JETZT

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In der Gegenwart, eingespannt zwischen Vergangenem, was wir nicht mehr beeinflussen können, und Zukünftigem, was wir noch nicht überblicken- liegt das JETZT (Foto: Marita Gerwin)
Jetzt- ein wandernder Punkt in die Zukunft.

"Wer jetzt kein Haus baut, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben." (Reiner Maria Rilke, Paris 1902)

Leben im Zwischen - R A U M

"Mittendrin stecken wir. Zwischen Vergangenheit, was Erfahrung meint, und Zukunft, was Erwartung meint. Nur für die Gegenwart gibt es keinen Namen, weil niemand weiß, was in ihr geschieht, weshalb wir sie nur im Gespräch erfahren, im Gegenüber behaupteter Gleichzeitigkeiten" so umschreibt die Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe pointiert dieses Ineinandergreifen von Erfahrung und Erwartung. 1)

Der Gegenwart einen Namen geben - darauf kommt es an. Notwendig ist das offene Gespräch, das von den Erfahrungen, den eigenen Erwartungen und dem Mut lebt, den eigenen Beitrag zur Gegenwart zu benennen.

Leben im Zwischen - R A U M

In der Gegenwart, eingespannt zwischen Vergangenem, was wir nicht mehr beeinflussen können, und Zukünftigem, was wir noch nicht überblicken. Was wir haben, ist nur das JETZT, und in diesem JETZT gilt es zu handeln, zu denken, zu sein. Aber in diesem JETZT des gegenwärtigen Augenblicks mündet der breite Strom der Erinnerung und Erfahrung, und in dem Zwischen - R A U M von "nicht mehr" und "noch nicht" geschieht zugleich die Weichenstellung für Zukünftiges, ob und wie es sich denn ereignen wird - oder auch nicht.

Gerade darum kommt der Zwischen - Z E I T des jeweiligen JETZT so emminent große Bedeutung zu Deshalb solten wir jetzt den Dialog der Generationen beginnen. Erst in der Rückschau wird deutlich, dass einstmals in einem vergangenen JETZT das Fundament gelegt, die Weichen gestellt, der Same des persönlichen Einsatzes hineingelegt worden ist in die Zeitläufe und nachkommende Generationen die späte Ernte einfahren." 2)

Diese philosophische Betrachtungsweise beeindruckt und ermutigt uns, den Weg des Dialogs der Generationen weiter zu bechreiten. Denn Zukunft geschieht nicht einfach so, Zukunft wird von den Menschen gestaltet, die an sie glauben und die bereit sind, sie aktiv mit zu gestalten.

1) Quelle: Zitat von Felicitas Hoppe, Abenteuer- was ist das? Göttingen 2010, 28

2) Quelle: ZWISCHEN R A U M 02/14

Prälat Dr. Theol. Peter Klasvogt, Akademiedirektor Kirche, Kultur, Campus-
Akademie. Zitate aus dem Editorial anlässlich der Verleihung des
Communio-Preises für Dialog, Verständigung und Versöhnung an Herrn
Ruprecht Polenz
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2 Kommentare
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 07.02.2015 | 18:15  
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 07.02.2015 | 18:31  
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