Medizin
Alltagsrassismus in der Medizin

Alltagsrassismus in der Medizin
von
Mg. Dr. med. Mimoun Azizi, M.A.

Hintergrund:
Deutschland ist de facto seit den 60er ein Einwanderungsland. Die Gründe für die Migration nach
Deutschland sind genauso mannigfaltig wie die Kulturen aus denen die MigrantInnen stammen. Die
Zunahme der Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund führt konsekutiv auch zu einer
Zunahme dieser Menschen im deutschen Gesundheitssystem sowohl als Patientinnen wie auch als
Teil des Gesundheitssystems. (18). Daher nimmt die Auseinandersetzung zwischen Menschen mit
Migrationshintergrund und dem Gesundheitssystem an Relevanz. Menschen mit
Migrationshintergrund haben auf Grund sprachlicher Barrieren, unterschiedlicher Sozialisation
erhebliche Schwierigkeiten, wenn sie in den Mühlen des Gesundheitssystems geraten. Erschwerend
hinzu kommt der offene bzw. subtile Alltagsrassismus, der sich unterschiedlich manifestiert.
Während er vielen Menschen mit Migrationshintergrund und guten Deutschkenntnissen in Form des
positiven Rassismus begegnet, kategorisiert er die anderen mit weniger oder gar nicht vorhandener
Deutschkenntnisse in bestimmten Kategorien wie Kultur und Rasse. Darauf basierend werden
Verhaltensmuster dieser PatientInnen interpretiert und entsprechende Diagnostiken und Therapien
eingeleitet oder eben nicht adäquat behandelt mit möglichen fatalen Folgen für die Betroffenen.
Demütigungen, Respektlosigkeit, sich nicht verstanden fühlen oder der gut gemeinte Satz „Sie
können aber gut deutsch sprechen!“ im Sinne eines positiven Rassismus führen häufig dazu, dass
diese Menschen mit Migrationshintergrund das Gesundheitssystem meiden, weil sie sich
diskriminiert fühlen und reduzieren die Inanspruchnahme auf das Notwendigste. Andere leiden unter
diesen Erfahrungen und können darunter erkranken und/oder bereits bestehende Erkrankung wie
Depressionen oder Somatisierungsstörungen können sich verstärken bzw. chronifizieren.
Zielsetzung:
Diese Arbeit setzt sich mit dem Alltagsrassismus in der Medizin, dem Menschen mit
Migrationshintergrund ausgesetzt sind, auseinander. Es wird sowohl der Frage nachgegangen
inwiefern und auf welche Art und Weise diese Menschen den Alltagsrassismus im hiesigen
Gesundheitssystem erleiden als auch der Frage warum sie Alltagsrassismus erleben und welche
gesundheitlichen Folgen wie auch Verhaltensweisen der Betroffenen daraus resultieren. Die
Auswirkungen des Alltagsrassismus im Gesundheitswesen kann bereits bestehende Erkrankungen
wie Depressionen verstärken oder gar di nuovo auslösen. Im Gesundheitssystem arbeiten Ärzte und
Ärztinnen mit unterschiedlicher Sozialisation und unterschiedlichen Ideologien. Der Beruf des Arztes
folgt einer gewissen Ethik , die im hippokratischen Eid symbolisch zum Ausdruck kommt. Demnach ist
der Behandler gemäß dieser Ethik empathisch, fair und um die Gesundheit seiner Patienten bemüht.
Er ist auch verpflichtet seine Patientinnen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion und
Geschlecht nach bestem Wissen und Gewissen zu behandeln. Untersuchungen haben jedoch gezeigt,
dass auch im Gesundheitswesen der Alltagsrassismus salonfähig geworden ist. Patientinnen und
deren Angehörige, die nach dem äußeren Erscheinungsbild, wobei hierunter nicht nur die Kleidung
und die womögliche Sprachbarrieren zu verstehen sind, sondern auch das Aussehen an sich und die
religiöse Ausrichtung, nicht der Mehrheitsgesellschaft als zugehörig angesehen werden. Diese
Patientinnen wie auch ihre Angehörigen erleben offensichtlichen wie auch subtilen Rassismus im
Gesundheitswesen. Nicht selten sehen sie sich positiver Diskriminierung ausgesetzt. Hinzu kommen
strukturelle Diskriminierungsformen wie der erschwerte Zugang zum Gesundheitssystem in Form
einer langen Wartezeit auf einen Termin beim Hausarzt und der erschwerte Zugang zum Facharzt.
Dieser Alltagsrassismus, den Patientinnen mit Migrationshintergrund und ihre Angehörigen im
Gesundheitssystem erfahren, kann fatale gesundheitliche Folgen für die Betroffenen haben. Alleine
diese Erfahrungen können dazu führen, dass die Betroffenen trotz Erkrankung das
Gesundheitssystem meiden und Erkrankungen sich chronifizieren können. Das Ziel dieser Arbeit ist
es, diese Faktoren zu entlarven und ihre Mechanismen und Auswirkungen auf die Gesundheit der
MigrantInnen zu diskutieren.
Der demographische Faktor bei Menschen mit Migrationshintergrund:
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren zum Jahresende 2017 im
Ausländerzentralregister (AZR) ca. 10,0 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer
Staatsangehörigkeit erfasst. Das ist die höchste jemals in Deutschland registrierte Zahl seit der
Errichtung des AZR im Jahr 1967. Seit 2014, das heißt in den Jahren 2015 und 2016, hat die Zahl der
Ausländerinnen und Ausländer um 1,886 Millionen zugenommen (+23,1%). Den größten Anteil an
dieser Entwicklung hatte die Nettozuwanderung . Im Jahr 2015 umfasste sie 1,535 Millionen
Personen. Der Geburtenüberschuss der ausländischen Bevölkerung belief sich im Zeitraum 2015 und
2016 auf ein Plus von 98700 Personen. Der Zuwachs von 2017 gegenüber 2014 basierte vor allem auf
der Zuwanderung aus Syrien (+519700), Afghanistan (+178100) und dem Irak (+138500).Die
ausländische Bevölkerung in Deutschland war 2017 durchschnittlich 37 Jahre und 7 Monate alt und
hielt sich seit 16 Jahren und 6 Monaten in Deutschland auf. Der Anteil der Männer an der
ausländischen Bevölkerung ist seit Anfang 2015 von 51,5 % auf 54,1 % gestiegen, der Anteil der
Ledigen (einschließlich Kinder) von 40,4 % auf 42,8 %. Umgekehrt hat der Anteil der Verheirateten
von 45,4 % auf 42,7 % abgenommen, der Anteil der in Deutschland geborenen Ausländerinnen und
Ausländer von 15,1 % auf 12,9 % abgenommen. In Deutschland hat knapp jede vierte Person einen
Migrationshintergrund. Insgesamt leben in Deutschland im Jahre 2017 ca. 21 Millionen Menschen
mit Migrationshintergrund. Das entspricht ca.23,5 %der Gesamtbevölkerung. Davon sind 48,6%
weiblich und 51,4% männlich. Von allen Personen mit Migrationshintergrund sind rund zwei Drittel
selbst eingewandert und ein Drittel ist in Deutschland geboren (68,4 bzw. 31,6 Prozent). Etwas mehr
als die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund sind Deutsche (51,1 Prozent). Mittelfristig wird
sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen: 2017 hatten 39,1 Prozent
aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund. (Statistisches Bundesamt: Mikrozensus
2017– Bevölkerung mit Migrationshintergrund).
Migration und Alter
Der Anteil der jüngeren Altersgruppen hat in der Vergangenheit beständig abgenommen. 1970
machten die unter 20-Jährigen noch 30,0 Prozent der Bevölkerung aus. Bis 1990 fiel ihr Anteil auf
21,7 Prozent, im Jahr 2010 lag er bei nur noch 18,4 Prozent. Parallel hierzu stieg der Anteil der
älteren Altersgruppen an der Bevölkerung: Zwischen 1970 und 2010 von 18,0 auf 21,0 Prozent bei
den 60- bis unter 80-Jährigen und von 2,0 auf 5,3 Prozent bei den Personen, die 80 Jahre oder älter
waren. 2010 waren damit 4,3 Millionen Personen mindestens 80 Jahre alt. Bei den älteren
Altersgruppen setzte diese Entwicklung schon früher ein: 1950 lag der Anteil der 60- bis unter 80-
Jährigen an der Bevölkerung noch bei 13,6 Prozent und der Anteil der Personen, die 80 Jahre oder
älter waren, lag bei lediglich 1,0 Prozent.( 51). Obwohl die Bevölkerungsgruppe mit
Migrationshintergrund in Deutschland zurzeit noch ein vergleichsweise niedriges Durchschnittsalter
aufweist, wächst der Anteil älterer Menschen unter den türkischen Migrantinnen und Migranten. Vor
diesem Hintergrund gewinnen Fragen zur Pflegeversorgung dieser Bevölkerungsgruppe stark an
Bedeutung, über die bisher in Deutschland kaum wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse
existieren. Das folgende Kapitel beschreibt die besondere Situation von Menschen mit türkischem
Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, und gibt so erste Einblicke in dieses noch junge
aber wichtige Forschungsfeld und stellt einen Einstieg in die weitere Forschung zu diesem Thema
dar.(52)
Methode:
Es wurden hierzu die in Pubmed vorhandenen Studien eruiert und ausgewertet bzw. beurteilt. Dabei
zeigte sich, dass Studien zu diesem Thema sehr rar sind. Des Weiteren wurden Artikel über und zu
diesem Thema ausgewertet und auch die eigenen Erfahrungen als Neurologe und deutscher
Staatsbürger mit Migrationshintergrund haben Eingang in diesem Artikel gefunden. Die
demographischen Daten entstammen dem statistischen Bundesamt.
Definitionen:
Der Begriff der „Rasse“ hält sich hartnäckig und dient im Alltag und insbesondere im
Gesundheitssystem zur Kategorisierung von Menschen. In Studien und im klinischen Alter wird
zwischen „Afrikanern“ und „Eurasier“ unterschieden. Dabei ist der Begriff der „Rasse“
wissenschaftlich nicht haltbar. „Darüber hinaus hat die Analyse von Genen, die in verschiedenen
Versionen auftreten, gezeigt, daß die genetische Variationen zwischen den Individuen innerhalb
jeder Gruppe groß ist, während im Vergleich dazu die Variation zwischen den Gruppen
verhältnißmäßig klein ist. Es ist leicht, zwischen Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde
Unterschiede in der äußeren Erscheinung(Hautfarbe, Morphologie des Körpers und des Gesichts,
Pigmentierung etc.) zu erkennen, aber die zugrundeliegende genetische Variation selbst ist viel
weniger ausgeprägt(…)Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den Begriff „Rasse“ weiterhin zu
verwenden“(UNESCO 1996). Folglich ist die Kategorisierung von Menschen in „Rassen“
wissenschaftlich falsch und somit an sich hinfällig. Dennoch hat sich der Begriff der „Rassen“ im
Alltag als Instrument der Kategorisierung von Menschen etabliert. Moosmüller kommt zu der
Schlussfolgerung, daß „die Beschreibung von Kulturen beziehungsweise von Unterschieden zwischen
den Kulturen(…) unvermeidlich ein konstruktiver Vorgang (ist).“Es herrsche die Vorstellung , daß
jeder Mensch „Träger von Kultur“ ist. (Vgl. Moosmüller, S.20). Die Anwendung des Begriffs der Rasse
und damit verbunden die Zuordnung von kulturellen Unterschieden dient dazu, Menschen mit
Migrationshintergrund den Zugang zu Ressourcen wie das Gesundheitssystem zu erschweren oder
gar unmöglich zu machen.(Vgl. Moosmüller, S20). In einem ethnischen Nationalstaat wie der
Bundesrepublik Deutschland bezeichnet das „ethnisch Andere“ das Fremde, das Nichtdazugehörige.
(Vgl.Moosmüller:22). Der Diskurs über kulturelle Eigenarten und Differenzen kann zu rassistischen
Ausgrenzungen führen. Die rassistischen Ideologien beschränken sich nicht mehr ausschließlich auf
andere „Rassen“, sondern zunehmend auf andere Kulturen. Damit wird der Begriff der „Rasse“ nicht
nur biologisch, sondern auch kulturell verstanden. (Vgl. Huntington 1996: 522). Der Rassismus ist ein
Instrument der Herrschaft über die“Anderen“bzw. der Herrschaft der Mehrheitsgesellschaft über die
Minderheiten im Alltag eine Legitimation zu geben.(Vgl. Memmi 1992:13). Diese Form der
Legitimation des Rassismus spiegelt sich im Alltag wieder. Es handelt sich dabei um „die alltäglichen
Formen von Rassismen der Mehrheitsgesellschaft, die keineswegs nur in extremer oder offener
Weise auftreten, sondern auch subtil, unauffällig, verdeckt und latent. Nicht immer handelt es sich
dabei um bewusste und gewollte Prozesse, und oft geht es um ein Verhalten innerhalb bestimmter
Strukturen, das rassistische Effekte zur Folge haben kann. Angehörige der Mehrheitsgesellschaft
identifizieren subtilere oder ungewollte Formen von Rassismus häufig nicht als Rassismus, vielmehr
erscheinen sie ihnen als selbstverständlich und werden unhinterfragt hingenommen.“(Leiprecht
2005:10). „Viele Leute reden und verhalten sich wie Rassisten, fühlen sich jedoch nicht getroffen,
wenn man ihnen dies vorwirft.“(Memmi 1992:105). Der Alltagsrassismus ist auch im
Gesundheitswesen zu finden mit enormen Benachteiligungen von Menschen mit
Migrationshintergrund.
Diskriminierung im Gesundheitswesen
Die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund beträgt in Deutschland laut Statistisches
Bundesamt 2017 ca. 24% der Gesamtbevölkerung. Davon sind 20 % über 65 Jahre. Die Anzahl der
Menschen mit Migrationshintergrund , die in Kontakt mit dem hiesigen Gesundheitswesen sei es als
Patientinnen oder als Teil des Gesundheitssystems steigt folglich kontinuierlich. Kaas und Manger
konnten in einem Experiment nachweisen, daß Bewerbungen von Hochschulabsolventen mit
deutschen Namen erfolgreicher waren als Bewerbungen mit türkischen Namen bei gleicher
Qualifikation.(Vgl. Kaas/Manger 2010:3). Damit wird Menschen mit Migrationshintergrund der
Einstieg ins Berufsleben erheblich erschwert und ein Karrieresprung verhindert. Dies betrifft auch
Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegekräfte mit Migrationshintergrund. Auch das Nicht-Anerkennen von
im Ausland erworbenen Bildung- und Hochschulabschlüssen und teilweise von Ärztinnen mit
jahrelanger Berufserfahrungen , ist eine Form von Diskriminierung, die diese Menschen in einer
Existenzkrise stürzen kann. Laut Migration-Info 2010 werden ca. 29% der Neu-Migranten trotz im
Ausland erworbenen Berufsabschlusses zu ALG 2 –Bezieher, weil deren Qualifikation in Deutschland
nicht anerkannt wird.
Für Patientinnen mit Migrationshintergrund stellt die fehlende Beherrschung der deutschen Sprache
das größte Hindernis. Auch deswegen, weil wichtige Informationen die Gesundheit betreffend, nur
selten in anderen Sprachen übersetzt werden.(Vgl. Robert-Koch-Institut 2008:109).Konsekutiv
können viele Patientinnen mit Migrationshintergrund weder die Diagnosen noch die Therapieabläufe
verstehen. Das Robert-Koch Institut konnte in einer Studie aus 2008 darlegen, daß nur 55% der
türkischen Patientinnen ihre Diagnose richtig angeben konnten. Das Gesundheitsverständnis vieler
Patientinnen mit Migrationshintergrund ist in den meisten Fällen ganzheitlich. Das bedeutet , daß
keine Trennung zwischen Körper und Geist erfolgt. Hingegen herrscht in der hiesigen Medizin eine
Dichotomie von Körper und Geist. Folglich kann es zu Mißverständnissen zwischen Arzt und
Patienten kommen mit daraus resultierenden Fehldiagnosen und falscher Medikation. Dabei besteht
immer die Gefahr, daß sich der Gesundheitszustand der Zustand des Patienten sogar verschlechtert.
Denn das positive Kohärenzgefühl mit den drei Komponenten nach Antonovsky, nämlich
Handhabbarkeit, Verstehbarkeit und Sinnhaftigkeit, welches für die Aufrechterhaltung der eigenen
Gesundheit notwendig wäre, ist nicht gegeben.(Vgl. Antonovsky 1997:110 ff.). Die Inanspruchnahme
von Gesundheitsdiensten seitens der Migranten ist unterdurchschnittlich. Dies betrifft auch die
Früherkennunguntersuchungen von Kindern mit Migrationshintergrund. (Vgl. Antonovsky:110-
111)Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen spielen Früherkennungsuntersuchungen in den
meisten Herkunftsländern eine untergeordnete Rolle.(Vgl.Antonovsky:121). Andrerseits verfügen
Migrantinnen über wenig Informationen hinsichtlich dieser
Früherkennungsuntersuchungen.(Vgl.Antonovsky:111). Antonovsky konnte in einer weiteren Studie
darlegen, daß Migrantinnen wesentlich häufiger ihren Frauenarzt wechseln, weil sie sich nicht
verstanden oder unhöflich behandelt fühlen. Es scheinen nicht nur Sprachprobleme eine Rolle zu
spielen, sondern auch das Verständnis von Gesundheit und die Art und Weise wie mit diesen
Patientinnen umgegangen wird. Die schlechten Erfahrungen dieser Migrantinnen mit Behörden wie
der Ausländerbehörde werden auf soziale Einrichtungen übertragen. Hinzu kommen „strukturelle
Zugangsbarrieren“ wie (…) Wohnortferne (…)(und) Öffnungszeiten, die mit der Lebenswirklichkeiten
belasteter Migrantenfamilien kollidieren.“(Rommelspacher 2008:39).Rommelspacher sieht auch in
den religiös ausgerichteten Wohlfahrtsverbänden ein Hindernis. (Vgl. 2008:39).
Einfluß des Alltagsrassismus auf die Gesundheit:
Es ist unbestritten, dass Benachteiligungen , Stigmatisierungen sowie „die fortdauernde Begegnung
mit solchen sprachlichen und anderen rassistischen Entgleisungen , die Schwierigkeit der
angemessenen Reaktion und vor allen Dingen der nachhaltige Einfluss dieser Konfrontationen auf
Migrantinnen lassen das Konzept von Rassismus als traumatisierend und damit auch als
krankmachend durchaus als realistisch erscheinen.“(Nivedita Prasad 2009:7). Alltagsrassismus im
Gesundheitswesen führt bei den Migrantinnen zu Vermeidung solcher Institutionen und Akteuren.
Zudem bedeuten solche Erfahrungen eine enorme psychische und physische Belastung.(Vgl. Igel
2010:187). Zu den psychischen Erkrankungen, die der Alltagsrassismus auch im Gesundheitswesen
auslösen kann gehören verschiedene Formen der Depressionen, Somatisierungsstörungen wie
Magenbeschwerden ohne entsprechendes pathologisches Korrelat sowie häufig bei Schwangeren ein
ausgeprägtes Schwangerschaftserbrechen. Diese Negativerfahrungen stärken bei den Migrantinnen
das Mißtrauen gegenüber den Gesundheitsbehörden. (Vgl. Rommelspacher). Der Alltagsrassismus
kann insbesondere dann zu schweren psychischen Erkrankungen bei Migrantinnen führen, wenn
diese bereits aufgrund gemachter Negativerfahrungen vorbelastet sind. Die Kombination aus
Alltagsrassismus und bereits bestehender ungünstiger Lebenssituationen stellt ein hohes Risiko für
die Migrantinnen zu erkranken
Ergebnisse und Zusammenfassung:
Zum Thema Alltagsrassismus in der Medizin existieren sehr wenige Studien. Arbeiten über die
Auswirkung des Alltagsrassismus in der Medizin auf das Verhalten und der Gesundheit der
Migrantinnen, die mit diesem System in Berührung kamen, sind ebenfalls sehr rar. Dennoch deuten
die erwähnten Studien daraufhin, dass zum einen der Alltagsrassismus im Gesundheitswesen
allgegenwärtig ist und daß dieser Alltagsrassismus massive Auswirkung auf die Gesundheit der
MigrantInnen hat. Zudem werden bereits bestehende Vorbehalte seitens der MigrantInnen diesem
System gegenüber verstärkt. Das Mißtrauen der MigrantInnen und ihrer Angehörigen gegenüber
dem hiesigen Gesundheitssystem wird somit verstärkt. Daraus resultieren Vermeidungsverhalten,
Unzufriedenheit und eine Abnahme der Compliance hinsichtlich Diagnostiken und Therapien. Wie
unterschiedlich die Wahrnehmungen dieser Problematik ist, zeigen die bis dato durchgeführten
Studien. In den 70er Jahren kam Häfner in einer umfassenden empirischen Studie über psychische
Erkrankungen bei MigrantInnen zu dem Ergebnis, daß bei diesen psychische Erkrankungen seltener
auftreten im Vergleich zur deutschen Bevölkerung (10). Die Ursache hierfür sah Häfner im
Selektionsverfahren in den Herkunftsländern. Auch konnte Häfner in seiner Studie keine
Diskriminierung von MigrantInnen in der Medizin nachweisen. In derselben Studie kam häfner zu sei
als bei der deutschen Bevölkerung (10). Daß die niedrige Rate an psychischer Erkrankungen
womöglich mit dem niedrigen Durchschnittsalter der Untersuchten zusammenhängen könnte, ließ
Häfner unerwähnt. Holzmann et al.(11) kamen hingegen zu gegenteiligen Ergebnissen. Demnach war
die Inanspruchnahme psychiatrischer Behandlungen durch Menschen mit Migrationshintergrund
schwächer als bei der deutschen Bevölkerung. Zudem konnte Holzmann nachweisen, daß paranoide
Schizophrenie , reaktive Depressionen und akute Belastungsstörungen bei Menschen mit
Migrationshintergrund häufiger auftreten bzw. diagnostiziert werden im Vergleich zur einheimischen
Bevölkerung. Die geringe Inanspruchnahme führte Holzmann auf die fehlenden kultursensiblen
Anlaufstellen und fehlende kultursensible Qualifikation zurück(10). Haasen et al. konnten in ihrer
Studie Holzmann darin bestätigen, daß Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis bei
Menschen mit Migrationshintergrund häufiger diagnostiziert werden. Haasen konnte zudem eine
Korrelation zwischen der Sprachbarriere der Menschen mit Migrationshintergrund und dem
psychopathologischen Befund eruiren. Je ausgeprägter die Sprachbarriere war, desto
wahrscheinlicher ist es, daß bei den betroffenen Patienten mit Migrationshintergrund eine
Schizophrenie diagnostiziert wird. Auch ein erschwerter Zugang zum Gesundheitswesen für
Menschen mit Migrationshintergrund wurde als Ursache für die häufiger diagnostizierten Psychosen
in Betracht gezogen. Beck und Hoffmann konnten in einer späteren Untersuchung die Ergebnisse von
Holzmann et al. bestätigen(1). Wolfersdorf konnte in seiner Studie nachweisen, daß die stationäre
Behandlungsdauer bei Menschen mit Migrationshintergrund deutlich kürzer ist als bei der
einheimischen Bevölkerung(21). M. Schouler-Ocak et al. kamen in ihrer Studie zu der
Schlußfolgerung, daß „ imUnterschied zu früheren Erhebungen (…) Patienten mit
Migrationshintergrund in den jetzt untersuchten Einrichtungen entsprechend ihrem
Bevölkerungsanteilvertreten (waren). Es bestehen jedoch in großem Umfang kulturell bedingte und
in geringerem Maße sprachliche Verständigungsprobleme. Diese beeinträchtigen die psychiatrischpsychotherapeutische Diagnostik und Therapie. Auffällig war der insgesamt hohe Anteil von
Patientenmit schizophrenen und wahnhaften Störungen in der Stichprobe (18:3).“In einer im Jahre
2015 von Donkor publizierten qualitativen Studie konnte der Einfluß von Alltagsrassismus auf die
Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund nachgewiesen werden. Insbesondere der
Alltagsrassismus im Gesundheitswesen führt bei diesen Menschen zu psychischen und physischen
Erkrankungen, auch deswegen, weil bereits gesundheitlich angeschlagene Menschen am ehesten mit
diesem System in Berührung kommen. Daher gab Donkor zu bedenken, daß derartige Erkrankungen
häufiger zum Vorschein kommen, wenn der Alltagsrassismus im Gesundheitswesen auf bereits
bestehende persönliche psychische und/oder physische Instabilität wie mangelndes Selbstwertgefühl
bzw. unzureichende Bewältigungsstrategien trifft. Doch auch Angehörige und stabile PatientInnen
mit Migrationshintergrund leiden unter dem Alltagsrassismus im Gesundheitswesen mit konsekutiver
Zunahme an Mißtrauen gegenüber diesen Institutionen und deren Akteure. (Vgl. 19: 2).
Diskussion:
Deutschland ist seit mehr als 60 Jahren ein klassisches Einwanderungsland. Man könnte annehmen,
dass die deutsche Gesellschaft und in diesem Falle das deutsche Gesundheitssystem Mechanismen
entwickelt haben, um mit diesen Menschen umgehen zu können. Gerade Migranten mit
gesundheitlichen Problemen sind auf Hilfe, Zuspruch, Empathie angewiesen, weil viele dieser
Menschen der deutschen Sprache entweder nicht mächtig oder nur teilweise beherrschen. In diesen
Fällen ist davon auszugehen, daß sie komplexe medizinische Abläufe wie Aufklärungen,
Untersuchungen und Therapien nur eingeschränkt folgen können. Mangelhafte medizinische
Aufklärung aufgrund bestehender Sprachbarrieren können die Compliance dieser PatientInnen
beeinträchtigen und notwendige Untersuchungen und daraus resultierende Therapien im Wege
stehen. Dem kann entgegen gehalten werden, daß das Erlernen der deutschen Sprache eine
Grundvoraussetzung ist, um in diesem Lande zu leben. Nach dem Motto, wer die deutsche Sprache
nicht beherrscht, ist selber Schuld und muss sein Schicksal ertragen, weil er zu faul war oder sich gar
aus Prinzip geweigert habe, diese zu erlernen . Doch so einfach ist das nicht, denn viele der
Patientinnen mit Migrationshintergrund sind über 60 Jahre und haben meistens in Fabriken
gearbeitet und nie die Gelegenheit gehabt, die deutsche Sprache zu erlernen. Die meisten Frauen mit
Migrationshintergrund , die über 60 Jahre alt sind, waren und sind Hausfrauen, die ebenfalls keine
Möglichkeiten hatten, die deutsche Sprache systematisch zu erlernen. Es war ja auch nicht
vorgesehen, dass diese MigrantInnen dauerhaft in Deutschland bleiben, daher gab es in den 60- 90 –
Jahren keine entsprechenden Angebote, um die Sprache zu erlernen. Somit ist das Argument der
selbstverschuldeten Unmündigkeit ad absurdum geführt. Diese Menschen erfahren wie die Studien
zeigen aufgrund der bestehenden Sprachbarrieren massive Benachteiligungen im
Gesundheitssystem. Im Konkreten bedeutet das, dass sie es schwer haben Termine bei ihrem
Hausarzt zu bekommen geschweige denn beim Facharzt. Ihnen wird aufgrund der Sprachbarrieren
und dem Zeitdruck unter dem viele Ärztinnen leiden, noch weniger Zeit gewidmet. Damit ist eine
adäquate Anamnese im doppelten Sinne erschwert. Zum einen durch die Sprache und zum anderen
die dadurch bedingte deutlich eingeschränkte Zeitdauer , die sich der behandelnde Arzt für diese
PatientInnen nimmt. Wie ist eine adäquate Diagnostik und Therapie bei fehlender oder
unvollständiger Anamnese möglich? Hier kann konstattiert werden, dass der Arzt „blind“ behandelt
und der Patient sich „blind“ behandeln lässt. Hinzu kommen die häufig vorgeschobenen angeblich
kulturellen Eigenarten der MigrantInnen seitens vieler im Gesundheitssystem tätige Menschen. Es
herrschen immer noch die Überzeugungen bei vielen ÄrztInnen , daß insbesondere Migranten aus
dem Mittelmeerraum in vielerlei Hinsicht zum Beispiel bei Schmerzen theatralisch auftreten und
Frauen sich „hysterisch“ bei Schmerzen oder bei schmerzhaften Behandlungen aufführen, obwohl
Studien im Bereich des Schmerzes diese Vorurteile widerlegen konnten. Doch Begriffe wie das
„Mittelmeersyndrom“ oder „Morbus Bosporus“ halten sich hartnäckig in der Medizin. Beide Begriffe
und die damit verbundene Ressentiments sind exemplarisch für den gelebten Alltagsrassismus in der
Medizin. In vielen Krankenhäusern spricht man vom türkischen Patienten im Zimmer 9, obwohl
dieser Patient einen Namen hat und deutscher Staatsbürger ist, der in Castrop-Rauxel zur Welt kam.
Klagen Patienten mit Migrationshintergrund über Schmerzen oder Schlafstörungen, dann ist die
Diagnose „Somatisierungsstörung“ häufig in den Entlassungsbriefen zu lesen. Die Suche nach einer
adäquaten Diagnostik bleibt nicht selten erfolglos. Gesetzt die Sprachbarriere sei das Problem, dann
dürften PatientInnen mit Migrationshintergrund und sehr guten Deutschkenntnissen doch keine
Benachteiligungen erfahren. Spätestens hier wird der Alltagsrassismus in der Medizin sichtbarer,
denn nun treten anstelle der Sprachproblematik die Kultur, die Religion, die Kleidung und auch die
Hautfarbe in den Vordergrund.Es scheint, daß Patientinnen mit Migrationshintergrund es dem
deutschen Gesundheitssystem und somit ja der Medizin nicht recht machen können, um empathisch
aufgenommen und fair und professionell behandelt zu werden. Wie kann man sich ansonsten die
Tatsache erklären, daß die Inanspruchnahme des deutschen Gesundheitssystems durch Jugendliche
mit Migrationshintergrund erschwert ist. Schouler-Ocak et al. kommen in ihrer Studie zur folgenden
Feststellung: „Offenbar sind für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien aber auch Barrieren
der Inanspruchnahme von Psychodiagnostik und -therapie noch höher als bei Erwachsenen mit
Migrationshintergrund. Bei unserer Untersuchung berichteten mehr als 45% der Befragten, dass
sprachliche oder kulturelle Probleme die Diagnostik oder Therapie von Patienten mit
Migrationshintergrund behindern. Gleichzeitig (…)(kommen ) solche therapeutischen
Routinestrategien zum Einsatz (…), die dieser Klientel nicht immer angemessen sind.“(18:8). Zeiler
wies daraufhin, daß das Gesundheitssystem dazu neige im Fremden vielmehr „Störungsgewohnte
Abläufe“ zu sehen (56). Schamgefühl, weil sie die MigrantInnen nicht verstanden und ausgeliefert
fühlen wie auch Stigmatisierungsängste verringern die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems
durch Menschen mit Migrationshintergrund (54) und zwar unabhängig vom Alter der Betroffenen
wie bereits diskutiert.„In der Selbstbeurteilung der von uns befragten Klinikmitarbeiter ,
(konstatierten Schouler-Ocak et al., daß …) Probleme mit dem Krankheitsverständnis häufiger das
diagnostische und therapeutische ärztliche Handeln als Probleme mit der sprachlichen Verständigung
(beeinträchtigen).“(18:8-9). Diese Befunde unterstreichen den Alltagsrassismus in der Medizin bei
der Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund und zeigen, dass der Ausbau und die
Etablierung einer transkulturellen Medizin einhergehend mit dem Erlernen der kultursensiblen
Versorgung durch die Professionellen im Sinne Boll-Palievskaya dringend erforderlich ist(20).
Demnach ist es allen im Gesundheitsystem Tätigen und welche mit Patienten arbeiten, zu
empfehlen, in Seminaren und Kursen die kultursensible Versorgung zu erlernen, um die
Kommunikation wie auch das Verständnis von Krankheit und konsekutiv hier auch das Arzt-Patient –
Verhältnis zu optimieren. Die kultursensible Versorgung hat zwei grundlegende Vorteile- zum einen
eine adäquate Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund und zum anderen ist es in der
Summe kostengünstiger(20).
machen des Ausbau einer kultursensiblen bzw. transkulturellen
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39. Okken, Petra-Karin (2007): Inanspruchnahme von Hilfen zur Pflege durch türkische
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40. Razum, Oliver/ Twardella, Dorothee (2004): Niedrige Sterblichkeit unter Migranten —
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54. Machleidt W,CalliesT(2005) Transkulturelle Psychiatrie und Migration–Psychische
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Autor:

Mimoun Azizi aus Hagen

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