in eine Gesamtschule weiterhin erfolgreich genutzt werden."

Lesen Sie auch:

Klever Schulpolitik: CDU-Fraktion greift massiv die Verwaltung an

SPD und FDP in Bedburg-Hau: Klever Rat soll seinen Beschluss noch einmal überdenken

Widerspruch gegen Beschluss "Sekundarschule / Gesamtschule"
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.