Schaufensterpuppen
Schaufensterpuppen

Ich schlenderte durch ein großes Textilgeschäft und plötzlich hörte ich in meinem Kopf „Psst“. Wollte da jemand was von mir? Oder hatte ich mir das nur eingebildet. „Nein, Du hast Dir das nicht eingebildet, WIR nehmen mit Dir telepathischen Kontakt auf“. Ich war total entsetzt und verspürte fürchterliche Angst. Noch nie in meinem Leben verspürte ich solch eine Angst.

„Beruhige Dich, wir wollen dir nichts Böses.“ Wer seid Ihr denn? „Schau Dich um, im Schaufenster, da findest Du uns.“ Aber, das gibt es doch nicht! Schaufensterpuppen sind doch keine Lebewesen und können auch nicht telepathisch mit uns Menschen kommunizieren.

„Wir schon und wenn Du möchtest, dann kannst Du eine von uns werden!“ Wie jetzt, dachte ich in Richtung der Puppen. „Ganz einfach, Du musst nur ein paar Minuten eine unserer Hände halten und schon bist Du eine von uns.“

Und dann? dachte ich zurück. „Dann hast Du nie mehr Schmerzen, musst nie mehr was essen oder trinken. Empfindest keine Emotionen und benötigst auch kein Geld mehr zum Überleben. Und Du wirst nahezu ewig eine Schaufensterpuppe sein.“

Oh je, dachte ich. Wollte ich das wirklich? Verlockend war das ja, ewig „leben“ aber für wen oder was?

Und, keine Liebe mehr? Nö, dachte ich und die Schaufensterpuppen lösten sich auf einmal in nichts auf.

Und ja, dann wachte ich auf. Es war nur ein seltsamer Traum. Aber von da an machte ich um Schaufenster mit Puppen erst mal einen großen Bogen.

Autor:

F. Wilhelm Thielen aus Emmerich am Rhein

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