Autobahn A3: Die komplette Sperrung würde wohl zum Verkehrskollaps führen! Wie geht es weiter?

Eine totale Sperrung der Auffahrt in der Hardt während der Bauarbeiten auf der A3 konnte die Stadt laut Bürgermeister Schneider zum Glück verhindern. Das Problem ist damit aber nicht gelöst: Jetzt wird nämlich erst mal auf Langenfelder Gebiet nicht ausgebaut und überlegt, was man ansonsten machen könnte.
  • Eine totale Sperrung der Auffahrt in der Hardt während der Bauarbeiten auf der A3 konnte die Stadt laut Bürgermeister Schneider zum Glück verhindern. Das Problem ist damit aber nicht gelöst: Jetzt wird nämlich erst mal auf Langenfelder Gebiet nicht ausgebaut und überlegt, was man ansonsten machen könnte.
  • Foto: Michael de Clerque
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Bis ins Jahr 2020 soll die Autobahn 3 zwischen den Kreuzen Langenfeld und Hilden saniert und ausgebaut werden. Um dies zu ermöglichen, hatte der Landesbetrieb Straßen NRW vorgesehen, die Anschlussstelle an der Hardt während der Bauzeit komplett zu schließen. Das brachte nicht nur die Verkehrsplaner im Rathaus an den Rand der Verzweiflung, sondern auch sämtliche Pendler und die Anwohner. Damit diese ihrer Wut Luft verschaffen konnten, hatte die CDU Immigrath zu einem „Bürgerschirm“ auf den Bauerhof Aschenbroich eingeladen.

Unterschiedlichen Ansichten

Das Interesse an dieser Veranstaltung war groß, wie auch Vorsitzender Bruno Kremer bei der Begrüßung der Teilnehmer in der Scheune des Hofes erfreut feststellte. Es waren sicher mindestens 100 Interessierte, die trotz der Hitze (Familie Aschenbroich spendierte dankenswerter Weise erfrischende Getränke) gekommen waren. Bürgermeister Frank Schneider übernahm die Rolle des Referenten und fasste zunächst den Stand der Dinge und das gepante weitere Vorgehen zusammen. Dabei gestand er, dass er – neben der Bahn – noch einen Lieblingsbetrieb habe, nämlich Straßen NRW, eine vielschichtige Behörde mit durchaus auch unterschiedlichen Ansichten innerhalb des eigenen Amtes, aber auch im Verhältnis zum Bundesverkehrsministerium, das ja über den Autobahnbau entscheidet. Der Landesbetrieb übernimmt – kurz gefasst – die praktische Bauausführung.

Komplett-Sperrung führe zum Kollaps

Eben jener Landesbetrieb Straßen hatte also eine Komplettsperrung für zwei Jahre anordnen wollen, was im Langenfelder Rathaus abgelehnt wurde. Das hätte laut Schneider auf den Staßen der Stadt und besonders im Raum Immigrath zum Kollaps geführt. Daraufhin entwickelte Straßen NRW einen neuen Plan: Es wird nicht gesperrt, aber ein etwa 1,6 Kilometer langes Teilstück von Kreuz Langenfeld Richtung Hilden bleibt zunächst so liegen wie es ist, um dann zu entscheiden. Das fand nicht nur die CDU Immigrath wenig einleuchtend: „Ein Problem wird doch nicht dadurch gelöst, dass man es liegen lässt...“, so formulierte es Kremer.

Flüsterasphalt und Lärmschutz

Schneider schilderte die Meinung der Verwaltung dazu: „Wir sind für eine zweispurige Verkehrsführung, dann ist genug Platz für die Baumaßnahme vorhanden. Wir fordern Flüsterasphalt und Lärmschutz. Das werden sie aber nicht machen im Hinblick auf den Ausbau auf vier Spuren, der ab 2030 erfolgen soll...“ Er stehe im Kontakt mit dem Regierungspräsidium und dem NRW-Verkehrsministerium, um eine andere, machbare Lösung zu finden.

Verkehr aus Solingen

In der anschließeden Diskussion, die leider stellenweise schlecht verständlich war, ging es immer wieder um den von Solingen kommenden Verkehr, der für Wiescheid und Immigrath aufgefangen werden muss. Hier wurde vorgeschlagen, während der Bauzeit eine Zu- und Abfahrt über die Raststätte Ohliger Heide zu führen. Ein Tempolimit auf der Hardt oder auch ein Radarwagen wurde von Anwohnern gefordert, die LKW aus dem Industriegebiet müssten zum Langenfelder Kreuz umgeleitet werde... Und dann kam das in diesem Zusammenhang stets unvermeidliche Thema: „Der größte Fehler war, die Solinger Viehbachtalstraße damals abzuhängen, dann hätten wir deren Verkehr nicht“, stellte einer der Teilnehmer unter vielen Beifall fest. Ja, hätte! (Anm. der Autorin: Vor über 40 Jahren als Redakteuerin einer Solinger Tageszeitung berichtete ich über die geplante Autobahn, die von Moskau bis ins holländische Heerlen führen solle und von Solingen durch das Viehbachtal nach Langenfeld, über die A 542 an den Rhein und dort hinüber nach Dormagen gebaut werden sollte – ein tollkühner Plan, der wegen eines seltenen Hamsters, den noch niemand gesehen hatte, und einiger Bürgerinitiativen schließlich beerdigt wurde).

Sicher nicht die letzte Diskussion

Ein Teilnehmer kam dann auf einen anderen Punkt, als er Schneider fragte: „Hat man eigentlich noch Spaß daran, Bürgermeister von Langenfeld zu sein, bei all den Problemen?!“. Schneider beantwortete dies mit einem bejahenden Lächeln.
Nach etwa einer Stunde nahmen die Privatunterhaltungen und Diskussionen in kleiner Runde so stark zu, dass an eine geordnete Gesprächsführung nicht mehr zu denken war. Und so löste sich die Versammlung auf – in der Gewissheit, dass dies sicher nicht die letzte Diskussion in Sachen Autobahn war.
Von Elfie Steckel

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