Stolz auf das Stadttheater

Die Jubiläumsveranstaltung war auch ein „Familientreffen“ für das neue und alte Team des Stadttheaters.
Rabea Loffeld, Sabine Boers, Bürgermeister Peter Hinze, Elfie Peters, Sylvia Möllenbeck (hinten v.l.), Michael Rozendaal (vorne links), Ludger Heyming
Foto: Dirk Kleinwegen
  • Die Jubiläumsveranstaltung war auch ein „Familientreffen“ für das neue und alte Team des Stadttheaters.
    Rabea Loffeld, Sabine Boers, Bürgermeister Peter Hinze, Elfie Peters, Sylvia Möllenbeck (hinten v.l.), Michael Rozendaal (vorne links), Ludger Heyming
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Jubiläum war auch ein Familientreffen für frühere Mitarbeiter

In den letzten 50 Jahren haben mindestens 750.000 Gäste die rund 2.000 Veranstaltungen im Emmericher Stadttheater besucht. Grund genug den Geburtstag mit einigen interessanten Veranstaltungen zu feiern.

Das Stadttheater wurde am 19.10.1968 durch den damaligen Kultusminister, Fritz Holthoff (SPD) feierlich eingeweiht. Am 23. Oktober fand die erste Veranstaltung statt. Das Niederrhein-Theater Kleve führte das Schauspiel „Prinzessin Turandott“ auf.
     Von 1968 bis 1986 wurde das Stadttheater von Heinz Bergs geleitet. Nach einer kurzen Zeit unter den Herren Schreiner und Kleipaß übernahm Ludger Heyming für 20 Jahre die Leitung der „Kulturbetriebe - Künste - Kontakte“. Vor zehn Jahren wurde Heyming als Leiter von Michael Rozendaal abgelöst.
     „Wir haben alle Größen hiergehabt“, erzählte Michael Rozendaal stolz, „Lieselotte Pulver, Willy Millowitsch, Udo Jürgens, Götz George, Evelyn Künneke, Edith Hanke, Maria Schell, Heidi Kabel und Inge Meysel“. „Früher gab es auch regelmäßig große Musikveranstaltungen wie Operetten und Opern“, erinnert sich der Leiter des Stadttheaters, „doch dafür gibt es in Emmerich nicht mehr das Publikum. Bei Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro für eine derartige Veranstaltung und nur 200 bis 250 Besuchern rechnet sich das nicht. Heute laufen eigentlich nur noch Schauspiel, Kabarett, Comedy und Kinderveranstaltungen.“
     Die größte und aufwendigste Veranstaltung in der Geschichte des Stadttheaters war, laut Rozendaal, die Vorpremiere 1994 von Udo Jürgens. Alleine der Aufwand an Technik, doch Udo Jürgens fühlte sich in dem relativ kleinen Veranstaltungssaal äußerst wohl - wie in seinem Wohnzimmer. Aber auch Veranstaltungen wie Opern, Operetten oder Musicals, bei denen der Theatergraben geöffnet wurde, waren sehr aufwendig.
„Kultur kostet Geld“, erklärte Rozendaal, „aber Kultur ist wichtig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Stadt hat den Auftrag die Kultur näher zu bringen.“ Um die rund 10.000 Euro zuzüglich Nebenkosten, die ein gutes Theaterstück kostet, zu finanzieren, ist man auch auf Unterstützung der Stadt Emmerich angewiesen. Zusätzliche finanzielle Hilfe gibt es von der Rudolf-W.-Stahr - Sozial- und Kulturstiftung und einer größeren Anzahl an Emmericher Sponsoren.
     Rund um das Jubiläum fanden zwölf Veranstaltungen statt. Außergewöhnlich, bei einer Theatervorstellung mit Herbert Herrmann und Nora Collande erfolgte der Eintritt auf Spendenbasis, beim Kindertheater hatten Oma und Opa freien Eintritt und beim großen Jubiläumskonzert gab es Preise wie vor 50 Jahren. Es wurde hier besonders an die Kinder, Jugendliche und ältere Damen und Herren gedacht. Zu einem Termin wurden auch die ehrenamtlichen Helfer des Stadttheaters eingeladen. Ihnen soll mit einem Film und anschließendem Buffet für ihre Tätigkeit als Billeteure oder als Hilfe für Menschen mit Handicap gedankt werden.
     Außer von den großen Stars wurde Michael Rozendaal auch von kleineren Theaterstücken beeindruckt, die ohne großen Aufwand eine tolle Veranstaltung auf die Beine stellten. Auch bei älteren Schauspielern - die eine halbe Stunde, an einem Stück, alleine auf der Bühne sprechen - wunderte er sich öfter, was die noch alles behalten können. „Ein besonders sympathischer Schauspieler war Walter Sittler“, erzählt Rozendaal, „während der in seiner Garderobe sein Hemd gebügelt hat, konnte man sich wirklich prima mit ihm unterhalten.“
     Für seinen Vorgänger Ludger Heyming waren der Auftritt von Udo Jürgens, die Premieren von Reinhard May und Jürgen von der Lippe die Highlights im Emmericher Stadttheater: „Jürgen von der Lippe suchte vor Jahren einen Probenraum für eine Fernsehproduktion. Ihm gefiel es in Emmerich so gut, dass er Heyming per Handschlag zusicherte, alle zukünftigen Premieren in Emmerich stattfinden zu lassen. Heyming freute sich auch über den großen Erfolg der regelmäßigen Open-Air-Comedy-Veranstaltungen, die er ins Leben gerufen hat.
Die Stadt Emmerich ist laut Bürgermeister Peter Hinze mächtig stolz auf das Stadttheater. „Ich werde öfter von anderen Kommunen des Kreises Kleve angesprochen, die uns um das Programm, was wir auf die Beine stellen, beneiden“, erklärt Hinze, „viele Gäste bewundern das tolle Programm für so eine kleine Stadt.“ Für den ersten Bürger der Stadt gehören die Veranstaltungen mit Jürgen von der Lippe und Herbert Knebel zum persönlichen Pflichtprogramm.

Dirk Kleinwegen / Stadtanzeiger Emmerich-Rees-Isselburg

Autor:

Dirk Kleinwegen aus Rees

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