Marl : Öffentlichen Gratulation zum diesjährigen Ramadanfest in der Fatih-Moschee (Zuckerfest)

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Die islamischen Gemeinden in Marl hatten zur öffentlichen Gratulation des diesjährigen Ramadanfestes eingeladen. Die Bürgerliste WIR für Marl nahm an dieser Festveranstaltung teil. Mustafa Egmen begrüßte die Gäste und hielt eine bemerkenswerte Rede für Toleranz und Verständigung in Marl. Er erklärte die Bedeutung des Ramadan.

Hier die Rede.

liebe Gäste,
ich möchte Sie noch einmal im Namen der Fatih-Moschee herzlich willkommen heißen zu der öffentlichen Gratulation des diesjährigen Ramadanfestes.
Der Ramadan ist für unser religiöses Leben und das soziale Miteinander bedeutungsvoller als die übrigen Monate.
So erinnern wir uns in diesem Monat der zahlreichen Gaben, entsagen den vergänglichen Genüssen und Gefühlen und kommen dem Geheimnis auf die Spur, durch die Erfüllung des Fastengebotes und damit eines Gottesdienstes, geistig –spirituelle Hochgefühle zu erreichen.
Das Fasten lehrt uns, moralische Werte wie Standhaftigkeit, Geduld, Durchhaltevermögen, Ausdauer und Genügsamkeit.
Der Hunger lehrt uns aber auch, den Wert unserer Gaben zu schätzen.
Das Fasten versetzt uns auch in die Lage, uns in die Not der leidenden und bedürftigen Menschen hineinzuversetzen und uns ihnen mit Barmherzigkeit und Fürsorge nähern zu können.
Mit diesen Eigenschaften erzieht der Ramadan die Triebseele des Menschen und sorgt für die Versorgung der Notleidenden und Bedürftigen.
Wir sollten den Ramadan aber auch nutzen, unsere Nachbarn, unsere Stadt oder Stadtteil und die Menschen, die dort Tür an Tür leben, näher kennenzulernen.
Wir sollten die Begegnungen und die Gespräche zwischen den Moscheen und ihren Nachbarn, den Kirchen, der Stadt und weiteren Gruppen pflegen und vertiefen.
Liebe Freunde!
Wir alle haben eine gemeinsame Aufgabe. Wir müssen vorleben, dass sich die
Mühe der Verständigung lohnt, und dafür werben, sich nicht aus dem Weg zu gehen, sich nicht abzuwenden, sondern das Zusammenleben im fairen Ausgleich der Interessen gemeinsam zu gestalten.
Moscheevereine und Kirchengemeinden müssen für Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung zu Zentren der Verständigung werden.
Eine besondere Verantwortung tragen dabei die Religionsbeauftragten und
Vorstände, die Pfarrer und die Verantwortlichen in den Pfarrgemeinderäten.
Sie sind nach meinem Verständnis nicht nur für die Pflege des religiösen Lebens innerhalb der Gemeinden zuständig.
Sie haben auch die Aufgabe, über die Gemeindegrenzen hinaus zuschauen und stabile Brücken zu bauen zwischen den Menschen unterschiedlicher Kultur und Religionen.
Liebe Freunde!
Es liegt bei uns, das Fremde zum Bekannten und die Fremden zu Freunden zu machen.
In diesem Sinne möchte ich mich nochmals bei Ihnen bedanken, dass Sie unsere Einladung angenommen haben und möchte die besten Wünsche für ein gesegnetes Ramadanfest aussprechen.
Ich wünsche uns, dass dieser Festtag und natürlich alle anderen Festtage, mögen es muslimische, christliche oder jüdische sein, uns alle innerlich stärken und gleichzeitig das Engagement für den Dialog beflügeln.
Mit dem Segen Gottes wollen wir gemeinsam zum Segen werden
für die Welt und die Stadt, in der wir leben.
Wir haben für Sie ein kleines Buffet vorbereitet. Ich hoffe es wird Ihnen schmecken. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch ganz herzlich bei unserer Frauenabteilung bedanken, die jetzt leider nicht an diesem Termin teilnehmen können.
Diejenigen, die hier noch paar Worte verlieren möchten, können gerne unaufgefordert nach vorne kommen. Ich möchte als erstes unseren zweiten Bürgermeister fragen, ob er uns die Ehre erweisen möchte?)
Nochmals –herzlich willkommen und danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Die Bürgerliste WIR für Marl beglückwünscht zum Ende des Ramadan:

Die Zeit des Ramadan war eine intensive Zeit des Glaubens und der religiösen Bräuche. Gleichzeitig bietet dieser Monat auch Gelegenheit zur Wertschätzung alltäglicher Dinge sowie zur Besinnung auf die Menschen, denen es nicht so gut ergeht.

Versöhnung und Barmherzigkeit haben in diesen Tagen einen sehr hohen Stellenwert. WIR freut sich, dass auch nicht-muslimische Bürgerinnen und Bürger zum Fest des Fastenbrechens eingeladen werden. Diese Begegnungen sind ein gutes Zeichen dafür, dass der interreligiöse und interkulturelle Dialog in unserer Stadt Marl funktioniert.
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Bernhard Ternes aus Marl | 10.08.2013 | 18:07  
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