Grußwort von Bürgermeisterin Sonja Northing zum Jahreswechsel 2015/2016

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Klevs Bürgermeistern Sonja Northing
Liebe Bürgerinnen und Bürger,

als neue Bürgermeisterin der Stadt Kleve freue ich mich, dass ich zum Jahreswechsel ein Grußwort an Sie richten darf!

In diesen vorweihnachtlichen Tagen stelle ich fest, dass das Jahr mal wieder wie im Fluge vergangen ist. Die Zeit wird immer schnelllebiger. Sich Ruhe und Erholung zu gönnen, sich zurück zu lehnen und die Zeit Revue passieren zu lassen, macht nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit Sinn. Nutzen Sie doch bitte diese Zeit, um anzukommen, sich zu besinnen und sich an einige der Ereignisse des Jahres zu erinnern.

Zu Beginn des Rückblicks ein besonders erfreuliches Ereignis: der große Erfolg beim WDR 2 Sommer Open Air. Nachdem Kleve sich zur Teilnahme an der Stadtaufgabe qualifiziert hat, galt es am 9. März 2015, innerhalb von fünf Stunden eine Schleuse mit einer typischen niederrheinischen Landschaft zu bauen und anschließend 200 Liter Wasser über eine Distanz von 100 Metern in einer Minute zu schleusen. Durch die Unterstützung von so vielen Klevern konnte die Aufgabe mit Bravour erfüllt werden. Im anschließenden Quiz gab das Rateteam um Wiltrud Schnütgen, Dr. Kurt Kreiten und Bürgermeister a. D. Theodor Brauer die meisten richtigen Antworten, nämlich 19, so dass in Kleve am 20. Juni 2015 verschiedene gelungene Veranstaltungen stattfanden und vor allem das große Sommer Open Air mit Andreas Bourani, Marlon Roudette und Madcon bei toller Festival-Atmosphäre gefeiert werden konnte. Ein Riesenfest für ganz Kleve.

Eine Veranstaltung, die in diesem Jahr ebenfalls Premiere hatte, war der erste ökumenische Stadtkirchentag am 21. Juni 2015. Unter dem Motto „Salz der Erde“ und auf einem „Markt der Möglichkeiten“ wurde eine breite Palette der verschiedenen christlichen Engagements in Kleve gezeigt. Ich hoffe, dass sich diese Veranstaltung wiederholen lässt.

Beeindruckende und nachdenklich stimmende Veranstaltungen waren die Feierstunden zur Enthüllung der beiden Hörstellen bei der Kriegsgräberstätte Donsbrügger Heide und an der Heideberger Mauer in diesem Frühjahr, die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg erlebbar machen.

Gedenken möchte ich an dieser Stelle auch an den am 10. Juli 2015 verstorbenen Pfarrer Fritz Leinung. Im Oktober 2001 wurde Pfarrer Leinung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Kleve verliehen. Sein Wirken stand stets unter dem Leitgedanken der Versöhnung und Verständigung. Pfarrer Leinung setzte sich für die Versöhnung mit den Niederlanden, England und Polen ein. Deswegen ist es auch von Bedeutung, dass im August diesen Jahres eine Klever Delegation aus Rat und Verwaltung zur polnischen Stadt Swinemünde eingeladen wurde, um die Möglichkeiten zur Gründung einer Städtepartnerschaft mit Kleve zu forcieren.

Am 20. August 2015 konnte das Besucherleitsystem (Parkleitsystem) starten. Dieses dient dem Ziel, Nutzern der Parkflächen frühzeitig über die Belegung zu informieren und ortsfremden Besuchern die Parkplatzsuche zu erleichtern.
Im September gab es zwei große Jubiläen zu feiern. Zusammen wurden Sie 100 Jahre alt. Sowohl die Rheinbrücke als auch die Stadthalle Kleve feierten jeweils ihr 50 jähriges Jubiläum.
Aus politischer Sicht war die Bürgermeisterwahl von ganz besonderer Bedeutung. Ich danke allen, die gewählt haben und denjenigen, die mit der Organisation der Wahl betraut waren.

Liebe Kleverinnen und Klever, am 13. September 2015 haben Sie mich mit 64,48 % der abgegebenen Stimmen zu Ihrer ersten Bürgermeisterin gewählt. Dieser Vertrauensbeweis hat mich überwältigt und ich danke Ihnen herzlich. Das Wahlergebnis sehe ich als Verpflichtung und Ansporn für die Zukunft an.

Am 20. Oktober wurde der Bürgermeister a. D. Theodor Brauer mit einem großen Umzug aus Schützenvereinen, Karnevalsvereinen, Feuerwehr und weiteren Gruppierungen mit dem anschließenden Zapfenstreich am Gelände der Hochschule Rhein-Waal feierlich verabschiedet. Ich möchte ihm im Namen der Klever Bürgerinnen und Bürger nochmals für seine geleistete Arbeit und sein Wirken in den letzten elf Jahren danken. Ich wünsche ihm viel Glück und Gesundheit für seinen zukünftigen Lebensweg.

Auch in diesem Jahr wurde Bürgerbeteiligung gelebt. Im Oktober fand eine Öffentliche Platzwerkstatt statt, in der Teilnehmer ihre Ideen und Anregungen für die künftige Gestaltung der Klever City-Plätze einbringen konnten. Die Anregungen fließen in ein Platzkonzept ein, das als Handlungsempfehlung für Politik und Verwaltung dient.
Gleichzeitig befindet sich auch ein Konzept zur barrierefreien Innenstadt in Erarbeitung. Im Rahmen eines gemeinsamen Planungsspaziergangs konnten Bürgerinnen und Bürger Problemstellen aufzeigen sowie Ideen und mögliche Lösungsansätze diskutieren. In einem Ideenworkshop im November 2015 wurden diese ersten Ideen gebündelt. Ein weiterer Schritt in Richtung inklusive Gesellschaft.

Zu erwähnen sind auch die bereits begonnen Arbeiten zur Umgestaltung des Bahnhofsplatzes.

Am 30. Oktober 2015 durfte ich das „Parkpflegewerk Alter Tiergarten/Galleien - Kleve" vom Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering im Klevischen Verein für Kultur und Geschichte e.V. entgegen nehmen. Mit dieser Studie wurde eine wichtige Grundlage zur Weiterentwicklung und zum Erhalt des historischen Kulturerbes für Kleve und die Region geschaffen.

Seit dem 13. November 2015 ist die Stadt Kleve in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen“ für die nächsten sieben Jahre aufgenommen. Dies ist ebenfalls eine Entwicklung, über die wir in Kleve sehr stolz sein können.

Am 16.12.2015 wurde der Etat für das nächste Jahr verabschiedet. Alle Fraktionen im Rat haben es sich zum Ziel gesetzt, Kleves Finanzen gemeinsam zu konsolidieren. In Teilen mag man unterschiedlicher Ansicht sein, im Ganzen steht das Wohl der Stadt Kleve an erster Stelle.

Auch hier bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam Wege und Lösungen finden, um die Finanzspielräume in Kleve zu sichern und weiter auszubauen.

Kleve ist eine wirtschaftlich starke Kommune, die entgegen des demografischen Wandels wächst und sich gewiss auf die Zukunft freuen kann.

Am liebsten beschäftigen wir uns mit den schönen Dingen des Lebens. Leider erreichten uns in diesem Jahr auch schlimme Nachrichten.

Tief betroffen, mit Schrecken erinnern wir uns an die Anschläge in Paris am 13. November 2015. Diese IS-Terrorwelle forderte 130 Tote und 350 Verletzte. Wozu Menschen fähig sind, ist unbegreiflich und unverständlich.

Ein Lichtblick im Dunkeln: auf der ganzen Erde setzten Menschen Zeichen der Solidarität und waren im Mitgefühl geeint. Menschen rücken zusammen und sehnen sich nach Frieden.
Dabei ist es so wichtig, dass jeder Einzelne von uns Hass, Gewalt und fremdenfeindlichen Äußerungen Einhalt gebietet und sich für ein friedliches Miteinander höchstpersönlich, verantwortlich einsetzt.

Der Andrang von Menschen, die vor Krieg und Hunger in ihren Heimatländern fliehen um in Deutschland in Sicherheit zu sein, ist enorm. Der Zustrom an Asylsuchenden steigt auch in Kleve wöchentlich. So wurde im August, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres, die Turnhalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums innerhalb von drei Tagen in eine Notunterkunft für 150 Flüchtlinge umgewandelt. Die Flüchtlinge wurden mit offenen Armen und ganz viel Herz willkommen geheißen. Die Hilfsbereitschaft der Klever war und ist überwältigend. Ich bin besonders stolz darauf, dass Kleve hier Haltung zeigt und sich so engagiert. Ich danke allen Kleverinnen und Klevern aus ganzem Herzen dafür.

Der Flüchtlingsstrom wird auch im kommenden Jahr anhalten. Aus diesem Grund müssen noch weitere Unterbringungsorte neben den Unterkünften an der Stadionstraße, in der ehemaligen Hauptschule Materborn und den dezentralen Unterbringungsorten geschaffen werden.

Deutschland und Europa stehen vor der größten gesamtgesellschaftlichen Aufgabe nach dem zweiten Weltkrieg.

Mir ist bewusst, dass diese rasante Entwicklung Ängste hervorholt. Schaffen wir das? Gibt es eine Obergrenze für Menschlichkeit? Neues, Fremdes, alles kommt so schnell auf uns zu. Wohin wird das alles führen? Fragen, die jeder Einzelne für sich beantworten muss.

Angst ist dabei jedoch kein guter Berater. Sehen Sie die Chancen, die diese Entwicklung für uns alle bringt. Lassen Sie uns gemeinsam die Herausforderung meistern, jetzt zeigt sich wer wir sind und wofür wir eintreten.

Ich bin mir sicher, wir werden unser Bestes geben. Lassen Sie uns gemeinsam mutig sein! Aus einer Willkommenskultur werden wir gemeinsam eine Miteinanderkultur für alle schaffen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, Kleve lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger, die sich im gegenseitigen Respekt füreinander einsetzen. Ich danke Ihnen zutiefst für Ihren enormen Einsatz in allen ehrenamtlichen Bereichen für ganz Kleve.
Ich wünsche Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden wundervolle Weihnachten und für das Jahr 2016 Gesundheit, Mut, Glück, Vertrauen und Frieden.



Liebe Grüße,
Ihre
Sonja Northing
Bürgermeisterin der Stadt Kleve
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