"Ein Hospiz mitten im Leben" - Spatenstich für besonderen Neubau in Lünen

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Zum symbolischen Spatenstich mit (v.l.) Generalunternehmer Peter Czub, Palliativmediziner Dr. Eberhard Albert Lux, Architekt Björn Schreiter und Bauherrin Constanze Spellerberg schien am Freitagmorgen die Sonne.
 
Die Entwurfsansicht des fertigen Gebäudes am Wallgang. (Foto: abc Hallen)
Der Tod gehört zum Leben dazu. Somit gehört auch ein Hospiz und die Sterbebegleitung mitten in das Leben. Das betonten die Projektbeteiligten des Hospizneubaus an der Holtgrevenstraße. Der Bau soll den Bewohnern je nach Wunsch alle Optionen bieten, Ruhe, Pflege und Unterstützung, aber auch Teilhabe am Leben um sie herum.

Für Bauherrin und Betreiberin Constanze Spellerberg und Palliativmediziner Dr. Lux geht mit dem 3-Millionen-Projekt ein Lebenstraum in Erfüllung.
Der symbolische Spatenstich für das erste Hospiz in Lünen erfolgte am Freitag. „Ein Meilenstein in der Versorgung von Patienten am Lebensende. Und Lünen kann stolz darauf sein“, kommentierte Dr. Eberhard Albert Lux, Chefarzt an der Klinik für Schmerz- und Palliativmedizin am St.-Marien-Hospital Lünen, die Pläne für das Hospiz, die Bauherrin Constanze Spellerberg zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellte.

Das „Hospiz am Wallgang“, das in einem Jahr eröffnet werden soll, bietet Platz für zwölf lebensbedrohlich erkrankte Menschen, die nur noch wenige Tage oder Wochen zu leben haben. „Nicht jeder Mensch hat das Glück, in seinem eigenen Zuhause friedlich einschlafen zu können“, sagt Constanze Spellerberg. „Doch jeder hat das Recht, dass in unserer Gesellschaft alles dafür getan wird, ihm ein selbstbestimmtes, schmerzfreies und würdiges Sterben in einer angenehm und persönlich gestalteten Umgebung zu ermöglichen.“
Das viergeschossige Gebäude in der Lüner Innenstadt mit einer Nutzfläche von 1.200 Quadratmetern, das von dem Lüner Architektenteam Björn Schreiter entworfen wurde und von Generalunternehmer Peter Czub gebaut wird, bietet dafür die Voraussetzungen.

Getragen wird das „Hospiz am Wallgang“ von Constanze Spellerberg. Ein Förderverein, der in den nächsten Monaten gegründet wird, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit für das Hospiz. Für die Gäste ist die Zeit, die sie in dem Hospiz verbringen, übrigens kostenlos: 90 Prozent der Unterbringung finanziert die Krankenkasse, zehn Prozent trägt das Hospiz aus Spenden selbst.
Für Constanze Spellerberg erfüllt sich mit diesem Hospiz ein Herzenswunsch, den sie seit fast 20 Jahren hat – nicht zuletzt durch persönliche Erfahrungen, die sie auf einer Frühchen-Station in Münster erlebt hat. „Wie die Mitarbeiter damals mit den Angehörigen und verstorbenen Säuglingen umgegangen sind, war für mich sehr berührend. Diese Form der Sterbebegleitung war wirklich sehr beeindruckend.“ Dass ihr eigenes Kind sich ins Leben zurückkämpfen konnte, hat sie bis heute geprägt und Einfluss auf das Projekt gehabt.

„Seit Jahren erfahre ich, wie schwierig es ist, akut und langfristig einen Hospizplatz in der Region zu bekommen. In den meisten Fällen, wenn ein Platz frei wurde, war der Patient dann bereits verstorben.“ Das Hospiz soll auch pflegenden Angehörigen eine Möglichkeit der Entlastung schaffen. Nicht nur deshalb ist das „Hospiz am Wallgang“ zwar ruhig, aber zentral gelegen: „Sterben gehört zum Leben dazu, es gehört nicht abgeschoben an den Stadtrand sondern in die Mitte der Gesellschaft“, so Spellerberg.
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