KAB Nikolaus Groß besichtigte den Deichverband Bislich-Landesgrenze

Im Rahmen der heimischen Betriebsbesichtigungen, bot die KAB Nikolaus Groß am 29.01.16 eine Besichtigung des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze an.
Die 18 Teilnehmer wurden durch Deichgräf, Herbert Scheers und den Geschäftsführer, Holger Friedrich begrüßt.
Zu Beginn betonten beide Herren, dass Besuchergruppen herzlich willkommen sind, um die Arbeit des Deichverbandes näher zu bringen.
Schon vor 600 Jahren legten unsere Vorfahren den Grundstein für den Deichschutz am Niederrhein.
Der Deichverband Bislich-Landesgrenze wurde zum 01.01.2007 aus 6 ehemals selbstständigen Deichverbänden und Deichschauen neu gebildet und ist der größte Deichverband in NRW.
Zu seinen Aufgaben gehört die Überwachung, Betreuung und Verteidigung von 45 Km Deich- und Hochwasserschutz sowie die Deichsanierung.
Ein weiteres Aufgabenfeld umfasst die Entwässerung, damit das Wasser, was sich auf dem Land sammelt, auch abfließen kann. Hierzu betreibt der Deichverband 4 Schöpfwerke.
Der Deichverband investiert die Beiträge seiner Mitglieder ausschließlich in den Bau, die Sanierung, die Erhaltung und die Kontrolle von Deichanlagen, in die Erhaltung der Funktionsfähigkeit
der Flächenentwässerung, in die Mitgliederinformation und in die Selbstverwaltung. Neben 15 hauptamtlichen Mitarbeitern wird ein Großteil der Aufgaben durch Ehrenamtler wahrgenommen.
Da ein Hochwasser an der Landesgrenze keinen Halt macht, wird mit dem niederländischen Deichverband "Waterschap Rijn en Ijssel" gut und vertrauensvoll zusammen gearbeitet.
Nach den Hochwassern der 90er Jahre wurden in den Niederlanden viele Deiche aufgestockt, wobei das Grundgerüst bestehen blieb.
In Deutschland hingegen werden bei Baumaßnahmen die alten Deiche abgetragen und neu gebaut, was allerdings den Nachteil hat, dass diese Maßnahmen mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Ein weiteres Problem bei einer Deichsanierung ist die zeitlich, sehr aufwändige Untersuchung hinsichtlich der Kampfmittelräumung und der Verantwortlichkeit.
Waren früher die Deiche abseits der Verkehrswege, so werden heute viele Deiche, durch die Kommunen, für Spaziergänger und Fahrradfahrer zugänglich gemacht, was teilweise Probleme hervorruft.
Es entstehen Gefahren durch Hundebesitzer, die ihre Hunde, trotz Verbot, frei laufen lassen sowie rücksichtslose Radfahrer, in Verbindung mit grasenden Schafen, die für den Deichschutz immens wichtig sind.
Was passiert, wenn ein Deich bricht, wurde den Teilnehmern an Hand einer Animation vor Augen geführt, wobei ausdrücklich betont wurde, dass durch den Film keine Ängste geschürt werden sollen.
In der Animation, die sich auf der Homepage des Deichverbandes unter http://www.dv-bl.de/ befindet, wird ein Deichbruch bei Haffen-Mehr simuliert, was verheerende Auswirkungen bis weit in die Niederlande hat.
Fazit: Alle Mitbürger sollten froh und dankbar sein, dass ihr Hab und Gut durch die vorgenannten Maßnahmen weitestgehend geschützt wird, einen 100 % Schutz wird es allerdings nie geben.

Autor:

Johannes Looman aus Emmerich am Rhein

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