Mendener Amateurtheater
Zwölfmal Lessings „Emilia Galotti“ angesetzt

Emilia Galotti verzweifelt an ihrem Schicksal. Foto: MAT
2Bilder
  • Emilia Galotti verzweifelt an ihrem Schicksal. Foto: MAT
  • hochgeladen von Andrea Rosenthal

Wenn ein klassisches Theaterstück und ein Schulpflichtstoff junge Menschen auf die Bühne bringt, dann darf man ein volles Haus erwarten. Deshalb hat das Mendener Amateurtheater (M.A.T.) gleich zwölf Aufführungen von Lessings "Emilia Galotti" angesetzt.

1772 gab es die Uraufführung von Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“. Dieses Stück ist ein Beispiel für die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels und gehört heute noch zu den Schlüsselwerken der Aufklärung und Empfindsamkeit.

Gerade weil dieses Stück eine Vielzahl an Rollen beinhaltet, passt es von Besetzung und Inhalt gut zum Repertoire des Jungen M.A.T. Nach knapp acht Monaten Probenzeit stehen nun endlich die Generalproben und anschließend die Premiere auf dem Programm.

Auch die beiden Regieverantwortlichen, Kira Brenne und Mika Brenne, fiebern der Premiere entgegen. „Zum Schluss ist man selbst unsicher, ob es wirklich dem Publikum gefällt und man ist froh, es endlich der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen.“ sind sich beide einig, dass die Anspannung und Nervosität steigen. Dabei spielen nicht nur Jugendliche mit, die jetzt zum zweiten oder dritten Mal auf der Bühne stehen, sondern auch Jugendliche, die vom Kindertheater ins Jugendtheater gewechselt sind. Gerade für diese Jugendlichen ist es spannend, bei einer etwas größeren Produktion mit auf der Bühne stehen zu dürfen.

Zum Inhalt

Die Geschichte voller Intrigen und Missverständnisse ist bekannt: Der liebenswürdige und gewissenlose Prinz von Guastalla, wird seiner Geliebten, der Gräfin Orsina, in dem Moment überdrüssig, als er Emilia Galotti erblickt. Er muss jedoch erfahren, dass ihre Hochzeit mit dem Grafen Appiani unmittelbar bevorsteht. Mit unausgesprochener Billigung des Prinzen hat dessen Kammerherr Marianelli jedoch schon einen heimtückischen Anschlag vorbereitet: seine maskierten Bediensteten überfallen das Paar auf dem Wege zur Trauung; Appiani wird tödlich verwundet, Emilia und ihre Mutter in das nahe prinzliche Lustschloss Dosalo gebracht. Der Prinz hofft, den Anschlag als die Tat von Wegelagerern hinstellen zu können.

Aber ihre Mutter und auch Emilia durchschauen bald den wahren Zusammenhang, zumal der Prinz Emilia am Morgen in der Kirche angesprochen und ihr seine leidenschaftliche Liebe gestanden hat. Kurz darauf treffen die Gräfin und Emilias rechtschaffen-strenger Vater Odoardo im Schloss ein. Die empörte Orsina verständigt Odoardo von Appianis Tod und der Gefahr, die seiner Tochter droht, und händigt dem Waffenlosen ihren eigenen Dolch aus. Er verzichtet darauf, den Prinzen niederzustechen, aber an seinem unbeugsamen bürgerlichen Ehrgefühl scheitern auch alle Überredungskünste Marianellis und des Prinzen.

Doch gestatten sie dem Vater nicht, Emilia in einem Kloster unterzubringen, sondern wollen Emilia dem Gewahrsam des Kanzlers Grimaldi anvertrauen. Emilia fürchtet, dass sie sich dort untreu werden und ihre Ehre verlieren würde. Sie bittet ihren Vater, ihr den Dolch zu überlassen. Um ihr die Selbsttötung zu ersparen, ermannt Odoardo sich und ersticht seine Tochter. Der entsetzte Prinz erkennt seine Schuld, schiebt aber alle Verantwortung auf Marinelli. Als Prinz ist er der absolute Herrscher, dessen vorgegebene „Rolle“ nicht von seinen Handlungen berührt wird. Diesem feudalistischen Prinzip steht das erwachende, in Emilia und ihrem Vater verkörperte Bürgertum gegenüber, das sich nicht länger beherrschen lassen will, den Gegensatz aber nicht revolutionär, sondern durch ein Selbstopfer aufhebt.

Die Termine

Die Premiere findet am Freitag, 16. Februar, um 20 Uhr statt. Weitere Termine:
Samstag, 17. Februar / Sonntag, 18. Februar / Freitag, 23. Februar/ Samstag, 24. Februar / Sonntag, 25. Februar/ Freitag, 1. März / Samstag, 2. März / Sonntag, 3. März / Freitag, 8. März / Samstag, 9. März / Sonntag, 10. März.
Beginn ist freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 17 Uhr.

Zu den Tickets

Karten sind in den Vorverkaufsstellen Fotostudio Brennweite, Unnaer Straße 41 / Provinzial
Geschäftsstelle Nils Niehaus, Hermann-Löns-Straße 31a, Buchhandlung Daub und Tabak Semer,
Hauptstraße 16, über das Kartentelefon 02373 / 9195591 (bitte auf den Anrufbeantworter
sprechen) erhältlich sowie online über www.mat-menden.de.

Emilia Galotti verzweifelt an ihrem Schicksal. Foto: MAT
Letztlich scheint der Tod als einziger Ausweg. Foto: MAT
Autor:

Lokalkompass Menden-Fröndenberg-Balve-Wickede aus Menden (Sauerland)

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.