Holgers Kochbuch-Kritik: "Italienische Landküche "- Unterwegs mit den gefräßigen Italienern

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Einfache , aber gute Zutaten: Wir haben eine leckere Frittata zubereitet.
  Mit Gennaro Contaldo und Antonio Carluccio auf einer kulinarischen Reise durch ihre Heimat.

„Italienische Landküche“ ist das zweite Buch der bekannten Italo-Küchenaltmeister Gennaro Contaldo und Antonio Carluccio („Koch-Ziehvater“ von Jamie Oliver). Bekannt sind die zwei u.a. durch ihre englische BBC-Fernsehserie „Two greedy Italians“. Übersetzt: „Zwei gefräßige Italiener“.


Zum Buch, das im Dorling Kindersley Verlag erschienen ist: Italiens Küche ist das schmackhafte Thema. Genauer gesagt die vielen und höchst unterschiedlichen Küchen. Denn Italien ist regional in Sachen kulinarische Vorlieben genauso geteilt wie andere Länder.

Norditaliener Antonio Carluccio und Süditaliener Gennaro Contaldo sind ein perfektes Team. In der Fernsehreihe spielen sich die charmanten Frechdachse höchst unterhaltsam die Bälle gegenseitig zu. Dazu gibt‘s tolle Kochrezepte.
Im Gegensatz zur TV-Serie fehlt dem Buch dieses ganz freche Flair. Dafür punktet es mit anderen Stärken. Denn passend zu den Rezepten kann sich der Leser Zeit lassen, verweilen in den Regionen. Die beiden gefräßigen Italiener nehmen einen mit auf eine Tour durch Italien. Es ist aber nicht zuviel Text um die Rezepte herum, diese Erläuterungen geben dem Buch noch mehr Tiefe, noch mehr Authentizität.

Ein gutes Kochbuch muss aber auch gute Bilder haben. Die tollen Fotos vom bekannten Food-Fotografen David Loftus (macht u.a. die Fotos der Kochbücher von Jamie Oliver) verleihen dem Buch das Prädikat. „Schmöker-Kochbuch“. Wer Italien schon mal bereist hat, wird hier sicher Sehnsucht verspüren.
Zu den Rezepten: Nachgekocht haben wir die „Frittata die Peperoni“, „Spaghetti Pizzaiola“, die „Lasagne Emiliane“ und noch fünf weitere Rezepte. Alle waren sie klasse und wirklich einfach nachzukochen.

Das Schöne an dem Buch: Es beinhaltet einige sehr einfache und für uns klassischen Rezepte, aber auch einige abgewandelte, wie die leicht flammkuchenähnliche „Berg-Pizza“ (absolute Empfehlung), und dazu noch viele eher unbekanntere Italia-Rezepte. „Wurst mit Sauerkraut“ soll italienisch sein? Oh ja, ist es eben auch!
Dass dieses Buch auch ein paar Rezepte mit nicht ganz so leicht aufzutreibenden Zutaten hat (u.a. Stockfisch, Fontina-Käse oder eine bestimmte sardische Nudelart), mag man als kleinen Kritikpunkt werten. Auf der anderen Seite sind es eben genau diese italienischen Zutaten, die das Essen besonders und „original“ machen. Unser Pech also, dass es sie hier schwer zu finden sind.
Und den eigenen Kochhorizont kann man ja oft nur mit Zutaten erweitern, die man sonst kaum nutzt. Ansonsten muss man eben etwas kreativ sein, um diese Rezept für sich passend umzuwandeln.

Mich hat dieses Buch jedenfalls begeistert und das tut es immer noch. Es vermittelt Italien in enorm vielen Facetten. Wer Italien, seine Küche(n) liebt, nicht nur die altbekannten Klassiker haben will, sondern auch neue Kreationen ausprobieren möchte, ist bei den gefräßigen Italienern genau richtig. Das Buch bietet 80 authentische Rezepte, oft robust mit wenig Zutaten, einfach zu kochen und meist ohne viel Schnick-Schnack. Und man lernt Italiens Küchen ganz neu kennen.

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1 Kommentar
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Renate Croissier aus Lünen | 29.11.2014 | 18:26  
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