Grimme Institut Marl : Zehn Jahre YouTube

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(Foto: Grimme Institut)
 
(Foto: Grimme Institut)

Eine Menge ist passiert, seit vor fast genau zehn Jahren YouTube gegründet wurde und im Folgejahr an Google ging: Die Bewegtbilder drängen immer mehr ins Netz. Eine Szene hochaktiver Webvideomacher(innen) hat sich zur Branche entwickelt, in die zunehmend auch klassische Akteure drängen. YouTube dominiert bei den Plattformen im Webvideobereich und ist mittlerweile das beliebteste Internetangebot deutscher Jugendlicher. Doch die reichweitenstarken Webvideomacher, die „YouTuber“, sind für die meisten Eltern und Medienpädagog(inn)en nach wie vor Neuland. Sich aus Perspektive der Medienbildung dem Phänomen zu widmen, drängt sich damit auf.

So nehmen Lars Gräßer (Grimme Institut) und Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation Bremen), die „Heftmacher“ der MERZ-Ausgabe 1/2015, Webvideo unter der Medienbildungsperspektive in den Blick, wofür sie – neben eigenen Beiträgen – zahlreiche Gastautor(inn)en gewinnen konnten und Interviews mit Branchengrößen geführt haben.

„Wir sehen hier wirklich Nachholbedarf. Wer Kinder und Jugendliche erziehen soll und / oder mit ihnen arbeitet, kann sich dem Thema Webvideo nicht verschließen, wenn er oder sie den Anschluss an die Zielgruppe nicht verlieren will“, so die Heftmacher zu ihrer Motivation.

Der Kommunikationswissenschaftler Gräßer weiter: „Webvideo ist momentan vielleicht das Jugendmedium. Aber auch qualitativ tut sich einiges: Erste Gewinner sind beim Grimme Online Award zu verzeichnen, ein Berliner Verein stellt die Frage nach der künstlerischen Selbstentfaltung.“ Medienpädagoge Gerstmann verdeutlicht hierbei: „Die Ziele ‚der klassischen Videoarbeit’ der 80er Jahre gilt es in Hinblick auf Webvideo ins digitale Zeitalter zu transferieren und an die medialisierten Lebenswelten von heute anzupassen.“

Was steht im Heft?

Die thematische Einführung der Heftmacher ergänzt ein Interview mit Julian Banse, Mit-Gründer und Portalleiter von Broadmark, einem Online-Fachmagazin zu YouTube. Prof. Dr. Nicola Döring (TU Ilmenau) blickt auf YouTube aus der Genderperspektive. Sie untersucht Geschlechtsunterschiede bei der Videoproduktion und -rezeption. Teils ergänzend, teils weiterführend ist ein Interview mit Nilam Farooq, besser bekannt als Daaruum. Sie ist insbesondere im Beautybereich unterwegs und eine der reichweitenstärksten YouTuberinnen. Prof. Dr. Karsten Wolf (Uni Bremen) lenkt den Blick auf die Bildungspotenziale von Erklärvideos und Tutorials im Webvideobereich und verdeutlicht dessen Peer-Education-Potenziale. Daniel Seitz (Mediale Pfade) baut eine Webvideo-Plattform für (politische) Bildung mit Bildungsakteuren, der Webvideo-Branche, YouTubern aus den verschiedensten Bereichen und Jugendlichen auf, die er in seinem Beitrag vorstellt. Markus Gerstmann stellt in seinem Artikel unterschiedliche Methoden vor, wie YouTube mit seinen vielfältigen Facetten in die Arbeit mit Eltern und vor allem mit jungen Menschen integriert werden kann.

Fazit der Heftmacher: „Erste Erkenntnisse liegen vor, methodische Ansätze existieren auch – jetzt gilt es, diese praktisch umzusetzen!“
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