Hunde sind Gefahr für Wild und Jungtiere

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Rehe stürzen in Panik immer wieder in den Kanal, ertrinken dann zwischen den hohen Spundwänden. (Foto: Magalski / Archiv)
Wald und Feld sind die Kinderstube der Tiere - doch auch der Mensch verbringt gerne seine Zeit in der Natur. Das Wild und sein Nachwuchs ziehen dabei oft den Kürzeren, sagt Bernd Diehl und hofft auf mehr Rücksicht.

Vier Jahre ist es her, da berichtete Bernd Diehl im Lüner Anzeiger schon einmal von Schwierigkeiten im Revier, etwa mit freilaufenden Hunden. "Die Situation ist nicht besser geworden, gerade jetzt in der sogenannten Brut- und Setzzeit, wenn es viele Jungtiere gibt, ist das ein echtes Problem", sagt Diehl. Der Dortmunder ist Jagdaufseher in der rund dreihundert Hektar großen Gahmener Jagd rund um das Freibad an der Bergstraße. Felder und Wasser, Wald und Wiesen gehören zum Revier und so lockt die Ecke auch viele Spaziergänger. Menschen, die einfach die Natur genießen wollen und auf den offiziellen Wegen bleiben, sind dabei gar nicht das Thema. Diehl ärgert sich nach eigener Aussage vielmehr über das Verhalten mancher Hundehalter. Ihre Vierbeiner, die ohne Leine durch das Revier laufen, stöbern im Unterholz, in Wiesen und Feldern die Jungtiere auf oder verschrecken die Eltern.

Fehlverhalten wird zur ernsthaften Gefahr

Wenn Hunde dem Jagdtrieb erliegen und die Halter völlig die Kontrolle verlieren, endet das für das Wild im schlimmsten Fall mit Verletzungen oder sogar dem Tod. Rehe stürzen auf der Flucht auch immer wieder in den Datteln-Hamm-Kanal. Schwimmen können die Tiere zwar, doch werden Erschöpfung und die hohen Spundwände häufig zur Todesfalle. Bernd Diehl setzt auf Gespräche mit den Hundehaltern, doch die Einsicht, dass ihr Fehlverhalten für das Wild zur ernsthaften Gefahr werden könne, ließen einiger der Gassigänger vermissen, sei seine Erfahrung. Der Dortmunder wünscht sich im Sinne eines guten Miteinanders und vor allem der Tiere mehr Rücksicht und Verständnis.

Nachtsichtgeräte im Kampf gegen den Müll

Müll ist im Revier das zweite große Problem. Autoreifen, alte Möbel, Hausmüll und viele andere Dinge landen da in der Natur. Die Täter kommen oft im Schutz im Dunkelheit, um nicht entdeckt zu werden, doch wiegen sich die Müllsünder in falscher Sicherheit. Bernd Diehl und seine Mitstreiter haben aufgerüstet mit moderner Technik. Dank Nachtsichtgeräten erkennen sie auch am späten Abend und in der Nacht Kennzeichen und Gesichter - und erstatten konsequent Anzeige gegen die Täter. In Lünen drohen dann Strafen im vierstelligen Bereich.

Thema "Wild" im Lokalkompass:
> Hund hetzt Reh in Tor am Schulzentrum
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2 Kommentare
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Andreas Brinck aus Lünen | 25.04.2017 | 20:00  
Daniel Magalski aus Lünen | 25.04.2017 | 20:10  
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