Dabei sein, statt ausgegrenzt: Freie Wohlfahrtspflege NRW gibt „Armen eine Stimme“

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(Foto: dpa)
Armut versteckt sich gern, insbesondere in unseren Breitengraden, wo Wohlstand und Überfluss vorherrschen. Wer da nicht mithalten kann, neigt dazu, sich zurückzuziehen und seine Armut zu kaschieren. Dem wollte die Freie Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen etwas entgegensetzen – und rief die Initiative „Armen eine Stimme geben“ ins Leben.

Deutschland gilt als reiches Land. Dennoch leben hier viele Menschen, die genau das Gegenteil sind. Allein in Nordrhein-Westfalen gelten rund 2,6 Millionen Männer, Frauen und Kinder als arm – das ist etwa jeder siebte Einwohner. Etwa 1,6 Millionen müssen von der sogenannten „Grundsicherung“ leben, besser als Hartz IV bekannt. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW, die unter anderem auch die Gelder von Westlotto gefördert wird, gibt diesen Menschen bereits seit Jahren eine Stimme. Arbeitgeber organisieren sich in Verbänden, Arbeitnehmer bilden Gewerkschaften. Aber diejenigen, die keine Arbeit haben, brauchen auch eine Lobby. Auch sie sollen gehört werden, das ist der Ansatz der Initiative „Armen eine Stimme geben“.

Bewegende Schicksale

Da ist die junge Mutter aus Bochum, die von Hartz IV, Bafög und Kindergeld lebt. Bereits mit 16 wurde die junge Bochumerin schwanger. Zugunsten ihres Sohnes verzichtet sie auf vieles, kann jetzt erst ihren Schulabschluss nachholen.

Oder das ältere Pärchen, das durch Krankheit in materielle Bedrängnis gekommen ist. Ein Medikament, das der Frau hilft, wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Es kostet 70 Euro. Deshalb müssen sich beide stark einschränken.

Und Svenja. Die alleinerziehende Mutter zweier Söhne muss sich Ausflüge mit ihren Kindern vom Mund absparen, wie sie selbst sagt. Sie hat eine halbe Arbeitsstelle und geht nebenher noch putzen. Sie selbst gönnt sich fast nichts. Ihre Jungs sollen so viel wie möglich bekommen.

Auch Norbert fühlte sich nach seinem Jobverlust oft ausgegrenzt. Nach hunderten Absagen hat der Familienvater einen Job in einem sogenannten Sozialkaufhaus gefunden. „Ich fühle mich wieder als Mensch und werde gebraucht“, sagt er.

Oder Nursel. Die Türkin bezieht mit ihren Kindern Hartz IV. Das Geld reicht vorne und hinten nicht. Die Kinder beklagen sich häufig, dass sie nicht all das machen können, was andere tun. Die Wohnung ist nass und schimmelig. Nursel muss deshalb auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen.

INFO: Die hier beschriebenen Schicksale stellt das Projekt „Armen eine Stimme geben“ im Internet unter www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/armen-eine-stimme-geben/ ausführlicher vor.
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