Nachhaltiges Projekt wird vorgestellt
Boulevard mit einer Taschen-Premiere

Auch City-Managerin Lena Becker (li.) freut sich auf die Taschen-Premiere zum Boulevard.
  • Auch City-Managerin Lena Becker (li.) freut sich auf die Taschen-Premiere zum Boulevard.
  • Foto: Corinna Ten-Cate
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Genäht hat Dina Agranova in 40 Berufsjahren nahezu alles. Die gelernte Schneiderin fertigte Kostüme für Theater an, kleidete Prominente in luxuriöse Roben, verarbeitete Leder und unterschiedlichste Stoffe.

Doch ihre aktuelle Arbeit ist auch für die erfahrene Näherin eine Premiere: Für ein gemeinsames Projekt von ProCity Gevelsberg und der Volkshochschule schneidert Dina Agranova Taschen aus alten Werbebannern und -planen.
Die Idee zu der Kooperation hatte City-Managerin Lena Becker. Sie war in den ProCity-Büroräumen auf große, alte Banner gestoßen, die viel Platz wegnahmen und nicht mehr gebraucht wurden. Diese wollte sie gerne wieder nutzbar machen – als Taschen. „Taschen aus Planen an sich sind zwar nichts Neues“, sagt Lena Becker. „Aber Taschen, deren Material Bezug zur Stadt Gevelsberg hat und zugleich vor Ort gefertigt werden, schon.“
Also fragte die City-Managerin auch bei den Vereinsmitgliedern nach alten, überflüssigen Bannern und suchte nach einer Möglichkeit, diese direkt in Gevelsberg in schicke Shopper und stylishe Messenger Bags verwandeln zu lassen. Fündig wurde sie bei der VHS. Genauer gesagt, bei der Nähwerkstatt des Aktivcenters der DIA gGmbH, die Frauen mit befristeten kreativen und handwerklichen Projekten dabei hilft, berufliche Kenntnisse aufzufrischen und sich langfristig wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit Februar arbeiten aktuell sechs Frauen, die aus Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, gemeinsam mit Dina Agranova und Sigrid Maßmann, Anleiterin der Nähwerkstatt, an den Taschenmodellen: 20 Shopper und 20 Messenger-Bags sollen im ersten Schritt entstehen.
Damit auch ungeübte Näherinnen die Aufgabe meistern können, hat Dina Agranova alles bis ins kleinste Detail vorbereitet: Sie hat Schnitte gezeichnet und feste Holzschablonen angefertigt, jeden Arbeitsschritt in Wort und Bild festgehalten. „Für ungeschulte Näherinnen sind diese Taschen schon eine anspruchsvolle Aufgabe“, weiß die Fachfrau. „Jede Naht muss sitzen. Man kann keine Naht wieder aufmachen, da man bei den Planen jedes Loch sofort sieht.“

Taschen-Premiere beim Boulevard

Doch die Arbeit lohnt sich. Das zeigen die ersten Modelle, die bereits fertig sind. Farbenfroh und modern, mit kleinen City Gevelsberg- und VHS-Aufnähern und Rolladen- oder Sicherheitsgurten als Trageriemen. „Das einzige, was wir dazukaufen, sind Klett und Garn“, erzählt Sigrid Maßmann. „Alle weiteren Materialien verwerten wir wieder.“ Die fertigen, nachhaltigen Taschen werden zum ersten Mal beim Boulevard Gevelsberg bei der Buchhandlung Appelt, Mittelstraße 76, und im Frühstück(s)Café Peterle, Mittelstraße 51, vorgestellt. „Dann kann jeder sich einen Eindruck von diesen besonderen Gevelsberg-Accessoires verschaffen und sein Lieblingsstück natürlich auch gleich käuflich erwerben“, freut sich Lena Becker auf die Taschen-Premiere.

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