Reise in die Dunkelheit 8

Wir sind übern Berg. Will sagen, wir haben die "Berge" hinter uns gelassen. Vor uns liegt die Ebene. Wenig Bäume, Geröll und der Anfang der Savanne. Wenig Deckung, aber im Moment brauchen wir auch keine. Hier ist Rebellenland, die Regierungstruppen kommen hier nicht hin. Und wenn Doch, bleiben sie auch. Hübsch in die Landschaft integriert.
Es ist ein 1 1/2 Tagemarsch bis zu unserer Basis, was auch immer sie unter Basis verstehen.
Mir gefällt das alles schon lange nicht. Ich geh rein, erledige meinen Job und bin weg. Allein. Höchstens ein, zwei leute für den Support. So läuft das. Das Marschieren geht mir auf die Nerven. Und auf die Knochen. Meine Laune ist tief im Keller. Am Ziel sollen Fahrzeuge bereit stehen. Wir werden sehen. Mein Glaube war noch nie besonders ausgeprägt. Den anderen geht es nicht besser. Offensichtlich hat jeder so sein Problem mit dem Einsatz. Zuviele Leute, zuviel Aufwand für irgendeinen Provinzdiktator. Entweder wird die Sache heißer als erwartet oder hier ist was oberfaul.
Vieleicht ist es auch nur die ganz normale Alltagsparanoia.
Aber meine Laune wird davon nicht besser.
"Mad" Mike, der Anführer, der Ami, unterhält uns mit "lustigen" Geschichten aus Angola. Hält sich wohl für den kleinen Bruder von Mike Hoare, aber so gut ist er nicht. Nicht mal im Ansatz. Der Däne nervt mit Gruselstorys über hungrige Löwenrudel, die in der Savanne lauern undalles fressen, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Pah, die fünf Löwen, die die Wilderer am Leben gelassen haben!
Tiger auf dem Kuhdamm sind häufiger. Um Leoparden mache ich mir Sorgen, aber Löwen!? Tontilon. Und wenn Sven jetzt noch einen Kanibalenwitz erzählt, fress ICH ihn auf!. Meine Laune steht auf minus 150, die Füße tun mir weh. Ich schwitze wie Harry, kein Wunder bei 30Kg Ausrüstung auf dem Buckel. Meinen Spezis geht es aber noch schlechter. Robbert schleppt das Dreibein und Dirk die Mun für unsere Ma Deuce. Mächtig Gewicht. Aber ein Kal 50Browning macht auch hübsche Löcher. Kann auf dem Rückweg den Unterschied machen.
Wird übrigens gerne zur Eichhörnchenjagd verwendet. Eichhörnchen rennt in Baum, Schuß, Baum fällt um, Eichhörnchen tot, einsammeln, weiter.
Die Stimmung wird allmählich eisig. Unser erstes Nachtlager vergeht schweigend. Im Morgengrauen geht es weiter. Das Marschieren geht auf die Knochen. Und die Nerven. Fast kommt es zu einer Prügelei zwischen den Tommies und uns Krauts. Wir sind schon ein Superteam. Aber das zeigt wohl nur der Einsatz.
Wir marschieren den ganzen verdammten Tag.
Und im letzten Licht des Tages erreichen wir das Dorf....

wird fortgesetzt

Autor:

Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland)

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