Manfred Claassen - Rentner und Marathonläufer

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Getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“ läuft Manni voller Motivation und Siegesgeist. Seit rund 40 Jahren lässt er Meter um Meter hinter sich um jede Finishline zu überqueren. Schlapp machen ist keine Option für den sportlichen Kölner. In Hamburg schleppte er sich sogar mit Muskelfaserriss und Höllenschmerzen ins Ziel.
Schritt für Schritt zur 5.000 km Marke
Bescheiden und zugleich begeistert erzählt er mit einem stets schelmischen Lachen im Gesicht von Läufen auf den Strecken rundum den Globus. Es gibt kaum einen Marathon an dem er nicht teilgenommen hat. Ob der Stramilano, Europas größter Halbmarathon mit bis zu 25.000 Teilnehmern, im Jahr 2011. Dort machte er in seiner Altersklasse M70 eine Zeit von 1h:36m:39s. Oder seinem 70. Lauf dem RheinRuhr Marathon 2010 mit 3h:31m:05s. Damals war er stolze 70 Jahre. In Köln, sieben Jahre später 2017, ist er seinen 100. Marathon gelaufen.

Selbst hügelige Strecken wie beim Siebengebirgsmarathon, Rothaarsteig sowie dem Zugspitz Extremberglauf und dem Jungfrau-Marathon meisterte er wie ein Uhrwerk. Hochachtung an dieser Stelle. Schließlich machte er zu diesem Zeitpunkt seine 4.219,5 km voll.

Addiert man nun sein Training dazu kommt man ganz locker auf weit über 5.000 km zu Fuß. Seine Performance erlangt er auf rund 70 km Trainingsstrecke – Jede Woche. In den Wäldern in und um Köln ist er längst zu Hause. Stets ohne Geld in der Tasche. Denn sein Erfrischungsgetränk Wasser Medium bekommt er wohlwollend vom Schnellrestaurant mit dem goldenen Doppelbogen geschenkt. Manni ist der sympathische Typ von nebenan.

Bodenständig und in Bewegung

Er selbst hält seine Leistungen und Siege für keine Heldentaten. Schon gar nicht spricht er von Heldengeschichten. Vielmehr von Passion. Zurückhaltend erwähnt Manni im Nebensatz mal eben seine Bestzeit von lockeren 02h:47m:47s in Hannover im April 1993. Ungern steht er im Mittelpunkt. Trotzdem muss erwähnt werden, dass er es immer noch schafft unter vier Stunden zu laufen. Und natürlich, dass er 2011 mal Deutscher Vizemeister seiner Altersklasse war. Und, dass er Stadtmeister Kölns in seiner Altersklasse wurde. All das ist ihm sportlich wichtig, erzählt aber davon als ob es ein Spaziergang am Sonntag wäre. Manni macht es einfach. Auch im Team ist er stark. Beim 15 km Mannschaftslauf beteiligte er sich mit einer Zeit von 43:32. Beim Lauf in Monschau nahm er bereits 18 mal teil. Ein Auszug seiner Strecken (Distanz, Zeit, Ort, Jahr) - 3.000 Meter 00:11:09 Bahnlaufserie Berg. Gladbach 1996 - 5 km 00:18:14 Köln-Porz 1994 - 10 km 00:36:30 Heide Silvesterlauf Köln 1990 - 15 km 00:55:03 Köln 1993 - Halbmarathon 01:19:46 Refrather Herbstlauf Oktober 1990 - 25 km 01:34:11 Köln-Porz 1989 - 30 km 02:09:46 Wesseling 1998 (Quelle: http://laufmonster.de/das-sind-wir/manfred-claassen/)
Wie alles begann
Vor 40 Jahren, zu dieser Zeit arbeitete er als Technischer Angestellter in einer Lackfabrik in Zollstock, startete er mit drei Arbeitskollegen um den Adenauerweiher. Nach der ersten Runde stellte er fest, dass er eine schlappe Socke war. Kurz darauf verabschiedeten sich im Winter die Arbeitskollegen weil es ihnen zu nass und zu kalt gewesen ist. Manni aber ging zum Kaufhof und holte sich für 9 Mark ein Paar Schuhe und lief durch den Dünnwald. So gab es den Startschuss und seinen Beitritt zum Lauftreff Dünnwalder TV. Sein Erfolgsrezept? Eine Zutat ist sicherlich seine Ehefrau Hildegard, sie fragt sich manchmal worin der Unterschied zwischen Laufbegeisterung und Fanatismus liegt. Gemeinsam blicken sie auf 50 Ehejahre zurück. Also Doppelgold. Sie steht ihm immer bei.

Zudem sprüht er vor Lebenslust und motivierender Überzeugung an der Sache die er liebt. Ob er will oder nicht, er hat Vorbildcharakter. Abseits der bunten High-Tech-Materialien die eher an exotische Paradiesvögel erinnern, sind klassische Lauf-Shirts aus atmungsaktiven Stoffen in gedeckten Farben sein Markenzeichen.Trotzdem gönnt er sich eine technische Errungenschaft: Eine Smartwatch die jeden Streckenmeter notiert und direkt auf Smartphone und Laptop überträgt um später nachzuhalten wo er wie viele Kilometer abgerissen hat. Gelernt hat er den Umgang mit Pc und Co. In einem VHS-Kurs für Anfänger. Wieder beweist Manni Disziplin indem er Schritt hält und einfach weiter macht.

Für seine anregenden Erzählungen bedanke ich mich bei Manni und gratuliere zugleich zu seinem 101. Lauf mainova in Frankfurt am 28.10.2017 mit Live-Übertragung.

Autor:

Robert Schmidt aus Hagen

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