Statt Kreuzungsbauwerk als Überführung nun Tunnel geplant
RRX-Ausbau sieht Tunnel in Kalkum vor

Die Gleiskreuzung am ehemaligen Bahnhof Kalkum soll nun in Troglage erstellt werden.
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Das Thema Rhein-Ruhr-Express (RRX) bleibt ein Reizwort im Düsseldorfer Norden. In der BV-Sitzung vom 26. November stellte Klaus Lorenz vom Büro des Oberbürgermeisters zur Überraschung der Bezirkspolitiker die Planungen für den Bereich Kalkum mit einer Tunnelquerung vor.

Bisher war immer von einem Kreuzungsbauwerk als Überführung die Rede. Die Gleiskreuzung am ehemaligen Bahnhof Kalkum soll nun in Troglage erstellt werden. Der Gleisverschwenkungstunnel für Kalkum ragt 6,5 Meter ins Grundwasser, hat eine Gesamtlänge von mehr als 530 Metern. Die Bauwerkstiefe ist mit Gründung etwa zehn Meter unter dem Gelände, die beiden S-Bahn-Gleise sollen angehoben werden und inklusive Fahrdrahthöhe etwa 13 Meter übers Gelände ragen.

Auf der westlichen Seite am Bahnhof Kalkum soll eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden, für die es einen Gestaltungswettbewerb geben soll. Außerdem sollen alle sechs Gleise wegen möglicher Ausweichfahrten anderer Züge als „besonders überwachtes Gleis“ klassifiziert werden. Um die Schallemissionen zu verringern, werden die Gleisabschnitte regelmäßig von Schallmesswagen überprüft und gegebenenfalls in einem besonderen Verfahren geschliffen. Östlich zum Stadtwald hin sind keine Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

Lorenz erläuterte, dass aufgrund der Länge und der Tiefe des Bauwerks keine relevanten Veränderungen der Grundwasserstände, der Grundwasserfließrichtung und der Strömungsgeschwindigkeit zu erwarten sei. Das Bauwerk sei wasserrechtlich erlaubnisfähig. Dies verwunderte die Politiker umso mehr, da die Tunnellösung in Angermund unter anderem wegen wasserrechtlicher Bedenken von der Ampelkoalition im Stadtrat abgelehnt worden sei.

Die Initiative Angermund, die für mehr Lärmschutz kämpft und Klage gegen die RRX-Planung einge-reicht hat, schlägt vor, die Gleisverschwenkung in die von ihr favorisierte Einhausungsvariante für Angermund zu integrieren. Die im Jahre 2017 geprüfte und als machbar eingestufte Einhausungsvariante für Angermund mit Troglage der Gleise könnte den separaten Tunnel in Kalkum überflüssig machen. Vorteil: Gleisverschwenkung und Lärmschutz könnten kombiniert werden. Die CDU-Fraktion in der BV5 forderte die Verwaltung in einem Antrag auf, bei der Bahn darauf zu drängen, auf den Einsatz des umstrittenen Glyphosats künftig zu verzichten und stattdessen umweltschonendere Mittel einzusetzen. „Die Notwendigkeit eines Einsatzes ist bei Antragsstellung nach dem Pflanzenschutzgesetz hinreichend nachvollziehbar zu begründen und dem Umweltamt sowie den Anwohnern rechtzeitig vor einem geplanten Pestizideinsatz schriftlich vorzulegen“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

„Das ist doch Absurdistan, der Tunnel in Kalkum und der Einsatz von Pfanzengiften in unseren Wasserschutzzonen ist wider jedem gesunden Menschenverstand“, sagt dazu Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund. Der städtische Ordnungs- und Verkehrsausschuss stimmte am 27. November nach ausführlicher Diskussion dem Vorhaben der DB ohne Änderungen mit einer Gegenstimme (Freie Wähler/Tierschutz) zu

Die Gleiskreuzung am ehemaligen Bahnhof Kalkum soll nun in Troglage erstellt werden.
Klaus Lorenz stellte die RRX-Planungen für Kalkum vor und sorgte für Überrschungen.
Autor:

Norbert Opfermann aus Düsseldorf

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