Stolpersteine...für gestern, für heute, für morgen!

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In diesem Jahr beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse mit verschiedenen Beiträgen an der Gedenkveranstaltung, die jährlich am Judenmahnmal in Lünen an der Lippebrücke und an dem Gedenkstein am Platz der Synagoge in Lünen stattfindet. Mit rührenden Worten gedachten sie 10 jüdischen Opfern von Misshandlung und Verfolgung und legten für jeden von ihnen einen eigens gefertigten Stolperstein nieder.
Alles fing damit an, dass Geschichtslehrerin Louisa Hüning das Thema „Judenverfolgung“ im Unterricht behandelte. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern befasste sie sich zunächst mit den Schicksalen verschiedener jüdischer Mitbürger. Für ausgiebige Recherchen besuchte die Klasse sogar gemeinsam das Stadtarchiv in Lünen. Viele der einzelnen Lebensgeschichten regten die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken an, machten sie betroffen und erweckten in ihnen den Wunsch, ein Zeichen zu setzten, damit sich eine solch schreckliche Zeit nicht wiederholt. Sie erfuhren von einer Veranstaltung im April 2014 zur Verlegung von 3 Stolpersteinen vor den letzten Wohnorten dreier Lüner Bürger, die öffentlich Widerstand geleistet hatten, und waren hiervon nachhaltig beeindruckt. Durch die intensiven Recherchen stießen sie neben den „bekannten“ Namen aber auch auf weitere Schicksale von 10 jüdischen Mitbürgern, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind und an den Gedenkveranstaltungen der vergangenen Jahre nicht bedacht worden sind. Es entstand die Idee, auch für diese verfolgten Menschen, die in Lünen niemand nennt, im Rahmen der Gedenkveranstaltung Stolpersteine zu legen und kleine Texte zu verlesen. Um die Verantwortlichen der Stadt aufmerksam zu machen und aktiv werden zu lassen, wollten die Schüler auch die Schicksale dieser Verfolgten gleichermaßen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Dies ist ihnen durch ihre Anwesenheit bei der Gedenkfeier gelungen und sie verdienen für diesen Einsatz großen Respekt.
Die Stolpersteine sollen nicht bloß zur besseren Wahrnehmung der Vergangenheit beitragen, sondern gleichermaßen auch zur Mahnung für die Gegenwart und Orientierung für die Zukunft dienen. Die Schülerinnen und Schüler wollen dafür sensibilisieren, dass jeder einzelne dazu verpflichtet ist, eine eindeutige Haltung gegenüber Rassismus' zu beziehen („It stops with you!“). Dieses Engagement ist aber nicht nur durch die Auseinandersetzung mit den Einzelschicksalen zu begründen; sie sahen sich auch in gewisser Weise durch ihren Schul-Namensgeber Heinrich Bussmann – ebenfalls ein Opfer der NS-Zeit – verpflichtet, ein Zeichen zu setzen für sich selbst und ihre Mitschüler. Die Geschichte von Heinrich Bussmann ist außerdem der Grund, weswegen der Geschichtsunterricht an der HBS nicht als langweilig und öde empfunden wird, sondern bei Schülerinnen und Schülern einen besonderen Stellenwert hat und mit viel Interesse daran teilgenommen wird.
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