Der bekannte Xantener Filmemacher Wolfgang Wilhelmi gewährt Audienz
Ein sehr aufschlussreiches Interview über seine Karriere

Foto: Norbert Behrendt
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Schon als Teenager träumte der als „Xantener Filmemacher“ bekannte Wolfgang Wilhelmi davon, eine Filmkamera griffbereit neben seinem Bett liegen zu haben. Als 15-Jähriger konnte Wilhelmi sich diesen Traum erfüllen. Fast sein gesamtes Taschengeld hat er damals in sein Hobby, bei dem er seinerzeit ausschließlich familiäre Feiern filmte, investiert.
 
Mit viel Talent hat Wilhelmi sich peu à peu alle erforderlichen Techniken erarbeitet und dabei seine Leidenschaft zur Physik und zur Chemie letztendlich der "Filmmacherei" geopfert.Eine Berufung zur Filmakademie stellt seine größte Auszeichnung dar.

Mittlerweile produziert Wilhelmi Dokumentationen zu Dörfern und Städten, die in großen Sälen, Kirchen, Freilichtkinos mit Hunderten von Zuschauern gezeigt werden. „Erlebter Niederrhein“ nennt Wilhelmi diese Dorf- und Städteserie. Von Duisburg bis Emmerich, überall hat Wilhelmi Menschen und Natur in Filmsequenzen gesammelt und sie zu interessanten Filmen zusammengeschnitten.

Sein derzeitiges Filmprojekt ist eine Dokumentation über die Stadt Rees. Trailer dazu und auch zu älteren Filmprojekten sowie seine Kontaktdaten findet man auf seiner Internetseite wilhelmifilm.de

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Hildegard van Hüüt (HvH):
Du bist in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz geboren, aber schon im jugendlichen Alter an den Niederrhein gezogen. An welchen Ort und aus welchem Grund?

Wolfgang Wilhelmi (WW):
Bedingt durch einen Arbeitsplatzwechsel meines Vaters ist meine Familie 1959, da war ich gerade 12 Jahre alt, zunächst in das Ruhrgebiet, dann 1963 nach Hamminkeln an den Niederrhein gezogen. Schon früh interessierte ich mich für die Nibelungen- und Römergeschichten. Die in märchenhafter Landschaft gelegene, zauberhafte Stadt Xanten sollte meine neue Heimat werden. Seit 1973 lebe ich nun hier, habe es nie bereut und werde wohl für ewig hier bleiben.

HvH:
Hobbymäßig bist du sehr viel mit der Kamera unterwegs. Seit wann frönst du diesem Hobby, und wie ist es dazu gekommen?

WW:
Schon früh, als Teenager träumte ich von einer Filmkamera, die ich beim Erwachen, noch in der Traumwelt versunken, auf meinem Nachttisch neben meinem Bett ergreifen könnte. Als 15-Jähriger konnte ich meinen Traum realisieren. Eine 8mm Kamera mit Federantrieb. Nach 30 Sekunden, oft wenn es gerade interessant wurde, musste ich sie neu aufziehen. In den 60er Jahren hatte ich eine sehr kreative Phase, in der ich viele Filme erstellt habe. Heute sind diese alten Aufzeichnungen digitalisiert. Die ganze Familie freut sich darüber, da hier viele familiäre Ereignisse festgehalten sind. Fast mein ganzes Taschengeld habe ich damals in mein Hobby investiert.

HvH:
Hast du eine spezielle Ausbildung zum Kameramann gemacht, oder bist du Autodidakt?

WW:
Meine große Leidenschaft zum Medium Film habe ich der noch größeren Leidenschaft zur Physik und Chemie geopfert. So ist die Filmerei bis heute ein Hobby und ich habe mir alle notwendigen Techniken selber erarbeitet. Mein Anspruch ist immer ein professionelles und für die Öffentlichkeit sehenswertes Filmprodukt zu schaffen.

HvH:
Kannst du uns die Produktion eines Filmes in wenigen Sätzen erklären?

WW:
Ideen kreativ und cineastisch umzusetzen, war schon immer eine Leidenschaft und ein ständiges Abenteuer. Kommt eine Anfrage zu einem Projekt von außen, z.B. von Heimatvereinen, prüfe ich die Erfolgsaussichten zur Realisierung und mache es zu meiner Herzensangelegenheit. Recherchen, Menschen, Protagonisten, Geschichten, die Natur werden in meinem Inneren zu einem abwechslungsreichen bunten Film. Als roten Faden bringe ich ein Konzept zu Papier und halte es über die gesamte Drehzeit für sich oft ergeben Zufälle offen. Für ein erfolgreiches Projekt versuche ich lokale Heimatforscher, Politiker, Vereine und Hobbyfilmer zu integrieren.

HvH:
Seit einigen Jahren bist du Pensionär, du bist aber junggeblieben und sehr dynamisch. Dürften sich Menschen, die dieses Porträt lesen, eventuell mit Fragen an dich wenden?

WW:
Selbstverständlich, im Internet unter wilhelmifilm.de finden Interessierte meine Kontaktdaten, aktuelle Filmtrailer und Filmprodukte.

HvH:
Wo holst du dir Hilfe? Gibt es Internetseiten oder vielleicht auch günstige Kurse, die du empfiehlst?

WW:
Heute hat man im Internet zum Medium Film so viele Möglichkeiten. Da findet jeder Interessent zur Realisierung seiner Ideen die geeigneten Mittel. Meine Projekte bespreche ich aber meistens mit der Familie und Freunden. Von hier kommen oft Anregungen.

HvH:
Du hast dir als „Xantener Filmemacher“ mittlerweile einen guten Namen gemacht. Wie viele deiner Filmprojekte hast du erfolgreich „vermarkten“ und in der Öffentlichkeit zeigen können? In welcher Art?

WW:
Bislang habe ich 13 Dokumentationen über Dörfer und Städte veröffentlicht. Daneben existieren mehr als 50 Arbeiten über Schulen, Kindergärten, Museen, Kirchen. In Zusammenarbeit mit der Hagelkreuzschule Lüttingen brachte ein Kurzfilm über das Zirkusprojekt 2015 immerhin einen Bürgerpreis für Film und Schule. Im Kinosaal des Siegfried Museums, in Museen, Schulen, aber auch in Kirchen wurden meine Produktionen gezeigt. Die letzte Vorführung einer Filmdokumentation über Rees-Millingen zur 900-Jahrfeier von St. Quirinus brachte bei einer Freilichtaufführung im August 2020 an zwei Tagen unter strengen Vorkehrungen in Pandemiezeiten immerhin 500 Zuschauer auf die Beine.

HvH:
Deine „Dorf- und Städteporträts“ sind begehrte Filmproduktionen. Welchen Orten hast du dich bisher gewidmet, und wo hast du deine Schwerpunkte in der Darstellung gesetzt?

WW:
„Erlebter Niederrhein“ nenne ich die Dorf- und Städteserie. Es sind Dokumentationen über Xanten, natürlich die Fischer von Lüttingen, Bislich. Von Wesel bis Emmerich, die Kanäle des Drusus, Bienen, Millingen und Haffen-Mehr bei Rees. Zurzeit produziere ich einen Film über die Stadt Rees. Ein Kapitel finden sie bei YouTube „Der Magnolienbaum von Haus Aspel“.

HvH:
Die Zeit, die du deinem Hobby widmest, ist über deine vielen Lebensjahre hinweg bestimmt sehr variabel gewesen. Wie viel Zeit „opferst“ du zurzeit deiner Freizeitbeschäftigung, und bleibt noch genug Freiraum für deine Familie?

WW:
Filme produzieren ist eine meiner großen Leidenschaften, aber längst nicht die einzige. So sind es noch viele Liebhabereien, für die ich Zeit aufwende. Aber einen sehr großen Raum widme ich meiner großen und weiter anwachsenden Familie. In diesem von Empathie geprägten Umfeld fühle ich mich wohl und gut eingebunden.

HvH:
Welche Pläne hast du für die nahe Zukunft? Hast du weitere Anfragen von Städten und / oder Gemeinden? Kann man dich auch zu privaten Feiern als Ersteller von Dokumentationsfilmen buchen? Ich erinnre mich gern daran, dass du auch einmal einen Film über die neue Skateanlage in der Jugendkulturwerkstatt (JuKuWe) gedreht hast!

WW:
Auf eine nette Anfrage des Leiters der JuKuWe, den ich persönlich kenne, entstand ein kleiner Film. Solche Produkte veröffentliche ich auf YouTube oder auch auf Facebook. Auf Wunsch erstelle ich auch DVDs. Ich freue mich über Anfragen von Vereinen oder Gemeinden usw. und bin erst mal für alles offen. Die Produktion des Rees-Porträts wird mich noch eine gute Weile beschäftigen, ich habe aber schon viele weitere Ideen. Es könnte wieder eine Dokumentation über Xanten entstehen. Der Ortsteil Düsterfeld ist ein magischer, geheimnisvoller Ort.

Foto: Norbert Behrendt
Foto: Hildegard van Hüüt
Autor:

Hildegard van Hueuet aus Xanten

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