Baskets beenden Saison als Vize-Meister

„Danke für eine geile Saison!“ stand in weißen Lettern auf den insgesamt 24 schwarzen Pappkarten, die am Samstagabend (4. Mai 2013) unmittelbar nach der Schlusssirene im Baskets-Fanblock in die Höhe gehalten wurden. Nach einem schlechten ersten Viertel und einem zwischenzeitlichen 18-Punkte-Rückstand, gelang es dem Hauptrundenmeister der Nordgruppe das zweite Spiel der Final-Serie gegen die Bayer Giants Leverkusen wieder zu drehen und mit 76:70 als Sieger vom Parkett der restlos ausverkauften Sporthalle West zu gehen. Für die Meisterschaft hat es leider trotzdem nicht gereicht. Wegen des direkten Vergleichs – das Hinspiel konnten die Rheinländer mit 90:83 für sich entscheiden – wäre ein Vorsprung von mindestens sieben Punkten nötig gewesen. „Ich hätte meiner Mannschaft den Titel so sehr gegönnt, vor allem weil wir nicht aufsteigen können“, sagt Schwelms Trainer Raphael Wilder am Tag nach dem dramatischen Finale.

Die Kreisstädter starteten äußerst schlecht in die Partie. Nach einem 9:0-Lauf der Gäste war es Lars Wendt, der den ersten Treffer von der Freiwurflinie versenkte. Knapp fünf Minuten waren gespielt, als Dario Fiorentino zum 7:14 verkürzte. Doch die Korbjäger aus Leverkusen trafen aus allen Lagen und führten deshalb am Ende des ersten Abschnitts mit 27:14. Im zweiten Viertel hielten die Baskets den Anschluss, mussten sich den Giants aber dennoch mit 15:16 geschlagen geben. Beim Halbzeitstand von 29:43 ging es zum letzten Pausentee der Saison. Wilder resümiert: „Zu diesem Zeitpunkt hat uns vor allem Dario im Spiel gehalten. Jules und DJ haben beide sehr schlecht ins Spiel gefunden. Lars hatte sich im Training verletzt und konnte gestern nur unter großen Schmerzen spielen. Darunter hat seine Trefferquote gelitten, ihm fehlte die Kraft beim Absprung. Aber er hat sich wahnsinnig aufgeopfert, genau wie Michael, der ebenfalls mit Schmerzen auf dem Parkett stand.“

Nach dem Seitenwechsel sahen die 683 Zuschauer ein fantastisches drittes Viertel der Schwelmer Baskets. Auf der Uhr waren noch 6:44 Minuten zu spielen, als der Gegner zum 48:36 einnetzen konnte. Ein fulminanter 14:0-Run – ein Dreier und zwei Freiwürfe von Lars Wendt, ein Zweipunktwurf von Dario Fiorentino, ein Distanzwurf und zwei Freiwürfe von Top-Scorer DJ Hamilton sowie zwei Freiwürfe von Andi Kronhardt – brachte das Team um Kapitän Fabian Gentgen mit 50:48 in Führung. „Wir hatten nach neun Minuten alles aufgeholt und lagen 57:53 vorn“, weiß Coach Raffi Wilder. Seine Truppe gewann den Abschnitt mit 28:12, beim Stand von 57:55 begannen die letzten zehn Minuten.

Während der ersten vier Minuten des vierten Viertels fand kein Wurf der Schwelmer seinen Weg durch die Reuse. Stattdessen gelang den Giants ein Neun-Punkte-Lauf zum 62:57. Wilder nahm eine Auszeit. „In diesem Moment lagen wir 12 Punkte zurück. Doch jetzt zeigen sich der Charakter, die Qualität und der Kampfgeist meiner Mannschaft. Wir haben in den letzten sechs Minuten nur noch acht Punkte des Gegners zugelassen, aber selbst 19 erzielt“, erklärt der stolze Trainer. Zwei Minuten vor der Schlusssirene gelang den Rheinländern der Ausgleich zum 70:70, doch nach einem 6:0-Run nahm die Partie ihr unglückliches Ende zum 76:70 für die Hausherren.

„Wenn die Anfangsphase besser gelaufen wäre, hätten wir bestimmt mit mehr als sechs Punkten gewonnen. Aber Leverkusen steht nicht umsonst oben. Ich wünsche der Mannschaft den Aufstieg, weil ich weiß wie es ist, den Aufstieg zu schaffen, aber nicht aufsteigen zu dürfen“, sagt Wilder in Richtung Rheinland und ergänzt: „Wir haben gestern viel besser verteidigt als noch vor einer Woche. Unsere Center haben zusammen 30 Punkte gegen die enge Leverkusener Zone gemacht. Die Jungs haben eine fantastische Aufholjagd und ein wirklich tolles drittes Viertel hingelegt. Natürlich kann man sich am Anfang nicht wirklich freuen. Die Stimmung in der Mannschaft war sehr traurig, alle waren extrem niedergeschlagen. Aber ich bin wahnsinnig stolz auf mein Team und überzeugt, dass die Spieler in ein paar Tagen ebenfalls stolz auf ihre Leistung sein werden.“ Für die tolle Unterstützung bei allen Heim- und Auswärtsspielen bedankte sich die Mannschaft während des Einlaufs und nach der Schlusssirene mit einem Banner bei allen Fans und Zuschauern auf den Rängen.

Sie scorten sich im Baskets-Trikot zum ProB-Vize-Meister 2013:
Hamilton (19/5), Coles (18/2), Fiorentino (16), Kronhardt (10/1), Wendt (6/1), Schröter (4), Asbach (3/1), Agyapong, Gentgen, Malinowski (dnp), Mengering (dnp).

Nach dem Finale haben Trainer und Spieler gemeinsam gegessen, die erfolgreiche Saison ausgiebig gefeiert und sich voneinander verabschiedet. Denn es ist sicher, dass die Mannschaft in dieser Form in Schwelm so nicht mehr zusammenspielen wird. Auch Wilders Zukunft ist noch ungewiss. Ob der Trainer bleibt und welche Spieler in der kommenden Saison zu Kader gehören, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Coach Raffi Wilder blickt mit Stolz auf die Saison 2012/13 zurück und schickt seine Truppe mit einem letzten großen Lob in die Sommerpause: „Das ist wahrscheinlich die beste und hungrigste Mannschaft, die ich je zusammengestellt und gecoacht habe.“

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen