Abitreffen nach 45 Jahren

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  Wesel: Kaiserhof |

Sie möchten den Fünf-Jahre-Rhythmus ihrer Klassentreffen gerne so lange wie möglich aufrechterhalten, die Abiturienten des Jahres 1970 der altsprachlichen Abschlußklasse des damaligen Staatlichen Gymnasiums Wesel, das heute den Namen Konrad-Duden-Gymnasium trägt – und seit langem von einem aus ihrer Mitte geleitet wird. Deshalb trafen sie sich am Samstag, dem 28. November, (gut) 45 Jahre nach ihrer Entlassung, im Weseler Hotel Kaiserhof zu einer geselligen Runde.

Vor fünf Jahren, beim „Vierzigsten“, hatten sie erstmals mit ihrer gleichstarken Parallelklasse zusammen gefeiert. Da damals zu Schulzeiten die Wahl der dritten Fremdsprache – Latein und Englisch waren Pflicht für alle, dazu entweder Französisch oder Altgriechisch – die einzig nenneswerte Differenzierung in der Schullaufbahn bedeutete und die diesbezügliche Entscheidung die Klassenzugehörigkeit (in der innerschulischen „Zweiklassengesellschaft“) definierte, wurden die beiden so entstandenen Klassen der Einfachheit halber die „Griechen“ und die „Franzosen“ genannt.

Diesmal waren die Altsprachler der damaligen OIa wieder unter sich. An einem runden Tisch des Kaiserhofs ging es nachmittags los mit einem höchstinformativen „Wie-geht's-dir-was-machst-du-wie-lang-mußt-du-noch-Gespräch“. Bei dieser Update-Talkrunde mußte zwar – wohl aus alter alphabetischer Gewohnheit (die ist einfach noch „drin“) – der mit dem A vorne beginnen, danach ging's aber – nach spontanem Mehrheitsbeschluß – unter Alphabetignoranz einfach entgegen dem Uhrzeigersinn weiter.

Später gab es für alle Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten („Vertretungsstunde“): eine Klassen(kurz)wanderung, die mit einem Zusatzprogramm lockte. Dieses fiel zwar etwas kleiner aus als vor fünf Jahren, fand aber größte Zustimmung. War es damals noch eine Runde übern Rhein mit der River Lady und eine Besteigung des Turmes des Willibrordi-Doms, ging es diesmal auf den Wasserturm hinauf, womit das Projekt „Aufstiegsmöglichkeiten“ erfolgreich fortgesetzt wurde; und das alles unter fachkundiger Führung von Gelegenheitsturmwart Heinzgerd und seiner Taschenlampe. Weiter ging's dann durch die Einkaufsmeile Richtung Dom, wobei es unterwegs für einige weselfernere Wanderer zu erstmaligen eselnahen Begegnungen kam. Der vieldiskutierte Stahlbaum auf dem Adventmarkt am Dom wurde völlig entspannt und unaufgeregt als Wendepunkt verwendet.

Leider mußte diesmal genau die Hälfte der vierzehn noch lebenden Klassenkameraden als fehlend ins Klassenbuch eingetragen werden – teils entschuldigt, teils unentschuldigt. Zum Teil lag dies daran, daß sich die Suche nach einem geeigneten, für alle passenden Termin diesmal (noch) schwieriger gestaltet hatte. In fünf Jahren sollte das leichter gehen, da nach diesbezüglichen Prognosen bis dahin mit einer wachsenden Zahl von Ruheständlern gerechnet werden darf. Die Bemühungen, zum „Fuffzigsten“, dem Gold-Abi, alle Mann an Bord zu bekommen, sollen dann früher beginnen und intensiver ausfallen, darin waren sich die Siebengescheiten, nein: die sieben Gescheiten dieses gelungenen „G7-Gipfels“ einig.


PS 1: Herzlichen Dank für die Photos an Friedel und an den Selbstauslöser.
PS 2: Das in diesen Tagen (fast) alle Weseler bewegende aktuelle Problem des Fehlens eines echt(en) großen und grünen (also wirklichen) Weihnachtsbaumes auf dem Domplatz schaffte es übrigens nicht unter die Top 100 der abendlichen kaiserhöfischen Themenliste.
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Dieter Czemper aus Emmerich am Rhein | 29.12.2015 | 15:43  
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