Es geht voran

Hof Grube in Lüdinghausen wird erneut von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Westlotto gefördert

Die Wiederherstellung von Hof Grube in Lüdinghausen im Kreis Coesfeld schreitet voran. Ende letzten Jahres erhielten die engagierten Denkmaleigentümer Karin und Johannes Busch zum sechsten Mal einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Damit standen weitere 50 000 Euro für die Wiederherstellung des Denkmals – konkret den Fußbodenaufbau in Diele, Abseiten und Vorschauer im Haupthaus sowie für Zimmererarbeiten am Speicherbau – zur Verfügung. Vor einiger Zeit besuchten Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der DSD, und Bezirksleiter Andreas Rode von Westlotto die Baustelle, um sich die Arbeiten vor Ort erläutern zu lassen und einen Einblick in sonst ungewöhnliche Ecken des Bauwerks zu erhalten.

Das südlich des Stadtkerns von Lüdinghausen im Außenbereich der Bauernschaft Tetekum am heutigen Dortmund-Ems-Kanal gelegene Hofgut Grube wird urkundlich erstmals 1339 erwähnt. Die ursprünglich mit einer schützenden Gräfte umgebene Anlage ist noch im Gelände nachzuvollziehen. Herzstück des Guts ist das 32 Meter lange Haupthaus, im Kern ein Vierständer-Fachwerk-Hallenbau, der sich dendrochronologischen Untersuchungen zufolge auf 1517 datieren lässt. Der Bau ist demnach das älteste bekannte Bauernhaus und der älteste bekannte Vierständerbau Westfalens.

Ursprünglich war das Gebäude etwa 19 Meter lang, hatte acht Gebinde, eine Mittellängsdiele, Abseiten und ein Flett. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts veränderte man das Gebäude, es kamen die Wohnräume des Kammerfachs hinzu. Das Flett erhielt eine repräsentative Herdstelle mit Sandsteinwangen und Schornstein und wurde mit einer Scherwand von der Diele abgetrennt. Auch den Dachstuhl erneuerte man zu dieser Zeit unter Verwendung alter Sparren. 1815 verlängerte man die Wirtschaftsdiele um etwa sieben Meter, 1850 bekam das Kammerfach eine hohe, mit einem Ofen beheizbare Stube und Ende des 19. Jahrhunderts führten weitere Umbauten zur Schaffung einer Upkammer. Um 1920 ersetzte man schließlich den Fachwerkgiebel durch einen repräsentativen backsteinernen Ziermauerwerksgiebel. Ein zentrales, in einem Korbbogen abgeschlossenes zweiflügeliges Tor rahmen risalitartige Lisenen. Zweigeschossig übereinander angeordnete Fenster, Eckpilaster und Traufgesims flankieren das Tor, über dem sich drei rundbogige, heute zum Teil vermauerte Zieröffnungen finden, von denen die mittlere als Ladeöffnung diente. Drei gestaffelte, kleine Okuli im Giebelfeld vervollständigen die Gliederung des neuen Giebels. Ein Schopfwalmdach deckt den Bau.

Zum Hofensemble gehört eine Anzahl Gebäude. Südlich neben dem Haupthaus steht ein zweigeschossiger Fachwerkspeicher aus dem 18. Jahrhundert, in dem sich Schweinestall, Backraum und Schüttboden befanden. Nach Westen schließt eine 1926 errichtete, 36 Meter lange und 13 Meter breite Scheune den Hofraum ab. Schließlich gehört ein 1970 erbauter Schweinemaststall und ein 1973 errichtetes zweigeschossiges Wohnhaus mit Garage und Klinkerfassaden zur Anlage.

Hof Grube gehört seit 2010 zu den über 360 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von Westlotto aus der Lotterie Glücksspirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.
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