Kirchenchor St. Marien gibt Jubiläumskonzert
100-jährige "Erinnerungen"

Daria Burlak, hier ein Archivfoto, wird den Chor an der Orgel unterstützen. Foto: Privat
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  • hochgeladen von Hans-Jürgen Köhler

Fröndenberg. Der Kirchenchor St. Marien Fröndenberg gibt aus Anlass seines 100-jähriges Jubiläums am Freitag, 24. Mai, ein Konzert.

Bereits der Chronik zum 40-jährigen Bestehen des Kirchenchores war zu entnehmen, dass die Entstehungsgeschichte in "mystisches Dunkel" gehüllt sei.
Sicher ist jedoch, dass sich unmittelbar nach Beendigung des 1. Weltkrieges Damen und Herren der „Jungfrauen- und Jünglingskongregation“ zusammenschlossen, um aus Freude am musischen Tun den mehrstimmigen Chorgesang zu pflegen. Am 3. September des Jahres 1919 trat der Kirchenchor zur Abschlussfeier vierzigtägiger Exerzitien zum ersten Mal öffentlich unter der Leitung des Hauptlehrers Dornseifer auf.

Erste Chorgründung 1845

Wichtig für die weitere Entwicklung war die klar umrissene Aufgabe, die musische Arbeit in den Dienst Gottes zu stellen, das Kirchenlied zu pflegen und die Liturgie des Hl. Messopfers zu bereichern und zu verschönern.
Denn bereits im Jahre 1845 unternahm der Lehrer Johannes Werra den Versuch, einen Kirchenchor zu gründen. Doch schon unter dem zweiten Dirigenten, dem späteren Schulrat Storck, nahm der Chor immer mehr den Charakter eines weltlichen Vereins an; aus dieser Vereinigung ging dann später der Männergesangverein „Sängerbund“ hervor.
Der Kirchenchor war zunächst eine recht lockere Gruppe: Es gab weder Vorstand noch Satzung, jedoch ein 10-jähriges Dirigat des Lehrers Auferbeck. Erst am 8. Juni 1929 fand eine außerordentliche Versammlung unter dem damaligen Pfarrer Schmallenbach statt, um den bestehenden Chor durch Satzung und Statuten auf feste, vereinsmäßige Grundlagen zu stellen. 1. Vorsitzender wurde Robert Schürmann und Pfarrer Schmallenbach wurde zum Präses gewählt. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurde der jeweilige Pfarrer traditionell mit diesem Amt betraut.

Pause im 2. Weltkrieg

Nun stieg die Mitgliederzahl sprunghaft an, und bereits im September des gleichen Jahres unternahm man den ersten gemeinsamen Ausflug. Auch dieses wurde zu einer festen Tradition; so führten den Chor in den letzten Jahrzehnten Fahrten und Ausflüge unter anderem nach Rom, in die Toskana, an den Gardasee oder nach Freiburg. Auch am "Day of Song“ wurde teilgenommen. Während des zweiten Weltkrieges wurde eine Weiterarbeit des Chores unmöglich gemacht doch nach dessen Ende fanden sich die alten Mitglieder unter ihrem Präses Schmallenbach nach fast sechsjähriger Unterbrechung wieder zum Chorgesang ein.
Neue Mitglieder, darunter viele Jugendliche, traten dem Chor bei. Der Erlös verschiedener Konzerte und Feste floss in den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Marienkirche und den Ausbau der provisorischen Orgel.
Im Jahre 1958 verstarb Ehrendechant Schmallenbach, ein großer Förderer des Chores. In tiefer, persönlicher Ehrbezeugung sang der Chor die Totenmesse. Denn bereits im Januar 1958 hatte der Geistliche Rat mit Hinsicht auf sein hohes Alter das Amt des Präses an Pfarrer Bieker übertragen.

Bewegte Geschichte

Nach dem Tode des langjährigen Dirigenten Wilhelm Levermann im Jahre 1974 schloss sich wieder eine Zeit mit wechselnden Chorleitern an, bis im Jahre 1992 Maria Mennigmann das Dirigat antrat. Unter ihrer Leitung fanden mehrere große Konzerte im Advent, das Requiem von Fauré, das Gloria von Vivaldi, die Spatzenmesse von Mozart oder die Messe in C von Rheinberger statt. Seit 2007 steht nun der Enkel von Wilhelm Levermann, Klaus Levermann, am Dirigentenpult, aktueller Präses ist Pfarrer Norbert Wohlgemuth. Der Kirchenchor hat sich in all den Jahren stetig weiter entwickelt. Neben der klassischen kirchenmusikalischen Note ist der Chor sehr offen für vielerlei weltlicher Literatur und andere Chormusikrichtungen. Somit spricht der Chor nicht nur die eigene Kirchengemeinde an, sondern auch „Nicht-Kirchenbesucher“ gleichermaßen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Chor mit mehr als 50 Sängerinnen und Sängern inzwischen der größte Chor der Stadt Fröndenberg ist und sich immer über neue Sängerinnen und Sänger in seinen Reihen freut. Ein wichtiger Baustein des Chores sei die Geselligkeit, die häufig bewusst gelebt wird bei Ausflügen und Grillabenden.

Das Jubiläumskonzert

Nun steht das große Jubiläumskonzert an. Am Freitag, 24. Mai, findet um 19 Uhr dieses etwa 80-minütige Konzert in St. Marien statt. Die Chormitglieder haben sich zum Vortrag ihre „Lieblingsstücke“ herausgesucht. Daher taufte der Chor dieses Jubiläumskonzert auch „Erinnerungen“. Werke von Vivaldi, Bach, Mendelssohn, Jenkins wechseln sich ab mit kurzen nachdenklichen Texten.
Alle Interessierten sind eingeladen, auch ehemalige Dirigenten, Pfarrer und Präses haben ihr Kommen bereits zugesagt. Versprochen wird ein "wunderbarer Abend mit einigen Anekdoten, Wiedersehen und wunderbaren Musikstücken". Unterstützt wird der Chor in dem Konzert von Daria Burlak an der Orgel. Der Eintritt ist frei.

Infos

Das Konzert findet am Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr in St. Marien statt.
- Daria Burlak begleitet an der Orgel.
- Das Konzert dauert etwa 80 Minuten.
- Der Eintritt ist frei.

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