Vorschulkinder bei der Feuerwehr: Früh übt sich!

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Jetzt wollen auch alle das Martinhorn hören, Howald erklärt: "Das dürfen wir wirklich nur im Notfall anmachen." Für die Kinder macht er heute eine Ausnahme. Es ist so laut, dass sich alle die Ohren zuhalten müssen.
  Bedburg-Hau: Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau | Puhhhh! Das Wasser schießt in den Löschschlauch. Alexander umfasst ihn fest mit beiden Händen und stellt sich breitbeinig hin; den Blick konzentriert auf einen ausgedachten Brandherd gerichtet. Alexander geht zwar schon in die Vorschule des Kindergartens, aber zusammen mit 5 anderen Kindern wird er heute alles rund ums Feuer und die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Bedburg-Hau kennenlernen.

Feuerwehrauto, Schutzkleidung und Löschzubehör - die Kinder dürfen alles anfassen, Fragen stellen und selbst mit anpacken. Organisiert wird die Brandschutzerziehung von Andreas Howald. Er ist eigentlich Bundespolizist, aber schon seit 25 Jahren ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv. Auch nach den ganzen Jahren übernimmt er die Brandschutzerziehung immer noch gerne. Heute zusammen mit Michael Erren und Marco Frolyks.

"Hat jemand von euren Eltern vielleicht so ein großes Auto?", fragt Howald die Kinder und deutet auf das Löschfahrzeug. "Nein, aber mein Papa hat auch ein großes", ruft Kiara aus der Menge. Howald lacht. "Aber das Auto kann bestimmt nicht das hier." Er steigt in das Löschfahrzeug, drückt einen Knopf und blaues Licht blitzt durch das Gerätehaus. Überraschte "Ooohhhsss" sind zu hören. Jetzt wollen auch alle das Martinhorn hören, Howald erklärt: "Das dürfen wir wirklich nur im Notfall anmachen." Für die Kinder macht er heute eine Ausnahme. Es ist so laut, dass sich alle die Ohren zuhalten müssen. Dafür können die Vorschulkinder aus dem St. Markus Kindergarten in Schneppenbaum aber an die Löschschläuche und an den Hochdrucklüfter.

Blitzschnell füllt sich der Schlauch mit Wasser. Die drei Feuerwehrmänner haben heute einen kleinen Schlauch ausgesucht, damit die Kinder nicht die Kontrolle verlieren. Aber für Milan ist der Wasserstrahl aufregend genug. Feuerwehrschlauch ist eben Feuerwehrschlauch. Während er unter höchster Konzentration löscht, schauen sich Maria und Josefa lieber die Ausrüstung der Feuerwehrmänner an. "Vielleicht werden wir ja auch mal Feuerwehrfrauen", sagen die beiden. Auch die Kindergärtnerinnen Gabriele Ludwig und Lara Stockhorst wissen, dass die Kinder heute eigentlich andere Ideale haben: "Oft ist es eher die Eisprinzessin oder der Fußballstar - Feuerwehrmann weniger."

Um den Kindern die Arbeit bei der Feuerwehr interessant zu machen, wurde bereits 1997 eine Jugendfeuerwehr gegründet. Der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bedburg-Hau, Stefan Veldmeijer ist sich sicher, dass die frühe Bindung an die Feuerwehr wichtig ist. Zwar ist Personaldecke in der Gemeinde noch gut, sie könnte aber besser sein. Genau deshalb möchte er Kinder früh für die Feuerwehr begeistern. Auch die Brandschutzerziehung gehört zu diesem Plan.

Doch nicht nur Kindergartenkinder können das Angebot in Anspruch nehmen. Auch Grundschulen, andere Einrichtungen und Gruppen lassen sich regelmäßig informieren. "Wir möchten dafür sorgen, dass die Leute wissen, wie sie im Brandfall reagieren müssen", erklärt Veldmeijer. Vor allem kleine Kinder und alte Menschen hätten oft Angst vor dem Feuer und der Ausrüstung. Die Atemmaske macht zum Beispiel nicht nur gruselige Geräusche, sondern verdeckt auch noch das halbe Gesicht.

"Deshalb versuchen wir durch die Schulungen, Verständnis für die Arbeit der Feuerwehr zu schaffen." Und das gelingt auch: Alle Kinder wissen inzwischen, was sie beim Notruf und Feuer beachten müssen. Und beruflich? Maxi-Toni und Rene wollen sich das aber mit der Feuerwehr noch einmal überlegen.
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1 Kommentar
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Willi Heuvens aus Kalkar | 03.06.2016 | 13:23  
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