Nach Datenpanne bei der Stadt: Neue Einschulungsbögen verschickt

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Die Daten vieler Grundschüler wurden durcheinandergewürfelt. (Foto: Jiri Kollmann)

Das Ehepaar Müller (Name von der Red. geänderte) staunte nicht schlecht, als sie den Einschulungsbogen von der Stadt Mülheim erhielt: Auf der zweiten Seite des Bogens stand plötzlich ein ganz anderer Name auf dem Papier - inklusive der Daten des Kindes.

Auf Nachfrage der Eltern beim Jugendamt erhielten sie die Auskunft, dass erstens, die Mitarbeiterin heute erkrankt sei. Auf die Daten angesprochen, hieß es, "so schlimm ist das nicht. Die Anschriften stehen doch im Telefonbuch."
Verwundert rieben sich die Eheleute Müller die Augen: "Seit wann stehen Geburtsdaten und Anschriften unseres Kindes im Telefonbuch?"

Schuld an dem Datenmix sei die Druckerei. Sie hätte die Daten durcheinandergewürfelt, erzählte man den Eltern. Auf Nachfrage der MW erklärte Volker Wiebels, dass die Info bekannt sei und eine Erklärung im Laufe des Tages folge.

14.17 Uhr Aktualisierung: Stadt erklärt Missgeschick

"Es ist uns in der Tat ein Malheur passiert. Wir bedauern die Panne sehr und entschuldigen uns dafür“, sagt Schuldezernent Ulrich Ernst vor wenigen Minuten im Rathaus. „Die neuen Unterlagen und ein Erklärungsschreiben verschicken wir noch in dieser Woche“, kündigt der Dezernent an. Die neuen Schreiben werden farbig unterschiedlich sein. Die Unterlagen der vergangenen Woche sind damit hinfällig.

Vor wenigen Tagen hatte die Verwaltung 1376 Eltern angeschrieben, deren Kinder eingeschult werden. Und dabei passierte die Panne: „Bei der Verschickung des Anschreibens und der Schulliste sollte passgenau der Anmeldebogen einsortiert werden. Dann kam es plötzlich zu einem Papierstau. Nach dem Beheben des Fehlers wurde der Prozess weitergeführt. Allerdings kontrollierte in der Poststelle der Stadt dann niemand mehr, ob die Daten des Anschreibens und des Anmeldebogens übereinstimmten“, erklärt Stadtkämmerer Uwe Bonan. Danach gingen die Unterlagen in die Post.

Über 200 Eltern meldeten sich

Wieviele fehlerhafte Briefe es am Ende waren, könne niemand mehr sagen. Die Kosten für die versandten Unterlagen bezifferte Bonan auf rund 1165 Euro. „Es war ein menschlicher Fehler“, so der Stadtkämmerer. „Normalerweise passiert uns so etwas nicht.“ Er verweist darauf, dass die Stadt pro Jahr rund 900.000 Briefe versende.

Die Reaktion auf die fehlerhaften Briefe war heftig: „Über zweihundert besorgte Eltern haben angerufen oder uns Mails gesandt“, fährt Ernst fort. „Für die Kinder wird kein Schaden entstehen. Sie können nach der Zusendung der neuen Unterlagen wie geplant an der Wunschschule angemeldet werden.
Auch die Tage der offenen Türen der Grundschulen könnten ohne die Anmeldeunterlagen besucht werden.



10. Oktober, Aktualisierung:

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden die Einschulungsunterlagen gestern erneut versendet, teilte die Verwaltung mit. In der Mitteilung heißt es:

"Wie bereits berichtet, kam es bei dem Versand der
Einschulungsunterlagen für das Schuljahr 2014/2015 im Zuge der
maschinellen Zuordnung von Elternbrief und Anmeldevordruck zu ei¬ner Fehlfunktion. So wurden dem vermutlich überwiegenden Teil der El¬ternbriefe Anmeldevordrucke mit nicht zutreffenden Personendaten beigefügt.
Wie zugesagt, werden heute die zur Anmeldung der Schulneulinge am 5. und 6.11. benötigten überarbeiteten Elternbriefe und Anmeldevordrucke neu verschickt.
Der neue Anmeldevordruck wurde nun auf grünem Papier gedruckt.
Damit ist die Unterscheidung zu den bisherigen Anmeldevordrucken auf weißem Papier ersichtlich. Zur Information der Eltern wurde ein entsprechendes Vorblatt beigefügt."
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