Von zu Hause gegen Schneechaos gekämpft

Seit gestern trägt Friedrich-Ernst Martin zivil. Drei Jahrzehnte war er im ganzen Kreis unterwegs, um bei großen Schadensereignissen die Arbeit der Rettungsdienste zu koordinieren.  Dazu dient diese mobile Leitstelle, wie sie die Velberter Feuerwehr vorhält.Foto: Bangert
  • Seit gestern trägt Friedrich-Ernst Martin zivil. Drei Jahrzehnte war er im ganzen Kreis unterwegs, um bei großen Schadensereignissen die Arbeit der Rettungsdienste zu koordinieren. Dazu dient diese mobile Leitstelle, wie sie die Velberter Feuerwehr vorhält.Foto: Bangert
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Eine Ära geht zu Ende: Heute wird Friedrich-Ernst Martin nach 30 Jahren als Kreisbrandmeister offiziell verabschiedet.
Im Januar 1969 trat er als junger Mann der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus bei: „Ich wollte keinen Wehrdienst leisten, das war damals ein weit verbreiteter Grund, zur Feuerwehr zu gehen.“
„Heute wird der Nachwuchs durch die Jugendfeuerwehren gesichert, die es seinerzeit noch nicht gab. Wenn man einmal Feuerwehr erlebt hat, kommt man davon nicht mehr los“, beschreibt der 62-jährige Diplom-Verwaltungswirt seine Leidenschaft für den Brandschutz. Nach der Grundausbildung folgten weitere Kurse für Führungsaufgaben an der Landesfeuerwehrschule in Münster. Als vor 30 Jahren ein neuer Kreisbrandmeister im Kreis Mettmann gesucht wurde, schlug der damalige Heiligenhauser Wehrleiter Karl Wilms den gut ausgebildeten und engagierten Kameraden vor.
Der Kreisbrandmeister, der ehrenamtlich tätig ist, kümmert sich darum, dass in den Feuerwehren der Städte die jungen Leute nicht nur die Grundausbildung und weiterführende Ausbildungen erhalten, sondern auch Spezialschulungen durchlaufen. Daneben sorgt er dafür, dass bei den Wehren in den zehn Städten des Kreises der Bedarf an Weiterbildungen am Landesinstitut rechtzeitig abgedeckt werden kann. Dazu engagierte sich Martin auf Landes-und Bundesebene in verschiedenen Gremien für die Ausbildung.
Neben den administrativen Aufgaben ist der Kreisbrandmeister bei Großeinsätzen vor Ort, bei Vollalarm oder wenn Unterstützung von Nachbarstädten angefordert wird. Trotz aller moderner Technik und persönlichen Engagements gibt es Situationen, wo die Feuerwehr nicht helfen kann. Friedrich-Ernst Martin erinnert sich an den Vollbrand eines Hauses in der Mettmanner Altstadt, wo brennende Holzdecken eine Rettung der Bewohner unmöglich machten, das ältere Ehepaar in dem Haus verbrannte. Einen ähnlichen Fall gab es an der Schaesbergstraße in Neviges, wo ein Kind starb. Beim Düsseldorfer Flughafenbrand war Martin nicht vor Ort, sondern koordinierte von der Mettmanner Leitstelle aus die zahlreichen Kräfte aus dem Kreis. „Für die eingesetzten Leute war eine erhebliche Nachsorge notwendig, damit die frustrierenden Ereignisse verarbeitet werden konnten.“
Der Orkan Kyrill bereitete den Wehren einen Tage langen Einsatz, Friedrich-Ernst Martin wechselte sich mit seinen Stellvertretern im Schichtbetrieb in der Leitstelle ab. „Beim Schneechaos vor einigen Jahren kam ich gar nicht erst nach Mettmann, da habe ich via Telefon mit der Leitstelle kommuniziert.“
Klar hat sich der Kreisbrandmeister gegen die Kohlenmonoxid-Leitung durch den Kreis positioniert. „Es handelt sich bei CO um einen besonders gefährlichen Stoff. Dieses Gas kann nicht wahrgenommen werden, wenn man es eingeatmet hat, ist es schon zu spät.“ Ganz sachlich hat Friedrich-Ernst Martin gemeinsam mit anderen Experten das Gefährdungspotential und die Möglichkeiten der Rettungskräfte analysiert. Sein Fazit: „Die Lage bei einer Leckage ist nicht beherrschbar. Diese Leitung darf nicht mit CO befüllt werden.“
Martin bleibt weiterhin Chef der Abteilung für Feuerschutz und Rettungsdienst bei der Stadt Velbert, sein Nachfolger als Kreisbrandmeister ist Markus Lenatz, bisher Einsatzbereichsleiter der Feuerwehr in Langenberg.

Autor:

Janina aus dem Siepen aus Hattingen

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