Quadriennale: Stephen Shore - Hier kommt Farbe ins Spiel

Der „Rote Bulli“ von Stephen Shore revolutionierte die Fotografie. Jetzt ist er Zugpferd und Titel für die Quadriennale-Ausstellung im NRW-Forum. Foto: Stephen Shore, Courtesy 303 Gallery New York
  • Der „Rote Bulli“ von Stephen Shore revolutionierte die Fotografie. Jetzt ist er Zugpferd und Titel für die Quadriennale-Ausstellung im NRW-Forum. Foto: Stephen Shore, Courtesy 303 Gallery New York
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Der rote Bulli ist deutlich mehr als ein Auto. 1974 an einer Kreuzung in Easton – Pennsylvania – aufgenommen, hat er Stephen Shore zur altmeisterlichen Großformatfotografie gebracht. Für Hilla Becher, Ehemann Bernd und ihre Schüler wurde er zum Synonym für fotografische Freiheit.
Als die Künstlerfreundschaft des damals 26-jährigen Shore und der Düsseldorfer Fotografin Hilla Becher 1973 in New York beginnt, sind sowohl Shores Konzentration auf Nebensächlichkeiten wie Straßen als Motive und sein Mut zur Farbigkeit eine Sensation. Zwar gehen die Bechers mit ihrer typologischen Bilddokumentation von Wassertürmen bereits ebenfalls in diese Richtung, aber bisher ist die Kunstfotografie in Europa vor allem eines: schwarz-weiß. Hilla und Bernd Becher sorgen fortan dafür, das Stephen Shore auch in Deutschland und Europa bekannt wird. Ihren Schülern, zu denen zum Beispiel Thomas Ruff, Thomas Struth oder Andreas Gursky gehörten, dienen seine Fotos als Inspiration.
Den wechselseitigen Einfluss von Stephen Shores Arbeiten und der Neuen Düsseldorfer Fotografie aufzuzeigen – das hat sich die Quadriennale-Ausstellung im NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft zur Aufgabe gemacht. Sie wird am 10. September um 20 Uhr eröffnet. Teil ist sowohl eine umfassende Shore-Retrospektive auf einer 80 Meter langen Wand als auch eine Gegenüberstellung mit den verschiedenen Arbeiten und Blickrichtungen von Becher-Schülern. „Die Ausstellung zeigt das Frühwerk der Becher-Schüler, das man sonst so nicht mehr im Fokus hat“, sagt Werner Lippert, Leiter des NRW-Forums. Mit Arbeiten von ingesamt 22 Becher-Schülern ist die Ausstellung zudem die umfassenste Darstellung
ihrer Art, die es je gegeben hat.
Der Rote Bulli hat das Ehepaar Becher nicht mehr losgelassen. Nicht nur das Foto kauften sie von ihrem Freund Stephen Shore, sondern auch „in echt“ diente ihnen ein alter VW-Bulli lange als treues Gefährt. Noch heute steht bei Hilla Becher ein roter VW-Bus zuhause in Kaiserswerth vor der Tür.
Ab 11. September bieten zehn Düsseldorfer Museen und über 30 Galerien unter dem Obertitel „kunstgegenwärtig“ Ausstellungen zu Kunst in Düsseldorf der letzten 50 Jahre.
„Der Rote Bulli“ von Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie im NRW-Forum ist eine davon.
Mehr Infos gibt es im Internet unter http://www.quadriennale-duesseldorf.de

Autor:

Nele Cent-Roppel aus Monheim am Rhein

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