Team kämpfte für die "Mission Weltmeister"

André Schild schleppt eine achtzig Kilo schwere Puppe über die Bahn. Zwei Kameraleute begleiten seinen Lauf. (Foto: Magalski)
 
Gruppenfoto mit den Staffel-Gegner aus Kapstadt in Südafrika. (Foto: Magalski)
Feuer löschen hat diese Truppe drauf, Menschen retten ist kein Problem - aber haben sie auch das Zeug zum härtesten Feuerwehrmann der Welt? Feuerwehrleute aus Lünen machten bei der Meisterschaft der Retter den Test. Der Lüner Anzeiger sponserte das Team und begleitete die Gruppe am Mittwoch in Hannover.

Die Sonne scheint heiß vom Himmel an diesem Mittwoch auf der Messe Interschutz in Hannover, für die Lüner gibt's aber weder die Chance auf T-Shirt noch kurze Hose. Die Einsatz-Uniform ist im bei "Toughest Firefighter Alive" - in diesem Jahr die Weltmeisterschaft der Feuerwehren - Pflicht und als ob das nicht genug wäre, kommt auf den Rücken noch die schwere Flasche mit der Atemluft. Höchstleistung müssen die Feuerwehrmänner an vier Stationen bringen, denn schafft ein Teilnehmer seine Aufgabe nicht im knappen Zeitlimit von vier Minuten pro Prüfung, ist Ende - für die ganze Gruppe! David Bensch, Sebastian Beier, Mike Neutzner, Rüdiger Böckstiegel, Julian Magalski, André Schild, Denis Tintelott und Philip Michael trainierten an der Wache an der Kupferstraße in Lünen deshalb sechs Monate für die Weltmeisterschaft der Feuerwehrleute bei der Interschutz. Montag starteten dann die ersten Lüner in den knallharten Einzelläufen für den "Toughest Firefighter Alive" und Mittwoch stand die Staffel auf dem Programm. Das Team aus Lünen läuft gegen Südafrika, die Gegner kommen aus Kapstadt und sind alte Hasen im Kampf um den Titel des härtesten Feuerwehrmanns. Die Temperaturen in Hannover, unter denen die deutschen Kollegen schon mächtig schwitzen, sind für die Südafrikaner ohnehin eher ein Klacks. "Vierzig Grad sind bei uns in Kapstadt kein Problem", erzählt Firefighter Mark.

Wendeltreppe ist eine harte Nummer

Der Hermes-Turm, die Landmarke auf dem riesigen Messegelände, ist die erste Station im Staffel-Wettkampf. Der Aufzug bringt Besucher in Sekunden auf die Aussichtsplattform in über sechzig Metern Höhe. David Bensch muss die Wendeltreppe nehmen - fast vierhundert Stufen, immer im Kreis. Sein Kollege aus Südafrika ist als Erster gestartet, eine Minute später kommt das Signal für David. Countdown. Drei. Zwei. Eins. Los! David stürmt die Treppe hinauf und seine Ehefrau Katharina gibt oben auf dem Turm Vollgas, motiviert ihren Mann mit lauten Rufen. David kämpft sich im engen Turm die endlosen Stufen hoch bis zur Besucherplattform, stürzt aus der Tür und schlägt den roten Knopf: Das Start-Signal für Denis Tintelott. Der Feuerwehrmann ist der Wettkämpfer für die nächste Station. Seine Mission: Zwei Schläuche, insgesamt achtzig Meter, bis zu einer Markierung ziehen und direkt im Anschluss zwei weitere Schläuche rollen und in eine Box legen - diese Aufgabe geht unter Zeitdruck noch mehr an die Substanz. Fans und Freunde feuern hinter der Absperrung an und mit dem Gedanken an die anderen Team-Mitglieder mobilisiert der junge Lüner die letzten Kräfte. Geschafft!

Lüner haben die Europameisterschaft fest im Blick

André Schild, der dritte Teilnehmer in der Staffel, darf ab diesem Moment den Vorschlaghammer packen und hämmert das schwere Gewicht auf der sogenannten "Keiser Force Machine" mit wuchtigen Schlägen Richtung Markierung. Weiter im Parcours! Einen Kanister packen, zwei Mal durch einen Tunnel ziehen, dann wartet der Dummy. Die Puppe hat es in sich, ist insgesamt achtzig Kilo schwer und so groß wie ein echter Mensch. André zieht sie achtzig Meter durch den Parcours, wirft den Pressluftatmer zu Boden und klettert noch über eine drei Meter hohe Wand und schlägt den Final-Knopf. Die Hoffnung des Team liegt nun auf Philipp Michael, dem vierten Staffelläufer an diesem Tag. Zwei Kanister, insgesamt rund vierzig Kilo schleppt er einen Turm hinauf, zieht dann noch einen schweren Schlauch über die Brüstung. Den Turm wieder runter und nach 8.58 Minuten Gesamtzeit für alle Stationen schlägt Philipp den roten Knopf. Ende! Die Premiere beim "Toughest Firefighter Alive" ist geglückt, mit dem 15 Platz von 31 Teilnehmern bei der Staffel liegt die Gruppe im guten Mittelfeld. Zuhause geht's direkt ins Training, im nächsten Jahr wollen die Lüner bei der Europameisterschaft in Mönchengladbach wieder an den Start.

Video: TFA Team Lünen - Interschutz 2015 - Staffel Wettkampf


Kamera und Schnitt: Julian Schilase / summerbeats.info

Video: TFA Team Lünen - Interschutz 2015 - Interview


Kamera und Schnitt: Julian Schilase / summerbeats.info

Thema "Toughest Firefighter Alive" im Lokalkompass:
> Lüner machen in Hannover den Härtetest
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