Links liegen lassen?

Oder rechts überholen?

Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich des Öfteren über Redewendungen nachdenke und dann auch noch Nachforschungen betreibe, wo die jetzt herkommen und was damit gemeint sein könnte.

Vor einigen Wochen war es mal wieder so weit. Eine Freundin eröffnete ihre Mail an mich mit diesem Satz: noch zwei Tage, dann geht sie ab die Lutzi.

Lutzi.

Wer ist eigentlich Lutzi oder Lucy oder Luci?
Und warum geht sie ab?
Und wohin?

Also mal eben eingegoogelt und sich drüber gefreut, dass auch andere Menschen solche Anwandlungen haben und es ganz genau wissen wollen. Es wird gemutmaßt, dass sich dieser Spruch auf Luzifer bezieht.
Also ganz was Teuflisches.
Es geht teuflisch ab.
In zwei Tagen!
Aber was habe ich mit dem Teufel zu tun?

Eine weitere Vermutung lautet, dass es was mit diesem „Hau den Lukas“ auf Jahrmärkten zu tun hat. Je fester man da drauf kloppt, umso heftiger geht da was ab. Und oben bimmelt es dann bei „Teuflisch gut drauf“?
Alles ist möglich.

Wenn man dann einmal auf der Datenautobahn in Sachen Redewendungen unterwegs ist, verfängt man sich im internetten Dschungel und die Gedanken halten dann merkwürdigerweise auch irgendwann bei einem selbst an.

Links liegen lassen habe ich zurück geschrieben, als mir die Frage gestellt wurde, wie ich dies und das jetzt zu bewerkstelligen gedenke. Wieder so etwas, das man andauernd so daher sagt, ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen.

Über die Jahrhunderte hat es sich eingeschliffen. Links wird gleich gesetzt mit link. Menschen können linkisch sein, tölpelhaft also. Oder eine linke Bazille, ein richtig fieser Möpp. Und rechts kommt von Recht, kann also nur gut sein und richtig. Das rechte Händchen war bei kleinen Kindern unerklärlicherweise immer das feine und richtige Händchen. Aber warum sind dann in politischer Hinsicht die Rechten und die Linken…na, Sie wissen schon.

Rechts ist nicht immer richtig, kann ja gar nicht. Rechts auf der Autobahn zu überholen ist sogar verboten. Und wie oft schon ist geltendes Recht gebeugt worden und wurde im Anschluss daran für rechtens erklärt?

Fragen über Fragen.

Einen Menschen links liegen zu lassen, ist auch nicht gerade die feine Art. Das hinterlässt das Gefühl von Bestrafung und Nichtbeachtung. Wem nutzt das was, selbst wenn es dem Selbstschutz dient?
Dazu fand ich dann auf meiner Reise durch das Netz auch einen interessanten Hinweis.
Das Herz sitzt links.
Kann es also einfach nur sein, dass einem dieser Mensch, den man gerade links liegen lässt ganz besonders am Herzen liegt?

Ich schreibe es dann einfach noch mal: alles ist möglich!

Autor:

Annette Kallweit aus Düsseldorf

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