Fäden der Erinnerung

Peter Jansen, erster Vorsitzender des Hospizvereins Niederberg, Andrea Schyklenk, Koordinatorin, mit den Sponsoren des Kunstwerks Peter Wiecha und Bernd Kicinski von der Tischlerei Kicinski.
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Hospizverein erweitert Kunstwerk: Ein Faden für jedes gelebte Leben.

Viele Fäden, geschätzt 500, spannten sich bereits in einem alten Holzrahmen, der seit mehreren Jahren im Foyer des Hospizvereins Niederberg hängt. 500 zu Ende gelebte Leben. Jetzt wurde dieses Kunstwerk durch zwei weitere Rahmen erweitert und ließ ein schönes Triptychon entstehen.

„Das ursprüngliche Kunstwerk wurde bereits im Frühjahr 2003 von dem Hattinger Künstler Michael Görler als Unikat für den Hospizverein angefertigt“, so Pfarrer Peter Jansen, Vorsitzender des Hospizvereins Niederberg. „In diesem Jahr war es nun an der Zeit, dieses Bild zu erweitern.“ Viele farbige Fäden sind in einem alten, verwitterten Holzrahmen von Nagel zu Nagel gespannt und vereinen sich auf diese Weise zu einem Kunstwerk. Jeder einzelne Faden symbolisiert eine Lebenslinie - Anfang und Ende.
So auch bei den beiden neuen Seitenteilen. „Gemeinsam mit der Tischlerei Bernd Kicinski haben wir eine Idee entwickelt, die der Symbolik des ersten Werkes entspricht. Herausgekommen ist ein wunderschönes Triptychon“, so der stellvertretende Geschäftsführer des Vereins Wolfgang Tamm. Besonders freue man sich darüber, dass ein Teil der entstandenen Kosten seitens des Unternehmens übernommen wurden.

Anlässlich des alljährlichen Gedenkabends des Hospizvereins wurden die beiden Seitenteile feierlich eingeweiht. „An den Gedenkabenden werden die Angehörigen der im vergangenen Jahr begleiteten Verstorbenen eingeladen und im Beisein der ehrenamtlichen Begleiter werden die Namen an den Fäden verewigt“, so die Koordinatorin der Sterbebegleiter Andrea Schyklenk. „Im vergangenen Jahr waren es 64 abgeschlossene Begleitungen, so dass sich auch im neuen Rahmen bereits zahlreiche Fäden spannen.“ Auf diese Weise werde noch einmal jedem Begleiteten gedacht und er erhalte seinen Platz im Rahmen - gegen das Vergessen. Die Resonanz auf diese Gedenkabende sei immer groß, denn schließlich könne eine Sterbebegleitung mehrere Wochen bis Monate dauern und es entstehe ein intensiver Kontakt zwischen den Angehörigen und den Begleitern - besonders, da diese nicht wechseln würden.
Als „tröstlich und angenehm“ empfinden die Hinterbliebenen daher diese Möglichkeit des „gemeinsamen Erinnerns“. Rund 15 Begleitungen finden in der Regel parallel statt und diese „ambulante Arbeit“ der Ehrenamtlichen sei eine Herzensangelegenheit, so die Koordinatorin.

„Das Kunstwerk wächst jedes Jahr - es ,lebt' und und lässt die Verstorbenen in der Erinnerung weiterleben“, so Pfarrer Jansen. Im Jahr 2001 gab es im Hospizverein Niederberg die ersten Begleitungen, seitdem ist ihre Anzahl stetig gestiegen. Daher freuen sich die Vertreter des Vereins, dass das ambulante Angebot bald durch den Bau des neuen Hospiz- und Palliativzentrums Niederberg ergänzt wird. Auch dort wird das Kunstwerk einen ehrenvollen Platz erhalten. „Die Menschen haben den Wunsch in ihrem Zuhause zu sterben. In ihrer gewohnten Umgebung, an der Seite von Menschen, die ihnen nahe stehen“, so Pfarrer Jansen. „Sollte das in Ausnahmefällen nicht möglich sein, können wir bald auf das neue, stationäre Hospiz an der Cranachstraße ausweichen. Dort stehen uns dann zusätzlich zehn Gästezimmer zur Verfügung.“ Und auch hier wird bei der Innenraumgestaltung besonderer Wert auf eine angenehme, häusliche Atmosphäre gelegt, getreu dem Leitsatz: Würdig leben bis zuletzt.

Für die Realisierung des Projektes ist nach wie vor eine breite Unterstützung durch Spenden nötig. Informationen zu dem Hospiz- und Palliativ-Zentrum Niederberg, die Daten des Spendenkontos sowie Ansprechpartner finden Interessierte unter www.hospizverein-niederberg.de.

Peter Jansen, erster Vorsitzender des Hospizvereins Niederberg, Andrea Schyklenk, Koordinatorin, mit den Sponsoren des Kunstwerks Peter Wiecha und Bernd Kicinski von der Tischlerei Kicinski.
Der Mittelteil des Kunstwerks wird nun durch zwei Seitenteile ergänzt.
Autor:

Astrid von Lauff aus Velbert-Langenberg

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