Schwelmer Hobbymusiker gibt sein Filmdebüt mit Regisseur aus New York
Horror beim Glockenklang

Fabian Engelbracht liebt düstere Musik und produziert sie auch selbst. Fotos: Pielorz
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  • Fabian Engelbracht liebt düstere Musik und produziert sie auch selbst. Fotos: Pielorz
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Hobbymusiker Fabian Engelbracht (41) kommt aus Schwelm. Schlagzeug, (Bass)Gitarre, Synthesizer – kann er alles. Ein Glockenspiel lässt er auch erklingen – zum Beispiel in dem Film „Get my gun“. Mit seiner Musik hat er zum Film eines New Yorker Regisseurs beigetragen, der jetzt auch im deutschsprachigen Raum zu sehen ist. In den fiesesten Szenen des Films erklingt ein Glockenspiel – das stammt aus einem Schwelmer Spielzeug-Holzlädchen und Fabians Verlobte findet das „schon irgendwie sehr eigenartig.“ Wir haben den Hobbymusiker zuhause besucht und uns angesehen, wo und wie die Töne für den Horror entstehen.
„Mein ist die Rache“ – so der deutsche Titel von „Get my gun“. Und darum geht es: Als Amanda (Kate Hoffman) an Halloween als Nonne verkleidet zusammen mit ihrer Tochter auf einem Spielplatz schaukelt, traut sie ihren Augen kaum, als sie den Mann erblickt, der sie vor vielen Jahren vergewaltigte. Kurzerhand ruft sie ihre Freundin an, von der sie am Telefon fordert, ihr ein Gewehr zu bringen. Wenig später sieht sich der Mann schon dem doppelläufigen Schrotgewehr gegenüber und muss in den Kofferraum von Amandas Wagen steigen. Amanda hat nicht weniger vor, als sich an dem Mann zu rächen, der ihr einst alles nahm…
Doch wie kommt ein Mann aus der idyllischen kleinen Stadt Schwelm überhaupt zu so einer Sache? „Düstere Musik fand ich schon immer gut“, erzählt der 41jährige gebürtige Schwelmer. „Ich würde gerne von der Musik leben und mein Hobby zum Beruf machen. Die Mitarbeit an meinem ersten Film hat sich jetzt zufällig ergeben. Ich habe über die elektronischen Medien in einer Fiona Apple-Fangruppe die U.S.-Amerikanerin Erin Russ kennengelernt. Deren Freund dreht Horrorfilme und Erin machte mich mit ihm bekannt. Dann kam eines zum anderen. Ein mit Erin befreundeter Regisseur suchte für einen Film eine passende Musik und so begann alles. Ich habe eben seit Ewigkeiten eine Leidenschaft für Filmmusik, Hörspielmusik und sämtliches obskures Zeugs, dass sich jenseits gängiger Musikwelten abspielt. Jetzt konnte ich selbst für einen Film Musik beitragen, traumhaft für mich!“

Als Komponist für Filmmusik gelistet

Zuerst erschien der Film in Eigenregie nur in den USA. Ein paar Freiexemplare – mehr Bezahlung war nicht geplant. „Darum ging es mir aber auch nicht. Ich wollte Teil eines Filmprojektes sein und meinem Hobby etwas mehr Seriosität verleihen, beispielsweise durch einen Eintrag als Komponist in die IMDB. Die Internet Movie Database ist eine Datenbank zu Filmen, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospielen sowie über Personen, die daran mitgewirkt haben. Da bin ich jetzt als Filmmusikmacher gelistet. Dann erreichte mich plötzlich die Nachricht vom Regisseur, dass der Film auch im deutschsprachigen Raum erscheinen wird und zwar über die in Köln ansässige Firma INDEED FILM. Angeblich war meine damalige Beschwerde über meinen Freundes- und Bekanntenkreis, der sich nicht gerade darum riss, einen Film in englischen O-Ton zu sehen, dafür mit ausschlaggebend. Nun hoffe ich natürlich auf eine weitere Filmproduktion von Regisseur Brian Darwas und Produzentin Jennifer Carchietta. Die Corona-Pandemie hat diesbezüglich allerdings erstmal alles in Zwangspause versetzt.“
Was sich Fabian Engelbracht auch gut vorstellen kann: Computerspiele oder Hörbücher mit Musik zu hinterlegen. Das dürfte in der Regel schon dem Genre „Grusel“ entsprechen. „Obwohl ich kein negativer Mensch bin. Ich mag auch sehr die Beatles und ich mag auch den ,Happy-Song‘. Manchmal schreibe ich auch einen Text, der ist dann schon sehr nachdenklich und will eine Botschaft transportieren.“ Da denkt Engelbracht an Klimathemen – wenn Ökoaktivisten einen Spot veröffentlichen, seine Musik würde dazu passen.
Die weibliche Heldin des Filmes „Get my gun“ passe auch gut in diese Zeit, findet Fabian Engelbracht. „Außerdem hat ja auch alles mit der Liebe zu einer der größten weiblichen Heldinnen der aktuellen Musiklandschaft (Fiona Apple) überhaupt erst angefangen.“
Ach ja, für alle diejenigen, die es nicht wissen: Fiona Apple (43) ist die Tochter zweier Schauspieler, erhielt einen Grammy für ihren Song „Criminal“. Ihr Video zu „Sleep to dream“ wurde 1997 mit dem MTV Video Music Award ausgezeichnet. Zu „Get my gun“ gibt es übrigens schreckliche inhaltliche Parallelen: Fiona Apple wurde im Alter von 12 Jahren vergewaltigt und schrieb später zur Verarbeitung des Erlebten den Song „Sullen Girl“.
In den elektronischen Medien – Youtube, Instagram – findet man auch Fabian Engelbracht. Zum Beispiel mit „Last days of the suicide kid“.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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