Kreuzfahrt auf Nebenstrecken

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oder im Schienenbus durchs Ruhrgebiet

Samstag kurz vor 10 Uhr Bahnhof Bochum Dahlhausen:
ca. 40 Personen bevölkern den Bahnsteig in Erwartung eines Schienenbusses der sie an diesem Tag durchs ganze Ruhrgebiet kutschieren wird. Die meisten folgen der Empfehlung im vorderen Wagen Platz zu nehmen, denn der hintere verfügt über eine unvermeidliche Fußbodenheizung: es ist der Antriebswagen. Er wird aber an den nächsten Stationen auch noch voll denn es steigen noch weitere Fahrgäste zu bis wir in Mülheim komplett sind.

Im Laufe des Tages wechselt die Fahrtrichtung mehrmals. Die Sitzlehnen werden dann jeweils umgeklappt sodass man stets in Fahrtrichtung sitzt - eine Besonderheit bei Schienenbussen. Eine weitere: die Klimaanlage kann nicht ausfallen - denn es gibt keine! Lediglich der Fahrtwind kühlt etwas, und ein heftiger Schauer der während des ersten Aufenthalts am Welterbe Zollverein auf uns niederprasselt.

Zu diesem Zeitpunkt sind wir schon halb rum: Dahlhausen - Essen - Mülheim - Duisburg - Moers - Oberhausen - Altenessen. Immer wieder Gleiswechsel, die Strecke führt teilweise über Güterzugstrecken die man selten zu sehen bekommt. In Osterfeld z. B. befindet sich ein riesiger Rangierbahnhof. Wusste ich nicht.
Während der Fahrt gibts flotte Kommentare von der Reiseleitung, einem jungen Bochumer Schalkefan. Er erinnert uns sowohl an Frank Goosen wie an das Lehrerkind Bastian Bielendorfer und unterhält uns vortrefflich. Dies ist besonders wichtig wenn der Zug mal wieder anhalten muss um dem Linienverkehr Vorfahrt zu gewähren. Außerdem gibts wegen der großen Hitze kostenloses Mineralwasser.

Gelsenkirchen - Wanne-Eickel - Bochum - Witten - Hattingen - Dahlhausen: so lautet die weitere Route. In Witten-Wengern ein weiterer Halt mit Richtungswechsel, kurz nachdem wir das Viadukt in Herdecke überquert haben. Aus dem Zug zu fotografieren hat nicht viel Sinn, meist ist ein Pfeiler im Weg oder der Blickwinkel ungünstig. Es ist aber schon was besonderes den Gasometer, Tetraeder oder die Grubenlampe mal aus dieser Perspektive zu sehen.

An der Ruine Hardenstein - idyllisch an der Ruhr gelegen - gibt es noch einen besonderen Halt: wir verlassen den Zug der dann ein Stück zurücksetzt damit wir ihn bei der erneuten Anfahrt fotografieren können. So hat sich das Mitnehmen der Kamera doch noch gelohnt.

Wie die ganze Tour: durchgerüttelt und voller neuer Ausflugsideen winken wir dem Schienenbus um 20 nach 4 hinterher. Die Schienenkreuzfahrt findet von April bis Oktober an jedem vierten Samstag im Monat statt.

Autor:

Klaus Wurtz aus Kamp-Lintfort

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