Rettung der Montagsgruppe

In Brühl wurde der Fortbestand einer Betreuungsgruppe von Demenzerkrankten gesichert

„Zeit für Dich – Zeit für mich“ – unter diesem Motto wurde in Brühl eine Betreuungsgruppe ins Leben gerufen, die Angehörige von Demenzerkrankten für ein paar Stunden entlasten soll. Der Fortbestand der Montagsgruppe ist Dank der Förderung durch die Glücksspirale, der Rentenlotterie von Westlotto, für ein Jahr gerettet. Bereits im Juli 2014 bekam die Alzheimer-Gesellschaft Aufwind in Brühl die Zusage für die einjährige Übernahme der Personalkosten einer 450-Euro-Stelle. Die Betreuungsgruppe für Demenzerkrankte besteht seit 2008 und wurde zu Beginn kommissarisch ehrenamtlich geleitet. Trotz langer Suche gab es für die aus Altersgründen ausgeschiedene Leiterin keine Nachfolgerin auf ehrenamtlicher Basis. Doch durch das Angebot eines Minijobs konnte im vergangenen Sommer Uschi Janas für die Stelle der Leiterin gewonnen werden. Sie ist schon seit einigen Jahren als ehrenamtliche Betreuerin bei Aufwind dabei und füllt ihre neue Aufgabe mit viel Freude und Elan zur Begeisterung aller Teilnehmer aus.

Es beginnt mit einem kleinen Frühstück, danach wird in großer Runde gesungen und erzählt. Uschi Janas erarbeitet jedes Mal ein neues Thema mit passenden Liedern, Gedichten, Geschichten, Rätseln, Bildern oder Gegenständen. Je nach Wetterlage und Wohlbefinden der Gäste geht man zusammen spazieren, spielt oder bastelt in kleinen Gruppen. Später finden sich die Gäste wieder im großen Kreis zur Gymnastik oder zum Tanz. Oftmals werden Erinnerungen an Fähigkeiten geweckt, die man schon zu vergessen glaubte oder die im Alltag einfach untergegangen sind. Aber auch ein Nickerchen zwischendurch wird nicht verwehrt, sondern als Zufriedenheit ausgelegt. Mittags gibt es ein leckeres gemeinsames Mittagessen, bevor man dann nach einem Abschiedslied wieder abgeholt wird. Die Angehörigen der Betreuten konnten in der Zeit Besorgungen erledigen, Besuche machen oder sich einen Moment lang von der oftmals sehr belastenden Betreuung erholen.

Für Uschi Janas ist es mit den vier Stunden Gruppenarbeit natürlich nicht getan. Sie muss die Treffen inhaltlich vorbereiten, Einkäufe tätigen, bürokratische Abläufe regeln, telefonisch für die Angehörigen und Ehrenamtler da sein und eine monatliche Reflexion für die Ehrenamtler anbieten. Obwohl Aufwind neben der Montags- auch noch eine Mittwochsgruppe anbietet, gibt es für beide Gruppen Wartelisten. „Eine Schließung der Montagsgruppe wäre in erster Linie für die Angehörigen und Erkrankten sehr schlimm“, berichtet Frau Janas.„Aufwind wurde vor 18 Jahren von betroffenen Angehörigen ins Leben gerufen. Die meisten Ehrenamtler hier haben selbst erkrankte Angehörige betreut und wären von einer Schließung auch emotional betroffen. Durch die Unterstützung ist diese Sorge erst einmal auf Eis gelegt.“
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