Kultur für Jedermann: In den Weißen Nächten ist die Bühne der Raffelbergpark

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Das erleuchtete Theater an der Ruhr im ehemaligen Kurbad ist selbst ohne Begleitprogramm sehenswert. (Foto: Theater an der Ruhr)

Im hohen Norden, wo der Tag im Sommer der Nacht nicht Platz machen will, nennt man die nicht endenden Tage Weiße Nächte. seit nun 14 Jahren gibt es die Weißen Nächte auch im Theater an der Ruhr.

2003 war der Sommer sehr heiß und bei Roberto Ciulli und seinem Team kam die Idee auf, Gorkis Sommergäste statt im Theater, draußen im Raffelbergpark zu spielen. Das Publikum kam und die Weißen Nächte waren geboren. Seitdem gibt es für die Bürger der Stadt und der Region Theater im Park und dank einiger Sponsoren bei freiem Eintritt.

Was ist neu in diesem Jahr?

Die ausgewählten Inszenierungen widmen sich zumeist politischen Themen. Handkes "Immer noch Sturm" beschreibt in seiner einzigartigen Sprache den Widerstand der slowenischen Minderheit in Kärnten gegen den Nationalsozialismus anhand seiner eigenen Familie, und Koltès "Rückkehr in die Wüste" erzählt den Zerfall einer wohlhabenden Industriellenfamilie zum Ende des französischen Algerienkriegs 1962, kurze Zeit später bildet sich der Front National unter Jean-Marie Le Pen. Ein politischer Salon wird darum unter hoffentlich blauem Himmel mit Liane Bednarz stattfinden, der sich mit den neuen rechten Strategien beschäftigt.

Wie in keinem Jahr zuvor sind so viele Mülheimer Initiativen an den Weißen Nächten beteiligt, bei denen Menschen dieser Stadt auf der Bühne stehen: Mitglieder der VolXbühne überraschen mit theatralen Interventionen, der Theaterpädagoge Bernhard Deutsch und Mitglieder des Jungen Theaters geben einen offenen Workshop und zum ersten Mal beteiligen sich auch die Ruhrorter, die nun schon seit fünf Jahren mit jungen Geflüchteten arbeiten.

Zum Abschluss der Weißen Nächte werden zudem zwei Ensembles der Musikschule Mülheim ein großes Konzert auf der Seebühne geben. Die Weißen Nächte sind ein Fest der Begegnung, das allen offen steht.

Termine:

>> Donnerstag, 6. Juli: 18 Uhr Reise ins Theater mit Roberto Ciulli; 19 Uhr Musik mit Ivory Clay; 21 Uhr "Gott" von Woody Allan.

>> Freitag, 7. Juli: 19 Uhr Konzert mit Lasse Matthiessen; 21 Uhr Theater "Rückkehr in die Wüste"; 23 Uhr Nachtkonzert Café Electric.

>> Samstag, 8. Juli: 16 UHR Kindertheater "Der Wolf und die sieben Geisslein"; 18 Uhr Volxbühne mit "Interventionen"; 19 UHR Konzert mit Friend 'n Fellow; 20 UHR Politischer Salon; 21 Uhr Theater "Immer noch Sturm".

>> Sonntag, 9. Juli: 16 Uhr Kindertheater "Hans im Glück"; 17 Uhr "Ruhrorter auf der Wiese"; 17 Uhr offener Theaterworkshop; 18 Uhr Konzert des Popcornorchesters mit Acco Pur; 18 Uhr Theater "Die Götter müssen Klemptner sein"; 21 Uhr Theater "Clowns 2 1/2".
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Andrea Gruß-Wolters aus Duisburg | 28.06.2017 | 00:17  
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