Schneller als ein Wimpernschlag

Die Technik muss funktionieren. Dafür tragen IT-Leiter Dr. Frank Wallow, Ulrich Erdmann (Leiter des Test- und Changemanagements) und die Mitarbeiter die Verantwortung.

Nicht nur die Jackpot-Summen haben bei Westlotto eine schwindelerregende Höhe. Auch die Zahl der Tipps erreicht geradezu astronomische Dimensionen.

Vor 60 Jahren ging Westlotto in Nordrhein-Westfalen an den Start. Damals wickelte die junge Firma alles per Handarbeit ab. Tausende von Arbeitskräften erfassten die Spielscheine vor der Lotto-Ziehung und werteten sie danach auf Gewinne aus. In den 60er Jahren ermöglichten umgebaute Geldzählgeräte eine zunehmend maschinelle Verarbeitung der Spielscheine. Das war aufgrund der steigenden Anzahl teilnehmender Tipps dringend nötig geworden.

Technik
Ende der 90er Jahre brach bei Westlotto das Online-Zeitalter an. Seitdem kann der Lotterie- und Sportwetten-Betrieb enorme Datenmengen in kürzester Zeit erfassen, verarbeiten und unveränderbar abspeichern. Als es noch keine Online-Verarbeitung gab, lag der Annahmeschluss für die Lotterien und Wetten bereits einen Tag vor der Ziehung. Denn die Spielscheine mussten in die Zentrale gebracht und dort erfasst werden. Heute können die Kunden ihren Tipp noch bis kurz vor der Ziehung abgeben – nicht nur in der Annahmestelle, sondern auch zu Hause am PC oder unterwegs mit dem Smartphone.

Sicherheit
Sicherheit und Zuverlässigkeit sind dabei das A und O. Eine Panne bei der Tippabgabe? Eine Katastrophe für jeden Anbieter. Die Leute müssen immer verlässlich spielen können. Sie würden sonst enttäuscht sein. Der gute Ruf wäre beschädigt, wenn an dieser Stelle etwas schief ginge. Hier kommen Dr. Frank Wallow und sein Team ins Spiel. Der Leiter der Abteilung IT-Produktion trägt die Verantwortung dafür, dass die Technik funktioniert. „Unser größtes Anliegen sind Sicherheit, Verfügbarkeit und Datenschutz. Wir sichern daher unsere Systeme mit modernen Technologien nach internationalen Standards ab“, erklärt der Experte. Und natürlich kann niemand das Rechenzentrum mal einfach so betreten. Dafür sorgt ein ausgeklügelter Zugangsmechanismus.

Vier Server
Bei allem Schutz geht es immer auch um Schnelligkeit. Die Daten eines Spielauftrags werden über eine verschlüsselte Leitung an einen von vier zentralen Servern von WestLotto geschickt, die vollkommen unabhängig voneinander arbeiten können – selbst wenn einer ausfiele, verursacht das bei der Verarbeitung der Spielaufträge keine Probleme. „Einer der Server nimmt die Daten auf, verarbeitet sie aber noch nicht gleich, sondern sendet sie an einen der anderen weiter“, sagt Dr. Wallow. „Bevor dieser Server die Daten verarbeitet und die Antworten an die Annahmestelle schickt, wartet er auf die Antwort des ausgewählten Zweiten, dass dieser alle Informationen erhalten hat und die Verarbeitung beginnen kann.“ Anschließend startet der Druckvorgang der Spielquittung in der Annahmestelle. Der ganze Prozess benötigt im Schnitt rund 100 Millisekunden. Zum Vergleich: ein Wimpernschlag dauert 300 bis 400 Millisekunden. Dr. Wallow und seine Mitarbeiter feilen derweil weiter an der Verbesserung des Systems.

Immer auf dem neuesten Stand

So erklären die Verantwortlichen Dr. Frank Wallow, Leiter IT-Produktion, und Ulrich Erdmann, Leiter Test- und Changemanagement, die jüngste Systemumstellung.

Unbemerkt von den Kunden hat Westlotto im Frühjahr Hard- und Software erneuert. Was genau ist da geschehen?
Wir sind auf kleinere, schnellere und leistungsfähigere Systeme umgestiegen. Unsere Hochleistungsrechner nehmen jetzt weniger als ein Viertel des Raumes ein, den die alten vorher benötigten und verbrauchen weniger Strom. Um den Platz ging es in erster Linie natürlich nicht. Privatnutzer kennen das: Irgendwann kommen PC und Programme in die Jahre. Internetseiten öffnen sich zum Beispiel langsamer, weil sie aufwendiger gestaltet sind und die Grafikkarte damit nicht mehr klarkommt. Auch Windows XP wird Ihnen heutzutage sicherlich nicht mehr viel helfen.

Warum war das notwendig?
Zum einen: Wir müssen unsere Systeme anpassen, bevor etwas überhaupt zu langsam und anfällig werden kann. Zum anderen: Die Wartung der vorherigen Systeme wurde immer aufwendiger. Auch die Sicherheit muss mit den aktuellen Entwicklungen Schritt halten. Wir müssen unsere Schutzsysteme regelmäßig anpassen, um den wachsenden Gefährdungen gerecht zu werden. WestLotto verzeichnet täglich eine Vielzahl sogenannter Cyber Security Events wie Spam- oder Virus-Mails und Angriffsversuche aus dem Internet.

Können Sie sich jetzt für die nächsten Jahre erst einmal bequem zurücklehnen?
Bei allem Fortschritt ist das sicherlich nie der Fall. Die Technik wird sich weiterentwickeln. Und wir auch!
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