Schach - Kasparow meldet sich zu Wort

Schachmagazin 64, Herausgeber Otto Borik
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Zitat Otto Borik, Schachmagazin 64 Mai 2012

Der frühere Schachweltmeister Garry Kasparow hat sein politisches Engagement zwar nicht eingestellt, wie beim Blick auf die Kreml-kritische Internetseite kasparov.ru deutlich wird, aber er interessiert sich offenbar wieder mehr für sein ursprüngliches Metier. Zum einen setzte er sich erfolgreich für Schach als Unterrichtsfach ein (vgl. Editorial der letzten Ausgabe), erkennbar ist aber auch sein wieder erwachtes Interesse an Themen im Leistungsschach. Am 12. April, einen Tag vor seinem 49. Geburtstag, gab er in einem Interview mit der estnischen Internetseite http://rus.postimees.ee/ interessante Aussagen zu Protokoll.

Laut Kasparow ist Bobby Fischer höher einzuschätzen als Magnus Carlsen. Letzterer sei zwar "ein Stern erster Größenordnung", doch beim Betrachten seiner derzeitigen Wertungszahl von 2835 müsse man die Inflation dieser Zahlen berücksichtigen. "Als ich oben war, gab es nur zwei Leute mit Elo über 2700, und heute sind es 45. … Fischer hatte im Jahre 1972 ein Rating von 2785, das entspricht meinem von 2851, was ich 1999 hatte. Fischer war bedeutender als Carlsen, obwohl dessen Elo besser ist. … Als Fischer nach oben stürmte, erzielte er +6 Ergebnisse, ich machte +6 bis +7, und Carlsen erzielt +3 bis +4."

Kasparows Aussagen zu Fischer und Carlsen decken sich mit Einschätzungen des Mathematikers Jeff Sonas, der - der Verständlichkeit halber vereinfacht ausgedrückt - die These vertritt, die wahre Stärke eines Weltranglistenersten offenbare sich in der Größe des Abstands zum zweitbesten Spieler, und da habe Fischer diesen sowie alle anderen zeitweise um mehr als 100 Wertungspunkte überragt.

Einen derartigen Überflieger gibt es heute nicht, aber viele starke Spieler, die tolle Partien produzieren. Dieses Heft ist voll davon. Viel Spaß bei der Lektüre.

Schachmagazin 64, Herausgeber Otto Borik
IM Otto Borik

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